Otto Bährecke (* 26. Februar 1880 in Burg (bei Magdeburg); † 1963) war ein deutscher Polizeibeamter und Polizeidirektor von Weimar. Bährecke war für die polizeiliche Absicherung der Weimarer Nationalversammlung verantwortlich, die 1919 in der thüringischen, vorübergehenden Reichshauptstadt tagte.

Leben Bährecke besuchte von 1886 bis 1898 das Königliche Victoria-Gymnasium in Burg. Anschließend trat er in den Militärdienst ein und wurde im Rahmen desselbigen 1899 zum Fähnrich und 1900 zum Leutnant ernannt.

Im Jahre 1904 war er Anwärter für den höheren Polizeidienst in Saarbrücken und wurde 1905 in Dortmund zum Polizeikommissar ernannt. Es erfolgte die Ernennung zum Polizeiinspektor in Staßfurt (1909) und in Weimar (1911). Während des Ersten Weltkrieges wurde er 1916 als Polizeikommissar ins besetzte Warschau versetzt, nach Kriegsende kam er wiederum 1919 als Leiter der Kommunalpolizei zurück nach Weimar. Hier wurde er vorübergehend vom örtlichen Soldatenrat eingesetzt und von diesem mit der Aufrechterhaltung der städtischen Ordnung beauftragt und zum Tragen von Waffen befugt.

Hier war der Polizeihauptmann auch für den Schutz der in der thüringischen Kleinstadt tagenden, verfassungsgebenden Nationalversammlung verantwortlich. Zu diesem Zweck wurde er von einem Kommando der Berliner Polizei, bestehend aus einem Polizeioffizier, 24 Kriminalbeamten und 50 Schutzleuten, unterstützt. Zusätzlich erhielt er für die Absicherung des provisorischen Regierungssitzes personelle Abhilfe vom Landesschützenjäger-Korps in Höhe von 3.000 Mann.

1927 wurde Bährecke zum Polizeirat ernannt und fungierte fortan als Leiter des Weimarer Stadtpolizeiamtes, womit ihm alle Zweige des städtischen Polizeiwesens (Sicherheits-, Kriminal-, Gewerbe- und Verwaltungspolizei sowie das Meldewesen) unterstanden. In seiner Amtszeit als Polizeidirektor führte er einen modernen Erkennungsdienst bei der Kripo ein und ließ Polizeireviere in den einzelnen Stadtbezirken und den anliegenden Ortschaften errichten.

Zum Juli 1930 wurde das Städtische Polizeiamt verstaatlicht, wobei die Position des Polizeirates obsolet wurde. Er wurde nicht in den Staatsdienst übernommen und deshalb am 7. Juli in den Wartestand versetzt.

Der Weimarer Oberbürgermeister attestierte dem langjährigen Beamten in einem Zeugnis vom 30. April 1932 ein „liebenswürdiges, ruhiges und gewandetes Auftreten“, mit dem er sich „das Vertrauen der Stadtverwaltung und die Zuneigung der Bevölkerungskreise […] erworben und auch zu erhalten gewusst“ habe. Er habe darüber hinaus „außerordentliche Aufgaben der Nachkriegszeit [..] mit Takt und Umsicht unter oft schwierigen Verhältnissen […] in zweckmäßiger Weise durchgeführt“.

Otto Bährecke trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.196.163),Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/1121501 er fand aber keine weitere dienstliche Verwendung mehr.

Literatur Die Thüringer Polizei 1918 bis 1933. In: Sascha Münzel (Hrsg.): Quellen zur Geschichte Thüringens. 2013.

Einzelnachweise

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