Hermann Müller-Brandenburg (* 16. April 1885 in Elberfeld; † 1955) war ein deutscher Polizeioffizier, nationalkonservativer Funktionär, NSDAP-Politiker und Publizist.

Leben Müller-Brandenburg besuchte um die Jahrhundertwende die Höhere Handelsschule, trat 1906 der Armee bei und leistete während des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 seinen Militärdienst als Offizier ab. Nach dem Ende des Krieges trat er der SPD bei und war Gründungsmitglied des „Republikanischen Führerbundes“, einer der Weimarer Verfassung treuen Republikschutz-Organisation.

Von 1920 bis 1921 fungierte er als Kommandeur der Staatsgendarmerie von Mecklenburg-Strelitz, danach wurde er als Polizeimajor ab 1921 Leiter der Thüringer Landespolizei. Er charakterisierte 1923 das Selbstverständnis der Polizeitruppe so, als dass die „Polizei […] größte Zurückhaltung üben und nur im äußersten Notfall eingreifen“ sollte, dann aber „rücksichtslos“, Waffengebrauch sei „wenn irgend möglich überhaupt [zu] vermeiden“. Außerdem betonte Müller-Brandenburg, es sei immer „‚mit voller Objektivität zu verfahren“ und „kommunistische Umzüge“ ebenso wenig zu dulden, „wie Umzüge des Jungdeutschen Ordens, des Stahlhelms und sonstiger rechtsradikaler Formationen“.

Zum Jahre 1922 wurde er als Referent in die Polizeiabteilung des Thüringischen Ministerium des Innern versetzt und dort 1923 zum Regierungsrat ernannt. Im gleichen Jahr trat er aus der Sozialdemokratischen Partei aus, schied 1924 auf eigenen Wunsch aus dem Staatsdienst aus und wandte sich der politischen extremen Rechten zu. Schon 1923 Mitglied des „Wehrwolf“ und von 1925 bis 1928 sein thüringischer Landesführer, war er in der folgenden Zeit auch im Stab des „Stahlhelm“ Brandenburg tätig.

Müller-Brandenburg war ab 1933 Leiter des Aufklärungs- und Presseamtes der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes. Er wurde 1936 zum Oberstarbeitsführer des RAD ernannt und war Herausgeber des „Jahrbuchs des Reichsarbeitsdienstes“. Am 25. August 1941 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Oktober desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.742.516).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/29540798 Bis 1944 fungierte er als Leiter der Abteilung für auswärtige Angelegenheiten beim Reichsarbeitsführer.

Nach 1945 war er Autor diverser wehrpolitischer Publikationen.

Schriften (Auswahl) Hermann Müller-Brandenburg: Die Schlacht bei Grodek-Lemberg (Juni 1915). Der große Krieg in Einzeldarstellungen 8. Verlag Stalling, Oldenburg 1918.

Literatur Müller-Brandenburg, Hermann. In: Das Deutsche Führerlexikon. 1934/1935. Stollberg, Berlin 1934, S. 321 (online). Die Thüringer Polizei 1918 bis 1933. In: Sascha Münzel (Hrsg.): Quellen zur Geschichte Thüringens. Band 40, 2013.

Einzelnachweise

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