Hermann Scheffler (* 14. Oktober 1884 in Wettelrode; † 11. März 1951 in Ulm) war ein deutscher Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Leben Schefflers Eltern waren der Bergmann Karl Friedrich Scheffler und dessen Frau Minna Rosalie, geborene Hartung. Nach dem Besuch der Dorfschule machte er eine Tischlerlehre in Eilenburg. Seine anschließende Wanderschaft führte ihn bis nach Italien. Im Oktober 1902 trat er in den Deutschen Holzarbeiter-Verband ein. 1906 kam Scheffler nach Eilenburg zurück, wo er sich im örtlichen Zweig des Holzarbeiter-Verbands engagierte. 1910 wurde er besoldeter Bevollmächtigter, wahrscheinlich im Jahr 1911 wechselte er nach Schönheide und Klingenthal. In dieser Zeit besuchte er auch die Parteischule der SPD in Berlin. Scheffler trat auf Verbandstagen auf und schrieb Artikel für Gewerkschafts- und sozialdemokratische Zeitungen. Ab 1913 arbeitete Scheffler als Gewerkschaftsredakteur für die Holzarbeiter-Zeitung. Im Juli 1914 heiratete er Anna Martha Rauchmaul, 1916 wurde der gemeinsame Sohn Gerhard geboren. Im Ersten Weltkrieg wurde Hermann Scheffler zweimal als Soldat eingezogen.
Nach dem Ersten Weltkrieg setzte Scheffler seine Tätigkeit als Redakteur bei der Holzarbeiter-Zeitung fort und arbeitete auch dem Vorsitzenden des Holzarbeiterverbandes, Fritz Tarnow, zu. Die Beiträge in der Holzarbeiter-Zeitung waren zumeist nicht namentlich gekennzeichnet, somit bleibt Schefflers konkreter Beitrag zur Zeitung unklar. 1928 wurde Scheffler Vorsitzender des neu gegründeten Fachausschusses der Gewerkschaftspresse im ADGB, damit war er der Erste Sprecher der Gewerkschaftspresse, die 1929/30 77 Gewerkschaftszeitungen mit einer Auflage von 6,1 Millionen pro Ausgabe umfasste.
Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ und der Zerschlagung der freien Gewerkschaftsbewegung verlor Hermann Scheffler seinen Posten als Redakteur bei der Holzarbeiter-Zeitung. Zusammen mit anderen Gewerkschaftern beteiligte er sich am Verlag Karl Ulrich & Co. in Berlin, der auch zur Tarnung von illegalen Widerstandsaktivitäten diente. Scheffler war auch Mitglied der „Illegalen Reichsleitung“ (IRL) der Deutschen Gewerkschaften. Verbindungen reichten bis in die Tschechoslowakei, Dänemark und die Niederlande. So bestanden zum Beispiel Kontakte zu Heinrich Schliestedt, dem Vorsitzenden der „Auslandsvertretung Deutscher Gewerkschafter“, der in die Tschechoslowakei geflohen war.
Nach der deutschen Besetzung des Sudetenlandes wurden im Büro des inzwischen verstorbenen Heinrich Schliestedt Unterlagen gefunden, die Hinweise auf die Finanzierung des Widerstandsnetzes der Gewerkschaften im Exil erlaubten und die Scheffler verdächtig machten. Scheffler wurde am 3. Juli 1939 verhaftet, von Mitte September bis Mitte Oktober war er im KZ Sachsenhausen inhaftiert, wo er unter anderem die Misshandlung und Ermordung von Lothar Erdmann und Hermann Jochade miterleben musste. Anschließend kam Scheffler ins Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit. Im Oktober 1940 wurde Scheffler vor dem Berliner Kammergericht vom Vorwurf der „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ freigesprochen, da er seine verschiedenen Widerstandsverbindungen glaubhaft als geschäftliche Aktivitäten darstellen konnte. 1941 wurde Scheffler Redakteur bei der Ebnerschen Buchdruckerei in Ulm.
Nach 1945 arbeitete Scheffler wieder als Gewerkschaftsjournalist.
Literatur
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