Die Leichte-Schnellboot-Klasse war eine Klasse von Kleinkampfmitteln der Kriegsmarine.
Beschreibung Der Bau des Typschiffs der Leichten Schnellboot-Klasse wurde bei der Berliner Naglo-Werft begonnen. Der Stahlrumpf war jedoch zu schwer, weshalb es nie fertiggestellt wurde. Alle weiteren Schiffe wurden bei der Flugzeugwerft Dornier-Werke in Friedrichshafen gebaut. Hier verfügte man über das Knowhow zum Bau der Aluminiumrümpfe. Die meisten Einheiten wurden von zwei 12-Zylinder Dieselmotoren von Daimler-Benz mit je 1200 PS angetrieben. Hiermit erreichten sie eine Geschwindigkeit von 40,5 kn. Nur LS 5 und LS 6 wurden mit zwei Junkers Jumo 205M 6-Zylinder-Zweitakt-Diesel-Gegenkolbenmotoren mit je 600 PS ausgestattet mit denen sie eine Geschwindigkeit von 37 kn erreichten. LS 5 und LS 6 wurden zunächst mit Wasserbomben zur Bekämpfung von U-Booten versehen. Erhielten aber später wie die anderen Einheiten zwei Torpedorohre am Heck. Die Schnellboote drehten sich zum Angriff mit dem Heck zum Ziel, feuerten die Torpedos ab und konnten mit großer Geschwindigkeit fliehen. Als Sekundärbewaffnung verfügten die Boote über eine 2-cm-Maschinenkanone, die sich in einer Glaskuppel über dem Führerstand befand. Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945, Bd. 2: Torpedoboote, Zerstörer, Schnellboote, Minensuchboote, Minenräumboote, S. 140, S. 142f.
Entdeckung von LS 6 2013 wies der deutsche Marinehistoriker Peter Schenk die Fachwelt darauf hin, dass im Ionischen Meer ein Wrack eines am 29. September 1943 gesunkenen Schnellboots der Kriegsmarine noch unendeckt war. Der griechische Historiker Giorgos Karelas konnte mit Hilfe von Aufzeichnungen, die während des Krieges von der Wehrmacht erstellt wurden, die letzte bekannte Position ermitteln und so den Suchradius eingrenzen.
Der Wrackjäger Dimitris Giannoulatos von Lefkada entdeckte innerhalb des Suchgebiets ein Wrack in 96 m Tiefe. Taucher des Aegeantec Tauchteams identifizierten im August 2026 das Wrack. Für ihre Tauchgänge nutze sie sogenannte Kreislauftauchgerät und Tauchscooter. Die Identifikation gelang anhand den Maßen und den beiden Junkers Jumo 205M Dieselaggregaten. Das Wrack ist erstaunlich gut erhalten. Dies führt man auf die niedrige Temperaturen und die ruhige See zurück.
Die Entdeckung gilt als Sensation, da sonst kein Exemplar der Schiffsklasse erhalten blieb und auch keine technischen Zeichnungen der Konstruktion erhalten blieben. Das Wrack soll erforscht, aber nicht gehoben werden.Bei Lefkada liegt ein deutsches Schnellboot aus dem 2. Weltkrieg am Meeresgrund bei hellas.blog
Einheiten Name Werft Indienststellung Geschichte LS 1 Naglo-Werft in Berlin Da der Rumpf zu schwer war wurde es nie fertiggestellt LS 2 (Meteorit) Dornier-Werke in Friedrichshafen 14. Juni 1940 Sie wurde vom Hilfskreuzer Komet als Minenleger mitgeführt. Nach Maschinenschaden wurde sie jedoch schon am 23. Dezember 1940 abgewrackt. LS 3 Dornier-Werke in Friedrichshafen 14. Oktober 1940 Sie wurde vom Hilfskreuzer Kormoran als Minenleger mitgeführt. Ging bei der Versenkung des Mutterschiffs am 19. November 1941 mit unter. LS 4 (Esau) Dornier-Werke in Friedrichshafen 5. Juli 1941 Sie wurde vom Hilfskreuzer Michel als Minenleger mitgeführt. Ging bei der Versenkung des Mutterschiffs am 17. Oktober 1943 mit unter. LS 5 Dornier-Werke in Friedrichshafen 15. Oktober 1941 Wurde Anfang 1943 per Bahn nach Griechenland transportiert. Es war mit zur Bekämpfung von U-Booten mit Wasserbomben ausgerüstet. Da es nicht mit Hydrophon ausgerüstet war das Horchboot MR 7 als BegleitbootMR 7 bei historisches-marinearchiv.de vorgesehen. Dieses wurde jedoch ins Schwarze Meer verlegt. Deshalb wurde es wieder mit der Bahn nach Deutschland zurück transportiert und zum Torpedoträger umgerüstet. Es kehrte zurück und wurde am 1. September 1943 als Teil der 21. S-Flottille im Ionischen Meer eingesetzt. Es wurde am 19. Oktober bei einem Luftangriff bei Kos stark beschädigt und auf Grund gesetzt.Peter Schenk: Kampf um die Ägäis. Die Kriegsmarine in griechischen Gewässern 1941–1945, S. 116f. LS 6 Dornier-Werke in Friedrichshafen 15. Oktober 1941 Wurde Anfang 1943 per Bahn nach Griechenland transportiert. Es war mit zur Bekämpfung von U-Booten mit Wasserbomben ausgerüstet. Da es nicht mit Hydrophon ausgerüstet war das Horchboot MR 7 als Begleitboot vorgesehen. Dieses wurde jedoch ins Schwarze Meer verlegt. Deshalb wurde es wieder mit der Bahn nach Deutschland zurück transportiert und zum Torpedoträger umgerüstet. Es kehrte zurück und wurde am 1. September 1943 als Teil der 21. S-Flottille im Ionischen Meer eingesetzt. Es bekleidete am 24. September 1943 deutsche Kräfte nach Korfu als sie von einer italienischen Fliegerstaffel von Reggiane Re.2002 Jagdbombern angegriffen wurden. Die LS 6 wurde stark beschädigt und sollte am 29. September nach Piräus geschleppt werden. Vor Mytikas, etwa 7 km nördlich von Preveza drang Wasser in den Aluminumrumpf und das Schiff sank. LS 7 Dornier-Werke in Friedrichshafen 8. Oktober 1943 Wurde per Bahn nach Griechenland verlegt und der 22. S-Flottille unterstellt. Es ist am 14. Oktober 1944 bei Grado auf Grund gelaufen. LS 8 Dornier-Werke in Friedrichshafen 20. Dezember 1943 Wurde per Bahn nach Griechenland verlegt und der 22. S-Flottille unterstellt. Es wurde am 21. September 1944 vor dem Rückzug von der Besatzung im Hafen von Paleo Faliro zerstört. LS 9 Dornier-Werke in Friedrichshafen 20. Januar 1944 Wurde per Bahn nach Griechenland verlegt und der 22. S-Flottille unterstellt. Es wurde am 21. September 1944 vor dem Rückzug von der Besatzung im Hafen von Paleo Faliro zerstört. LS 10 Dornier-Werke in Friedrichshafen 27. Januar 1944 Wurde per Bahn nach Griechenland verlegt und der 22. S-Flottille unterstellt. Es wurde am 14. Oktober 1944 vor Volos bei einem Luftangriff versenkt. LS 11 Dornier-Werke in Friedrichshafen 18. Mai 1944 Wurde per Bahn nach Griechenland verlegt und der 22. S-Flottille unterstellt. Es wurde am 21. September 1944 vor dem Rückzug von der Besatzung im Hafen von Paleo Faliro zerstört. LS 12 Dornier-Werke in Friedrichshafen 12. Juli 1944 Wurde 1945 nach dem Krieg von der Sowjetunion übernommen und später abgebrochen. LS 13 Dornier-Werke in Friedrichshafen unbekannt Wurde nicht vor Kriegsende fertiggestellt. Danach wurde es von Frankreich übernommen und in der Werft fertiggebaut. Weiterer Verbleib unbekannt. LS 14 Dornier-Werke in Friedrichshafen unbekannt Wurde nicht vor Kriegsende fertiggestellt. Danach wurde es von Frankreich übernommen und in der Werft fertiggebaut. Weiterer Verbleib unbekannt. LS 15 Dornier-Werke in Friedrichshafen unbekannt Wurde nicht vor Kriegsende fertiggestellt. Danach wurde es von Frankreich übernommen und in der Werft fertiggebaut. Weiterer Verbleib unbekannt. LS 16 Dornier-Werke in Friedrichshafen unbekannt Wurde nicht vor Kriegsende fertiggestellt. Danach wurde es von Frankreich übernommen und in der Werft fertiggebaut. Weiterer Verbleib unbekannt. LS 17 Dornier-Werke in Friedrichshafen unbekannt Wurde nicht vor Kriegsende fertiggestellt. Danach wurde es von Frankreich übernommen und in der Werft fertiggebaut. Weiterer Verbleib unbekannt. LS 18 Dornier-Werke in Friedrichshafen unbekannt Wurde nicht vor Kriegsende fertiggestellt. Danach wurde es von Frankreich übernommen und in der Werft fertiggebaut. Weiterer Verbleib unbekannt.
16 weitere Einheiten (LS 19–LS 34) wurden geordert, die Bestellung wurde jedoch 1944 storniert.
Literatur Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945, Bd. 2: Torpedoboote, Zerstörer, Schnellboote, Minensuchboote, Minenräumboote. Bernard & Graefe Verlag, Koblenz 1983, ISBN 3-7637-4801-6. Peter Schenk: Kampf um die Ägäis. Die Kriegsmarine in griechischen Gewässern 1941–1945. Verlag Mittler & Sohn, Hamburg 2000, ISBN 3-8132-0699-8.
Weblinks Greek divers find rare Nazi fast-attack boat bei divernet.com Rare WWII German Torpedo Boat Discovered Off Greece bei greekreporter.com Leichte Schnellboote bei german-navy.de Liste: Leichte Schnellboote bei german-navy.de LS 6 — The ghost of the Ionian Sea, sunk in 1943 bei ww2wrecks.com Die Schnellboot-Seite bei s-boot.net
Einzelnachweise
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