Eduard Wagner (* 17. November 1861 in St. Katharinaberg;Eintrag im Geburtsregister † 1946) war ein sudetendeutscher Heimatforscher und Autor, der vor allem durch seine umfassenden Arbeiten zur Regionalgeschichte von Aussig und des sudetendeutschen Grenzraumes bekannt wurde.
Leben und Wirken Eduard Wagner wurde im böhmischen Erzgebirge als Sohn des Fleischhauermeisters Franz Wagner geboren, lebte und wirkte ab 1885Verordnungsblatt für das Volksschulwesen im Königreiche Böhmen. 1886, S. 121. als Lehrer,Aussiger Anzeiger von 24. September 1898, S. 10. später als Oberlehrer und zuletzt als Schuldirektor in der Stadt Aussig, die sich in der Zwischenkriegszeit zu einem industriellen und kulturellen Zentrum der deutschen Bevölkerung in der Tschechoslowakischen Republik entwickelt hatte. Er widmete sich seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert intensiv der Erforschung der lokalen Geschichte, Geographie und Infrastruktur des Elbetals sowie des angrenzenden Erz- und Böhmischen Mittelgebirges. 1923 veröffentlichte er den ersten Band seines Hauptwerkes Aussig. Ein Heimatbuch. Im Gegensatz zu rein chronikalischen Darstellungen älterer Epochen wählte Wagner einen interdisziplinären Ansatz, der auch die moderne Stadtplanung, wirtschaftliche Entwicklungen und die Entstehung neuer Stadtteile wie Kleische (Klíše) und Schönpriesen (Krásné Březno) detailliert dokumentierte.
Zudem begründete Wagner eine regionale Schriftenreihe, die er von 1921 bis 1938 im Auftrag des Aussiger-Karbitzer Lehrervereins unter dem Titel Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes herausgab. Nach der Angliederung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich infolge des Münchner Abkommens 1938 führte er diese Publikation von 1939 bis 1944 unter dem Titel Beiträge zur Heimatkunde des Elbetales fort. Die Hefte umfassten archäologische, statistische und volkskundliche Beiträge der Region.
Neben seiner publizistischen Tätigkeit war Wagner Funktionär im Tourismus- und Vereinswesen. Er arbeitete eng mit dem Geographen Franz Umlauft und dem Pädagogen Josef Brechensbauer zusammen. Für den 1920 gegründeten Hauptverband deutscher Gebirgs- und Wandervereine in der Tschechoslowakischen Republik (Sitz Aussig) redigierte Wagner im Jahr 1930 gemeinsam mit Brechensbauer die offizielle Fest- und Gedenkschrift zum zehnjährigen Bestehen des Dachverbandes, der unter anderem den Erzgebirgskammweg betreute.
Außerdem war Wagner auch im Aussiger-Karbitzer Lehrerverein aktiv.
Schriften (Auswahl) Die chemische Fabrik in Aussig. In: Erzgebirgs-Zeitung 19 (1898), S. 107–111. Aussig. Ein Heimatbuch. Teil 1: Die Geschichte der Stadt. Becker-Verlag, Aussig 1923. Teil 2: Die topographische und infrastrukturelle Beschreibung. Becker-Verlag, Aussig 1924. Teil 3: Die Monographie über den Stadtteil Kleische. Becker-Verlag, Aussig 1927. Teil 4: Die Monographie über den Industriestandort Schönpriesen. Becker-Verlag, Aussig 1927. (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. Schriftenreihe, Aussig 1921–1938. (Hrsg.): Beiträge zur Heimatkunde des Elbetales. Schriftenreihe, Aussig 1939–1944. mit Josef Brechensbauer (Hrsg.): Gedenkschrift des Hauptverbandes deutscher Gebirgs- und Wandervereine in der Tschechoslowakischen Republik, Sitz Aussig aus Anlaß seines zehnjährigen Bestandes 1920–1930, Teplitz-Schönau 1930. Geleitwort. In: Sudetenland. Berlin 1940.
Literatur Franz Umlauft: Die Heimatforschung im Aussiger Bezirk. In: Beiträge zur Heimatkunde des Elbetales. Band 20, Aussig 1942. Franz Umlauft: Eduard Wagner und Aussig, Heimatschriftsteller, Schulmann. In: Aussiger Bote. 1954, H. 11, S. 357f. † Direktor Eduard Wagner, Heimatdichter (Erinnerung zum 16. Todestag). In: Aussiger Bote. 1962, H. 2, S. 67.
Einzelnachweise
Kategorie:Heimatforscher (Sudetenland) Kategorie:Person (Königreich Böhmen) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1861 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Ústí nad Labem)