mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Kopfstreifen-Rundohrblattnase Die Kopfstreifen-Rundohrblattnase (Tonatia saurophila) ist ein in Mittel- und Südamerika verbreitetes Fledertier in der Familie der Blattnasen. Sie bildet zusammen mit der Großen Rundohrblattnase die Gattung Tonatia. Das Typusexemplar war ein Fossil, das in einer Höhle nahe der Stadt Balaklava auf Jamaika gefunden wurde.
Unterarten und Verbreitung Es werden drei Unterarten unterschieden: T. s. saurophila, ausgestorbene Population auf Jamaika. T. s. bakeri, hat eine Population im Bundesstaat Chiapas in Mexiko, die sich über das östliche Guatemala bis in den Norden von Honduras fortsetzt. Eine weitere Population reicht vom südwestlichen Nicaragua über die Küstenregionen Costa Ricas und Panama bis in den Westen von Kolumbien und den Nordwesten von Ecuador. T. s. maresi, ist auf der anderen Seite der kolumbianischen Gebirge sowie im Norden des Landes verbreitet und lebt weiter über Venezuela, Trinidad und Tobago, die Region Guyanas und das östliche Peru bis ins nördliche und östliche Brasilien sowie bis in den Norden von Bolivien.
Merkmale Diese mittelgroße und kräftig gebaute Blattnase erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 57 bis 88 mm, eine Schwanzlänge von 13 bis 20 mm und ein Gewicht von 23 bis 29 g. Es sind 55 bis 60 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 13 bis 18 mm Länge und 29 bis 35 mm lange Ohren vorhanden. Oberseits ist graubraunes bis dunkelbraunes Fell vorhanden, während die Unterseite leicht heller ist. Der namensgebende helle Streifen auf der Stirn ist nicht bei allen Exemplaren gut ausgeprägt. Abweichend zu einigen nahe verwandten Fledermäusen sind die Schnauze, die Ohren, die Unterarme, die Beine und die Füße nicht nackt. Typisch für den Kopf sind kleine braune Augen und Ohren, die sich bei Untersuchungen per Hand nicht zusammenrollen lassen. Der kurze Schwanz ist in die Schwanzflughaut eingebettet. Die untere Kante des Nasenblatts liegt nah an der Oberlippe, was wie ein nahtloser Übergang aussieht. Wie bei allen Lanzennasen ähnelt der obere Teil des Nasenblatts einer dreieckigen Lanze. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 16 Chromosomen (2n=16).
Lebensweise Die Kopfstreifen-Rundohrblattnase hält sich meist im Hügel- und Bergland zwischen 50 und 1200 Meter Höhe auf. Als Habitat dienen tropische Regenwälder, andere feuchte Wälder, Sümpfe, trockene Wälder, Dornstrauchsavannen wie Caatinga, die Feuchtsavanne Cerrado und es wird Ackerland besucht. Soweit bekannt besteht die Nahrung aus Früchten, Spinnentieren, Heuschrecken, Käfern, Gleichflüglern und Zweiflüglern, die möglicherweise mit kleinen Wirbeltieren wie Echsen komplettiert werden. Die Art folgt gern den Rufen von Zikaden und den Warnrufen anderer Fledermäuse. Bei der Nahrungssuche wird oft über Wasserläufen oder Waldschneisen geflogen.
Die nachtaktive Fledermaus ruht am Tage in Höhlen, verlassenen Bergwerken und Baumlöchern. Manchmal wird das Versteck mit anderen Fledermäusen geteilt. Ob einzeln oder in Kolonien geschlafen wird, ist nicht bekannt. Jeder Wurf enthält ein Neugeborenes. In Peru waren Weibchen im Juli trächtig. Eine andere Studie konnte eine Fortpflanzungszeit zu Beginn der Regenzeit und eine weitere nach der Mitte der Regenzeit feststellen.
Gefährdung Regional wirken sich Landschaftsveränderungen negativ aus. Aufgrund der weiten Verbreitung und dem Vorhandensein von verschiedenen Schutzzonen wird die Kopfstreifen-Rundohrblattnase von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) gelistet.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Blattnasen