Ferdinand Stucken (* um 1822 in Minden; † 1879) war ein deutscher Genre- und Porträtmaler der Düsseldorfer SchuleMuseum Kunstpalast: Künstler und Künstlerinnen der Düsseldorfer Malerschule (Auswahl, Stand: November 2016, PDF) sowie Fotograf und Gründer eines Taubstummen-Vereins.

Leben Wie sein neunjähriger Bruder Georg kam Ferdinand Stucken 1830 im Alter von acht Jahren in die königliche Taubstummen-Anstalt nach Berlin. Dort lebten sie bei dem Taubstummenlehrer Carl Heinrich Wilke (1800–1876) in Pension. Während Georg nach fünfjährigem Unterricht und Konfirmation nach Minden zurückkehrte, eine kaufmännische Ausbildung erhielt, Branntwein-Destillateur wurde und eine Familie gründete, ging Ferdinand für ein Malereistudium nach Düsseldorf. An der Kunstakademie Düsseldorf unterrichtete ihn in den Jahren 1847/1848 der Historien- und Porträtmaler Karl Ferdinand Sohn, der ihn mit guten Benotungen zum Bildnismaler ausbildete.„Stucken / Fr. [Friedrich] / BR 0004 Nr. 1559 / 149V / 1847 / 2. Klasse / Sohn, Karl / Minden / Deutschland / 26 / Bildnismaler / gut / gut / gut“. In: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen: Findbuch 212 01 04: Schülerlisten der Kunstakademie Düsseldorf (PDF) Er erlernte auch die Fotografie.

1850 emigrierte Stucken in die Vereinigten Staaten. Dort zog er als Maler umher.Schoharie County Historical Review. 1958, S. 6 Er machte dabei die Bekanntschaft mit dem damaligen Rechtsanwalt und Politiker Abraham Lincoln. Ein Bildnis von dessen Sohn William Wallace Lincoln, datiert und signiert 1852, wird Stucken zugeschrieben.Auktionshaus Bergmann: Kat.-Nr. 623 Stucken Ferdinand, Webseite im Portal auktion-bergmann.de, abgerufen am 13. September 2026 Zuletzt hatte er eine Adresse am Broadway in ManhattanCollections of the New-York Historical Society for the Year 1943. New York City 1943, S. 144 und stellte in der National Academy of Design aus.Stucken, Ferdinand. In: Peter H. Falk: Who Was Who in American Art 1564–1975. 400 Years of Artists in America. Band 3: P–Z. Sound View Press, 1999, S. 3211

1857/1858 kehrte Stucken nach Minden zurück und betätigte sich hauptsächlich als Porträtfotograf. Außerdem engagierte er sich im Taubstummenwesen. Er nahm an mehreren Taubstummen-Kongressen teil und gründete in Minden einen Taubstummen-Verein. Als er 1879 an den Folgen einer Darmverschlingung starb, hinterließ er ein Vermögen von 50.000 Mark.August Schenck: Die taubstummen Koryphäen einer in nächster Zeit jubilirenden Anstalt. In: Taubstummen-Courier. VI. Jahrgang, Nr. 10 (1. Oktober 1888), S. 112 f. (Google Books)

Literatur

Weblinks Ferdinand Stucken, Eintrag im Portal fotorevers.eu (Lexikon der Fotografen) Ferdinand Stucken: Mädchenporträt vor stilisierter Flusslandschaft, Auktionsresultat im Portal auctionet.com

Einzelnachweise

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