Carl Leo Nonn (* 9. Oktober 1914 in Bitburg; † 2. Dezember 1991 in Seligenstadt) war ein deutscher Generalarzt des Heeres der Bundeswehr.

Leben Nonn, Sohn eines Rendanten und Sparkassen-Direktors, studierte von Mai 1933 bis März 1935 Humanmedizin an den Universitäten in Bonn, Heidelberg und Würzburg. Vom April bis September 1935 absolvierte er den Reichsarbeitsdienst. Er trat am 1. April 1936 als Sanitätsoffizier-Anwärter und Fahnenjunker im Sanitätsdienst bei der 6. Kompanie des Infanterie-Regiment 55 in Würzburg in die Wehrmacht ein. In dem Verband diente er bis September 1936. Von Oktober 1936 bis April 1939 setzte er sein Medizinstudium an der Militärärztlichen Akademie in Berlin fort, unterbrochen 1937 von einem Besuch der Kriegsschule Hannover. Im April 1939 wurde er Unterarzt, war von April bis August 1939 am Standortlazarett Regensburg sowie Hilfsarzt im Infanterie-Regiment 55 und im Pionier-Bataillon 10. Am 28. April erfolgte die Approbation zum Arzt, am 1. August 1939 die Ernennung zum Assistenzarzt und am 1. September 1939 die Promotion zum Doktor der Medizin.Bradley et al. 2005 a. a. O.Range 2013 a. a. O.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 war Nonn bis April 1940 Truppenarzt in der chirurgischen Abteilung der Sanitäts-Kompanie 2/10 motorisiert, von April bis Juli 1940 Abteilungsarzt der Aufklärungs-Abteilung 10, von August bis Mitte Oktober 1940 Chirurg in der Sanitäts-Kompanie 2/10 motorisiert, von Mitte Oktober 1940 bis Mai 1941 Adjutant und Truppenarzt beim Divisionsarzt der 10. Infanterie-Division motorisiert, wo er im Februar 1941 Oberarzt wurde, von Mai bis Oktober 1941 Adjutant und Truppenarzt beim Panzergruppenarzt 2 (Panzergruppe Guderian), von Oktober 1941 bis Juli 1942 Adjutant des Armeearztes im Armeeoberkommando der 2. Panzerarmee, wo er im Februar 1942 Stabsarzt wurde, im August 1942 Kompaniechef der Sanitäts-Kompanie 2/84, von September bis Oktober 1942 Chirurg in der chirurgischen Abteilung im Kriegslazarett 2/605, vom Oktober 1942 bis Februar 1945 Erster Generalstabsoffizier des Heeresgruppenarztes der Heeresgruppe Mitte, von Februar bis Mai 1945 Leitender Sanitätsoffizier im Stab des Versorgungsabschnitts A, vom 11. bis 23. Mai 1945 Mitglied der Kommission im Stab des Oberkommandos von General Dwight D. Eisenhower und von Mai bis August 1945 in Kriegsgefangenschaft der Vereinigten Staaten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft war Nonn von September 1945 bis Januar 1953 Assistenzarzt an der Chirurgischen und Neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn und dabei vom 20. November bis 3. Dezember 1951 Chefarzt des Lazarettzuges Italien im Auftrag des Auswärtigen Amtes. Am 19. August 1953 wurde er Facharzt für Chirurgie, war von Februar bis Dezember 1953 selbständiger Facharzt in Andernach, von Januar bis Dezember 1954 Leitender Chefarzt am Hospital des Deutschen Roten Kreuzes in Pusan in Südkorea, das er nach dem Koreakrieg wiederaufbaute, war von Januar bis Juli 1955 wieder selbständiger Facharzt in Andernach und von Juli bis Dezember 1955 Mitarbeiter im Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Bonn.

Am 2. Januar 1956 trat Nonn als Stabsarzt in die Bundeswehr ein, wurde im März 1956 zum Oberstabsarzt ernannt und war zunächst bis Oktober 1957 als Dezernent für Sanitätswesen im Truppenamt in Köln tätig. Von November 1957 bis März 1958 war er Referent für Lazarettwesen im Wehrmedizinischen Institut in Bonn, von April 1958 bis September 1962 Referent in der Inspektion des Sanitäts- und Gesundheitswesens I 6, später II 2, im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn, wo er im März 1959 Oberfeldarzt wurde, von Oktober 1962 bis März 1965 Divisionsarzt der 2. Panzergrenadierdivision und zugleich Bataillonskommandeur des Sanitätsbataillons 2 in Marburg, von April 1965 bis September 1968 Leitender Sanitätsoffizier beim Deutschen Bevollmächtigten Vertreter Mitte in Heidelberg, wo er im August 1966 Oberstarzt wurde, und von Oktober 1968 bis September 1971 Leiter der Spezialstabs Auswertung, Truppenversuch und Vorschriften sowie stellvertretender Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München.

Im Oktober 1971 wurde Nonn Chefarzt des Bundeswehrzentralkrankenhauses Koblenz und zum Generalarzt ernannt. Mit Ablauf des März 1975 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Nonn war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Auszeichnungen 1940: Eisernes Kreuz II. Klasse 1943: Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern I. Klasse 1973: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Siehe auch Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Generalarzt (Heer der Bundeswehr) Kategorie:Person (Bundesministerium der Verteidigung) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Vereinigten Staaten Kategorie:Stabsarzt (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1991 Kategorie:Mann