mini|Adolph Ribbing, Portraitbild von Lorentz Svensson Sparrgren. Adolph Ludvig Ribbing, später Adolph de Leuven genannt (* 10. Januar 1765 in Stockholm, Schweden; † 1. April 1843 in Paris, Frankreich), war ein schwedischer Graf und Politiker. Er war an dem 1792 verübten Attentat auf den schwedischen König Gustav III. maßgeblich beteiligt.

Biographie Frühe Jahre Adolph Ribbing war der Sohn von Graf Fredrik Ribbing (1721–1783) und Eva Helena Löwen (auch: de Leuven; 1743–1813). Er verbrachte seine Kindheit am schwedischen Königshof, da seine Mutter eine bekannte Persönlichkeit der Gesellschaft und eine persönliche Freundin sowohl von Königin Luise Ulrike von Preußen als auch von König Gustav III. von Schweden war. Er erhielt eine militärische Ausbildung in Berlin und Paris und wurde Mitglied der schwedischen Leibgarde.

Attentat auf Gustav III. In den 1780er Jahren geriet Ribbing in Konflikt mit dem Monarchen Gustav III. Seine Feindseligkeit wurde dadurch geschürt, dass der König Charlotta Eleonora De Geer – in die Ribbing verliebt war – mit Graf Hans Henrik von Essen verheiratete. Die Verlobung stieß bei Hofe auf breite Ablehnung, da man Sympathien für die beliebte Augusta von Fersen hegte, deren langjähriger Liebhaber von Essen gewesen war; Ribbing forderte von Essen daraufhin zum Duell. Ribbing verletzte von Essen bei dem Duell, das 1788 stattfand. Der Vorfall löste einen Skandal aus und wurde als Verbrechen gegen den König gewertet. Ribbing wurde zur Garnison von Schloss Vaxholm versetzt, was er als Kränkung empfand, weshalb er aus der Armee ausschied.

Ribbing beteiligte sich an den politischen Auseinandersetzungen im Reichstag und fungierte als einer der Anführer der Opposition gegen die zunehmend autokratische Politik des Königs, wie sie sich etwa in der neuen Verfassung, der sogenannten „Unions- und Sicherheitsakte.“ Gustav ließ die Führer der Adelspartei verhaften und setzte mit Hilfe der übrigen Stände diese neue Verfassung durch, welche die alte Verfassung von 1772 teilweise änderte. So erhielt der König das Recht, auch ohne Einwilligung der Stände einen Krieg zu beginnen, und die unbedingte Verfügung über die Staatseinkünfte, während der Bürgerstand Zugang zu den meisten Ämtern erhielt und den Adligen beim Grunderwerb gleichgestellt wurde.

Anfang 1792 schloss Ribbing sich der Verschwörung zur Ermordung von König Gustav an. Er diente als Verbindungsmann zwischen dem Anführer der Verschwörung, Carl Fredrik Pechlin, und den beiden Männern, die sich freiwillig für die Ausführung des Mordes gemeldet hatten: Clas Fredrik Horn und Jacob Johan Anckarström. Als sich Anckarström, Horn und Ribbing am Nachmittag des 16. März trafen, um ihre Pläne zu finalisieren, geschah dies im Haus von Ribbings Geliebter, Louisa Hierta. An jenem Abend besuchten die drei Verschwörer einen Maskenball im Royal Opera House; dort schoss entweder Anckarström oder Ribbing (der sich später im Exil damit brüstete)Claes Rainer: Sofia Magdalena: kärlek, revolutioner och mord. Bokförlaget Langenskiöld. 2021, ISBN 978-91-986249-1-5, S. 313–314. auf den König und verletzte ihn.Erik Lönnroth: Adolph L Ribbing. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 30, S. 130 (schwedisch, sok.riksarkivet.se).

Ribbing wurde wenige Tage nach dem Attentat festgenommen und gestand seine Beteiligung an der Verschwörung. Im Mai 1792 wurde er zum Tode verurteilt und seines Adelsstandes enthoben, doch der Regent Herzog Karl (der spätere König Karl XIII.) wandelte das Urteil in eine Verbannung um.

Exil Im August 1792 wurde Ribbing nach Dänemark ausgewiesen; von dort aus begab er sich nach Frankreich. Trotz seiner Begeisterung für die Französische Revolution beunruhigte ihn die aufkommende Terrorherrschaft, weshalb er Frankreich verließ. Er zog zunächst in die Schweiz – wo er eine Affäre mit der berühmten Schriftstellerin Germaine de Staël hatte – und anschließend zurück nach Dänemark. Bis 1796 hatte sich die Lage in Frankreich so weit beruhigt, dass Ribbing nach Paris zurückkehren konnte. Er nahm den Geburtsnamen seiner Mutter, de Leuven, an und führte in den folgenden neunzehn Jahren ein ruhiges, unpolitisches Leben; in dieser Zeit heiratete er Adèle Billard, die Tochter des Arztes Jean Pierre Billard.

Als bekannter Königsmörder fühlte sich Adolph de Leuven (wie er sich nun nannte) während des konterrevolutionäre „Weißen Terrors“ mit der Restauration der französischen Monarchie von 1815 nicht sicher. Er verließ Frankreich erneut, diesmal in Richtung Brüssel, wo er als Journalist für die radikale Zeitung Le Vrai Libéral arbeitete. Seine Beiträge für dieses Blatt zogen ihm die Feindschaft des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. zu, der die Niederlande 1820 dazu bewog, ihn auszuweisen. Er kehrte nach Frankreich zurück – wo die Verfolgung von Radikalen seit 1815 nachgelassen hatte – und setzte seine journalistische Tätigkeit im linken Spektrum fort, nun für Le Courrier français. Im Jahr 1830 beteiligte er sich im Alter von 65 Jahren aktiv an der Julirevolution, die das reaktionäre Regime der Bourbonen-Restauration stürzte und die liberale Julimonarchie etablierte. Er starb 1843.

Sein Sohn und Namensvetter Adolphe de Leuven war ein bekannter Dramatiker und Theaterdirektor.

Literatur Ribbing, 10. Ribbing, Adolf Ludvig. In: Nils Bohman, Torsten Dahl (Hrsg.): Svenska män och kvinnor: biografisk uppslagsbok. Band 6: P–Sheldon. Bonnier, Stockholm 1949, S. 267–268 (schwedisch, runeberg.org). Kungamordet. In: Carl Grimberg: Svenska folkets underbara öden. Band 7: Gustav III:s och Gustav IV Adolfs tid. Norstedt, Stockholm 1922, S. 455–479, hier S. 461–462 (schwedisch, runeberg.org).

Erik Lönnroth: Adolph L Ribbing. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 30, S. 130 (schwedisch, sok.riksarkivet.se).

Einzelnachweise

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