Das Scheideggwetterhorn ist ein Berg in den Berner Alpen. Er liegt im Schweizer Kanton Bern und hat eine Höhe von 3.360 m ü. M. Durch seine bis 1400 m hohe Nordwand führen mehrere alpin-historisch bedeutende Kletterrouten.
Lage Das Scheideggwetterhorn liegt etwa 5,5 km östlich von Grindelwald, direkt oberhalb der Großen Scheidegg. Es ist der vorgeschobene Nordpfeiler der von Nordwest nach Südost ausgerichteten Wetterhorngruppe, die aus den Bergen Wetterhorn, Mittelhorn und Rosenhorn besteht. In Nordost-Südwestrichtung bildet das Scheideggwetterhorn den Ostpfeiler des bekannten „Dreigestirns“ aus Eiger, Mönch und Jungfrau.
Geologie Das Scheideggwetterhorn wurde bei der Hauptüberschiebung der helvetischen Decken gebildet. Bei der alpidischen Gebirgsfaltung wurde die Axen-Decke (helvetische Kalk-Sedimente, siehe) von ihrem kristallinen Untergrund abgeschert und in Form einer Abscherungsdecke nach Nordwesten über die „unverrückten“ (parautochthone) Einheiten des Aarmassivs und seiner Sedimenthülle hinweg verschoben. An der Scheideggwetterhorn-Nordwand (wie auch an der benachbarten Eiger-Nordwand) lässt sich das Abtauchen der Überschiebung von einer horizontalen in eine nahezu vertikale Lagerung gut ablesen ( und hier insbesondere das Bild auf Seite 4). Das Scheideggwetterhorn besteht einerseits aus Kalkgesteinen des Oberjuras und der Unterkreide (150 – 120 Millionen Jahre) und andererseits aus Gesteinen der Axen-Decke, genauer aus mergeligen Schiefern des Mitteljuras (180 Millionen Jahre).
Alpinismus Das Scheideggwetterhorn bricht nordseitig in eine etwa 1300 bis 1400 m hohen Wand zur Grossen Scheidegg ab. In der unteren Hälfte der Wand befinden sich eine Anzahl abschüssiger Bänder, die durch Steilstufen voneinander getrennt sind. Darüber liegt ein nahezu senkrechter Wandteil, der nur auf seiner Ostseite eine gewisse Gliederung aufweist. Für das Scheideggwetterhorn ist nur die Durchsteigung dieser Wand alpinistisch von Bedeutung, da der Gipfel selbst lediglich ein nördlich vorgelagerter Ausläufer des Wetterhorns ist.
In den 1920er Jahren wurde immer wieder versucht, die Scheideggwetterhorn-Nordwand zu durchsteigen. Am 9. September 1929 fanden schliesslich Nelville S. Finzi, Franz Biner und Joseph Knubel einen direkten Durchstieg von der Grossen Scheidegg zum Gipfel des Scheideggwetterhorns.
Der Westpfeiler wurde in zwei Etappen erstbegangen: Der obere Teil des Pfeilers (ab der Paragäzischulter) wurde bereits am 24. Juni 1945 von Edwin Krähenbühl und Jakob Pargätzi erstbegangen. Mit der Erstbegehung der 30 m hohen, praktisch nicht absicherbaren „Pargätziverschneidung“ setzte sich der Berner Bergführer ein alpinistisches Denkmal (Körperriss in Schwierigkeitsgrad VI- bis VI; heute steckt der einzige Haken nach etwa 10–15 m). Der untere Wandteil des Westpfeilers wurde vom 4. bis 5. August 1970 von Paul von Känel und Hans-Peter Trachsel erstbegangen (Topo siehe). Der gesamte Westpfeiler zählte lange Zeit zu den schwersten und anspruchsvollsten Anstiegen der Schweiz. Die Direkte Nordwand wurde am 12. und 13. August 1954 von Max Niedermann und Seth Abderhalden erstbegangen. Walter Pause schreibt in seinem Buch Im extremen Fels: „Die Durchsteigung der direkten Nordwandführe gehört zu den schwierigsten, längsten … Anstiegen dieses Buches“. Sepp Gwiggner, der alle „Pausetouren“ kletterte, bestätigte Pauses Einschätzung. Die Direkte Nordwand gehört seiner Meinung nach zu den anspruchsvollsten Routen des Buchs.
Hütten Glecksteinhütte Hotel Grosse Scheidegg
Weblinks
Bericht einer Begehung des direkten Westpfeilers (engl.) Bericht einer Begehung der direkten Nordwand
Einzelnachweise
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