Peter Christoph Schlabatius (auch Schlabatz oder Schlabazio; * um 1565 in St. Wendel; † 15. Oktober 1619 in Salzburg) war ein deutscher Jurist, kaiserlicher Notar und Verwaltungsbeamter. Er erlangte historische Bedeutung als Landvogt der Grafschaft Vaduz, Kanzler des Hochstifts Freising sowie als Hofrat im Erzstift Salzburg.

Leben Herkunft und Ausbildung Schlabatius wurde um 1565 im saarländischen St. Wendel geboren. Sein Vater Johann Schlabatz stand dort als Schultheiß im Dienst der Kurfürsten von Trier. Schlabatius genoss eine für seine Zeit außergewöhnlich breite, internationale Ausbildung. Er besuchte das Protestantische Gymnasium Hornbach in der Pfalz. Im Anschluss wechselte er an die Hohe Schule in Pont-à-Mousson in Lothringen und studierte anschließend Rechtswissenschaften an den Universitäten Trier und Universität Freiburg im Breisgau. Im Jahr 1587 wurde er in Freiburg zum Doktor beider Rechte promoviert.

Laufbahn und Wirken in Vaduz Nach seiner Promotion war Schlabatius zunächst am Reichskammergericht Speyer tätig. Später trat er in den Dienst des Grafen Karl Ludwig zu Sulz. Dieser setzte ihn um 1594 als Obervogt im schwäbischen Waldburg und schließlich als Landvogt der Grafschaften Vaduz und Schellenberg ein.

Gemeinsam mit seinem Landschreiber, Johann Jakob von Beck und dem lokalen Amtmann Adam Schierscher, übernahm er die bereits von dem Vorgänger Christmann Braun begonnene modernisierte Verwaltung und die Gerichtsbarkeit der Region. In seine Amtszeit fällt zudem ein tiefgreifender konfessioneller Wandel, da Schlabatius tatkräftig die Gegenreformation in der Grafschaft Vaduz vorantrieb.

Rolle bei den Hexenprozessen Als Vorsitzender des Malefizgerichts trug Schlabatius gemeinsam mit Johann Jakob von Beck die juristische und politische Verantwortung für eine Reihe von Hexenprozessen zwischen 1597 und 1600. In dieser ersten großen Verfolgungswelle auf dem Gebiet des heutigen Liechtenstein wurden mindestens elf Personen wegen angeblicher Hexerei verurteilt und hingerichtet durch Verbrennen. Namentlich überliefert sind noch zwei Frauen, da die Akten großteils vernichtet wurden: Greta Lorenzin (eine gebürtige Montafonerin, die in Balzers lebte) und Ursula Tannerin (eine gräfliche Dienerin).

Spätere Ämter und Tod Im Jahr 1603 ernannte ihn Kaiser Rudolf II. zum Notarius publicus. Später berief ihn der Fürstbischof von Freising zu seinem Kanzler. In seinen letzten Lebensjahren stand Schlabatius als Hofrat im Dienst des Salzburger Fürstbischofs Markus Sittikus von Hohenems. Er verstarb am 15. Oktober 1619 in Salzburg, sechs Tage nach seinem Dienstherrn.

Ein Verwandter des Bischofs, Ferdinand Karl von Hohenems zeichnete daraufhin nur wenige Jahre darauf für die nun noch zahlreicheren unmenschlichen Hexenverbrennungen am einstigen Wirkungsort des Schlabatius und von Becks verantwortlich.

Familie Schlabatius heiratete 1590 Barbara Krauss, eine Kaufmannstochter aus Freiburg im Breisgau, mit der er fünf Kinder hatte. Sein in Vaduz geborener Sohn Rudolf Schlabatius schlug ebenfalls eine juristisch-geistliche Laufbahn ein und wurde später Offizial des Bischofs von Basel.

Literatur Karl Heinz Burmeister: Christmann Braun, Peter Christoph Schlabatius und Johann Jakob Beck, Oberamtleute in Vaduz. In: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein. Band 100, Vaduz 2001, S. 131–182. Arthur Brunhart: Schlabatius (Schlabatz), Peter Christoph. In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein (eHLFL).

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