Horst Peter Meyer (* 9. Juli 1947 in Weimar) ist ein deutscher Maler, Grafiker und Aphoristiker.
Leben und Werk Meyer absolvierte eine Berufsausbildung als Tapezierer mit Abitur und arbeitete von 1966 bis 1968 als Theatermaler und 1966 bis 1968 als Restauratoren-Gehilfe. Von 1967 bis 1973 studierte er bei Horst Jokusch, Herbert Kunze, Gerhard Kettner und Hans Mroczinski an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK). Seitdem arbeitet er als freischaffender Künstler, erst in Dresden, dann in Weimar und seit Mitte der 2010er Jahre in Apolda. Von 1974 bis 1982 hatte er an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar einen Lehrauftrag für Aktzeichnen und Malen. Nach 1978 gehörte Meyer zu den Mitveranstaltern der Reihe „Musik und Grafik“ an der Hochschule für Musik Weimar. Von 1977 bis 1980 war er Meisterschüler von Paul Michaelis an der HfBK.
Meyer war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er war Mitglied der Zentralen Sektionsleitung Maler und Grafiker und übte ab 1975 Leitungsaufgaben im Bezirksverband Erfurt aus. Er hatte im In- und Ausland eine außerordentlich große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, in der Zeit der DDR u. a. von 1977 bis 1988 an der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden, 1981 an der III. Quadriennale für Kleingrafik in Banská Bystrica, 1985 an der Internationalen Messe für Gegenwartskunst (ICAF) in London, 1985 in Lublin an der Internationalen Triennale Kunst gegen den Krieg und 1986 an der 8. Internationalen Grafik-Triennale in Frechen und an der I. Triennale der Jahresausstellung in Toronto. Arbeiten Meyers wurden u. a. über den Staatlichen Kunsthandel der DDR verkauft.
Seit der deutschen Wiedervereinigung schuf Meyer viele originalgrafische Künstlerbücher, allein bis 2011 elf als abgeschlossene Reihe, außerdem 20 unikate Bücher, für die er eigens künstlerisch gestaltete Kassetten fertigte. Zudem betätigt Meyer sich erfolgreich als literarischer Autor, vor allem als Aphoristiker. Die Texte veröffentlicht er in seinen Büchern und bis 2012 unter der Rubrik Kunststückchen in der Thüringer Allgemeinen. „Meyers Texte sind keine einfache Kost. Aber einmal mit diesen assoziationsreichen Wortfolgen vertraut, kann die Lektüre auch amüsant sein. In kunstvoller Verschachtelung müssen die Texte mehrfach und vielleicht auch laut gelesen werden, dann erst offenbaren sie ihre Vieldeutigkeit von bitter bis humorvoll.“
Meyer ist Mitglied der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V. 2026 widmete das Grafikmuseum Stiftung Schreiner in Bad Steben ihm eine erste Werkschau.
Rezeption „… hat in über sechs Jahrzehnten eines der bemerkenswertesten druckgrafischen Œuvres der Gegenwartskunst Mitteldeutschlands geschaffen … Meyers Œuvre kreist unablässig um den Menschen – nicht als Idealbild, sondern als eine von Krisen, Brüchen und Nöten gezeichnete Existenz in einer sich auflösenden Welt. Was seine Arbeiten dabei vor dem Zynismus bewahrt, ist ein unübersehbares Zeichen der Humanität: Ironie und Humor, die bei aller Schärfe des Blickes noch Raum für Hoffnung lassen.“
Seine Werke „zählten stets zu denen, die jenseits der offiziellen Doktrin mit künstlerischer Verve und Mut die Verhältnisse in der DDR reflektierten. Widerborstig und selbstbewusst ist seine Kunst auch im veränderten politischen Alltag diesem Geiste treu geblieben.“
Ehrungen (Auswahl)
1976: Medaille für Verdienste im künstlerischen Volksschaffen der DDR 1980: Preis der Ausstellung Junge Künstler der DDR in Frankfurt/Oder 1980: Förderpreis des Staatlichen Kunsthandels der DDR im Wettbewerb 100 ausgewählte Grafiken 2024: Wolfgang Schreiner-Stiftungspreis für Druckgrafik
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Meyers (unvollständig)
Altenburg: Lindenau-Museum Beeskow: Kunstarchiv Beeskow Chemnitz: Kunstsammlung der Wismut GmbH Dresden: Kupferstichkabinett Erfurt: Angermuseum Erfurt: Grafiksammlung der Stadt- und Regionalbibliothek Gera: Kunstsammlung Gera Jena: Kunstsammlung Jena Köln: Museum Ludwig Köln: Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
Werkbeispiele Siehe auch: Bildindex der Kunst & Architektur – Startseite Bildindex
Wohin denn nun? (1987; Radierung; 40,6 × 60 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)
Literatur
Horst Peter Meyer. Künstlerbücher. In: Kunst aktuell. 5/2007, S. 13 Inventur – Zeitgenössische Radierung in Deutschland. 2008; ISBN 978-3-937014-56-2, S. 148 Meyer, Horst-Peter. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 599/600
Weblinks
Horst-PeterMeyer - Suche Fachinformationsdienst arthistoricum.net Meyer Horst Peter - Leipziger Grafikbörse e.V. Weimar adé! - Horst Peter Meyer malt mittlerweile in Apolda
Einzelnachweise
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