Antoinette Feuerwerker, geborene Gluck (geboren 24. November 1912 in Borgerhout, Antwerpen, Belgien; gestorben 10. Februar 2003 in Jerusalem, Israel), war eine jüdische französische Juristin, Lehrerin und Widerstandskämpferin.Soweit nicht explizit anders belegt folgt die Darstellung der angegebenen Literatur.

Leben Feuerwerker war eine der Töchter von Paul (Pinchas) Gluck-Friedman (1886–1964) und Henia Shipper (1887–1968), die in Tarnów beziehungsweise Przemyśl, Galizien, Österreich-Ungarn, geboren worden waren und am 4. Juli 1910 in Tarnów geheiratet hatten. Der Vater war ein direkter Nachkomme chassidischer Meister, deren Linie bis zu Dow Bär von Mesritsch reichte. Ihre Eltern waren nach Belgien gezogen, wo Feuerwerker geboren wurde. Von dort zogen sie während des Ersten Weltkriegs nach Zürich, wo ihre Schwestern Rose Warfman und Hedwig (Heidi) Naftalis sowie ihr Bruder Salomon Gluck geboren wurden. Später lebte die Familie in Deutschland und schließlich ab 1921 in Straßburg in Frankreich, wo sie sich niederließen und am 2. Juli 1928 die französische Staatsangehörigkeit erhielten.

Antoinette besuchte das Lycée (international) des Pontonniers in Straßburg. Nach dem Baccalauréat im Jahr 1932 begann sie ein Jurastudium, was damals für eine junge Frau ungewöhnlich war, und schloss im Juli 1936 mit dem juristischen Lizenziat ab. Sie arbeitete anschließend in der Kanzlei von René Capitant, einem ihrer Professoren. Außerdem absolvierte sie eine HEC (École des hautes études commerciales). Für ihre Studien in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften hatte sie ein staatliches Stipendium erhalten. Gemeinsam mit ihrer Familie zog sie später nach Paris.

Dort lernte sie David Feuerwerker (1912–1980) kennen, einen jungen Rabbiner, der gerade seine rabbinischen Studien am Séminaire israélite de France abgeschlossen hatte. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, am 28. November 1939, heirateten sie. David Feuerwerker musste hierfür einen Sonderurlaub von seinem Einsatz an der Maginot-Linie erhalten, an die er wenige Tage später zurückkehrte.

Nach dem Ende des Westfeldzugs im Juni 1940 verließ das Ehepaar Paris und ließ sich in Brive-la-Gaillarde, Département Corrèze, nieder. David Feuerwerker wurde Rabbiner für die Départements Corrèze, Creuse und Lot. Beide engagierten sich in der Résistance-Gruppe Combat unter Edmond Michelet. Antoinette Feuerwerker war die einzige Rabbinerfrau (Rebbetzin) in Frankreich, die offiziell der Résistance angehörte. Sie organisierte die Unterbringung von Verbindungspersonen, zusammen mit Germaine Ribière die Evakuierung verfolgter Widerstandskämpfer und die Verbreitung von Untergrundzeitungen.

David Feuerwerker floh im Mai 1944 vor den Nationalsozialisten in die Schweiz. Feuerwerker blieb in Frankreich. Zusammen mit ihrer kleinen Tochter Atara fand sie zunächst Zuflucht in einem katholischen Kloster unter dem Schutz der Oberin Marie Brenoux und der Schwester Marie-Thérèse Berger, der Klosterökonomin. Anschließend wurde sie in Lyon von der Lehrerin Germaine Goblot versteckt.

1944 erhielt sie die Médaille de la France libérée (1944) für ihre Beteiligung an der Befreiung Frankreichs als freiwillige Widerstandskämpferin der Résistance, 1958 wurde sie zur Chevalière de l'ordre des Palmes académiques für ihre Verdienste im Bildungswesen und die Aufnahme in den Ordre de la Santé publique für ihre Verdienste im Gesundheitswesen. Sie beteiligte sich an der Aktion Exodus 1947, indem sie heimlich Goldmünzen versteckte, die zur Finanzierung bestimmt waren.

Nach dem Krieg folgte Feuerwerker ihrem Mann an dessen Wirkungsorte in Lyon, Neuilly-sur-Seine und Paris. 1966 übersiedelte die Familie mit ihren inzwischen sechs Kindern, Atara (* 1943), Natania (* 1946), Hillel (* 1949), Élie (* 1948), Emmanuel (* 1951) und Benjamine (* 1952), nach Montreal in Kanada. Dort unterrichtete sie Recht und Volkswirtschaft am Collège Français. Sie war die engste Mitarbeiterin ihres Ehemanns bei dessen vielfältigen Tätigkeiten, insbesondere bei der Forschung und Veröffentlichung seines grundlegenden Werkes L’Émancipation des Juifs en France de l'Ancien Régime à la fin du Second Empire (1976). Nach dem Tod ihres Mannes führte sie über mehr als zwanzig Jahre hinweg dessen Gebetsstätte Chachmei Tzorfat („Die Weisen Frankreichs“) weiter.

Die letzten drei Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Israel. Sie starb in Jerusalem und wurde auf dem Friedhof von Sanhedria im Norden von Jerusalem an der Seite ihres Ehemanns beigesetzt.

Literatur

Einzelnachweise

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