mini|Stolperstein für Bergman in Mostar Berta Jozefa Bergman, geborene Bergmann (geboren 10. Mai 1894 in Sarajevo, Kondominium Bosnien und Herzegowina, Österreich-Ungarn; gestorben 15. Januar 1945 im KZ Jasenovac, Unabhängiger Staat Kroatien) war eine jüdische bosnische Ärztin und Partisanin der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee. Sie gilt zudem als die erste Frau, die in Bosnien und Herzegowina das Abitur erlangte.
Leben Bergman wurde als Tochter einer deutschsprachigen aschkenasisch-jüdischen Familie aus Wien geboren. Sie war die älteste von vier Töchtern. Ihre Eltern, Jozef und Ernestina Bergman, waren während der österreichisch-ungarischen Besetzung Bosniens nach Sarajevo gezogen, wo ihr Vater als Eisenbahningenieur bei den k.k. Österreichischen Staatsbahnen tätig war. Obwohl oder da die Familie wirtschaftlich gut gestellt war, setzte sich ihre Mutter entschlossen dafür ein, ihren Töchtern eine höhere Bildung zu ermöglichen.
Berta und ihre ältere Schwester Marija Kon sorgten 1905 für Aufsehen, als sie die ersten weiblichen Schülerinnen des Gymnasiums Mostar wurden. Im Februar 1912 veröffentlichte die kroatische Zeitung Narodna obrana einen Bericht, wonach Berta die erste Frau in Bosnien und Herzegowina wäre, die das Gymnasium erfolgreich abgeschlossen hatte. Anschließend studierte sie Medizin an der Universität Wien, wo sie 1918 ihr Studium abschloss. Auch ihre jüngeren Schwestern erlangten Hochschulabschlüsse; ihre Schwester Marija wurde die erste bosnische Frau, die promoviert wurde.
Bergmans berufliche Laufbahn als Kinderärztin im neu gegründeten Königreich Jugoslawien führte erst nach Banja Luka. Nach dem Ausscheiden aus ihrer Stelle dort wurde sie in Anerkennung ihrer „engagierten und selbstlosen Arbeit“ mit einer Geldprämie ausgezeichnet. Anschließend arbeitete sie in Mostar, wo sie die Leitung einer Kinderpoliklinik übernahm.
Nach dem Überfall der Achsenmächte auf Jugoslawien im April 1941 und der Errichtung des Unabhängigen Staates Kroatien, eines faschistischen Marionettenstaates, zu dessen Gebiet auch Bosnien und Herzegowina gehörten, verlor Bergman ihre Stelle. Ihre Schwester Marija und deren Familie wurden in das Konzentrationslager Rab deportiert, während die 49‑jährige Bergman sich der jugoslawischen Partisanenbewegung anschloss. Sie versorgte die Partisanen medizinisch, beschaffte Hilfsgüter und erteilte Erste-Hilfe-Unterricht. Zweimal wurde sie inhaftiert. Nach ihrer Verhaftung am 15. Januar 1945 wurde sie in das Konzentrationslager Jasenovac deportiert, wo sie von den Ustascha ermordet wurde.
Einzelnachweise
Kategorie:Pädiater Kategorie:Person des jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Person (jugoslawischer Widerstand 1941–1945) Kategorie:Häftling im KZ Jasenovac Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Person, für die ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Jugoslawien) Kategorie:Person (Bosnien-Hercegovina) Kategorie:Geboren 1894 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Frau