Paul Martin Alberti der Ältere (* 24. Februar 1640 in Nürnberg; † 17. Januar 1705 ebenda) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher, Kirchenlieddichter und Poeta laureatus. Er wirkte unter anderem als Feldprediger des Fränkischen Reichskreises, als Pfarrer in Lauf an der Pegnitz sowie zuletzt als Senior an St. Lorenz und Prediger an St. Klara in Nürnberg.

Leben Paul Martin Alberti wurde als Sohn Friedrich Albertis, eines Professors am Nürnberger Aegidiengymnasium, geboren. Er studierte 1653 und erneut 1657 an der Universität Altdorf sowie ab 1658 in Straßburg. 1663 erwarb er den Grad eines Magister artium. Alberti wurde außerdem zum Poeta laureatus gekrönt und führte später die Bezeichnung Poeta laureatus Caesareus.

Seine erste geistliche Anstellung erhielt Alberti 1662 als Pfarrgehilfe in Eismannsberg bei Altdorf. Im Zuge der vom Fränkischen Reichskreis 1664 aufgestellten Truppen für den Krieg gegen das Osmanische Reich wurde er zum evangelischen Feldprediger des Regiments zu Fuß ernannt.

1665 erhielt Alberti eine Pfarrstelle in Rückersdorf, im folgenden Jahr wechselte er nach Hiltpoltstein. 1669 wurde er Diakon in Lauf an der Pegnitz, wo er 1674 das Pfarramt übernahm. 1678 kehrte er nach Nürnberg zurück und wurde Diakon an der Hauptkirche St. Lorenz. Ab 1692 war er zugleich Pfarrer beziehungsweise Prediger an St. Klara. In seinen letzten Lebensjahren war er Senior an St. Lorenz; in dieser Funktion und als Prediger von St. Klara wird er auch auf dem nach seinem Tod entstandenen Gedächtnisporträt bezeichnet.

Alberti heiratete am 6. Juni 1665 in Lauf Barbara Falckner (* 1637), die Witwe des Laufer Diakons Christoph Morold. Zu Albertis Söhnen gehörten die Geistliche und Liederdichter Paul Martin Alberti d. J. (1666–1729) und August Alberti (1672–1738) sowie der Mediziner und Philosoph Michael Alberti (1682–1757). Auf dem von Johann Christoph Sysang gestochenen Gedächtnisbild werden August und Michael als „beyde jüngsten Söhne“ Albertis bezeichnet, Michael Alberti war gemäß einer biographischen Darstellung des Halleschen Stadtgottesackers das „11. Kind des Nürnberger Predigers Paul Martin Alberti“.

Alberti starb am 17. Januar 1705 in Nürnberg. Als Geburtsdatum nennen sowohl die Oberdeutsche Personendatenbank als auch die Deutsche Biographie den 24. Februar 1640. Der posthum entstandene Gedächtniskupferstich gibt abweichend den 25. Februar 1640 an.

Werk Alberti trat neben seiner Tätigkeit als Geistlicher als Verfasser geistlicher Lieder und von Gelegenheitsschriften hervor. Sein bekanntestes Kirchenlied ist das sechs Strophen umfassende Ewigkeitslied Ach, freilich weiß der Mensch nicht seine Zeit. Das Lied wurde spätestens 1690 in die zweite Auflage des umfangreichen Nürnbergischen Gesang-Buchs aufgenommen. Dort gehörte es zu den neu hinzugekommenen Liedern und stand in der Rubrik zur „Flüchtigkeit Menschlichen Lebens“. Noch im 18. Jahrhundert wurde es in Gesangbüchern weiter überliefert.

Neben eigentlichen Kirchenliedern verfasste Alberti mehrfach geistliche Texte für Begräbnisse. Für den 1688 verstorbenen Nürnberger Ratsherrn Paul Harsdörffer schrieb er unter dem Titel Jesum lässt die Seele nicht / Die den Himmel sucht und siecht zwei bei dessen Begräbnis zu singende Grab-Lieder.

Auch an der literarischen Erinnerung an den Nürnberger Dichter Sigmund von Birken war Alberti beteiligt. Die 1684 erschienene Ausgabe von Martin Limburgers Die Betrübte Pegnesis, einer umfangreichen Gedenkschrift auf Birken, enthält auf den Seiten 309 bis 329 eine von Alberti verfasste Leichenpredigt.

Schriften und geistliche Dichtung (Auswahl)

Ach, freilich weiß der Mensch nicht seine Zeit. Ewigkeitslied, spätestens 1690 in der zweiten Auflage des Nürnbergischen Gesang-Buchs nachgewiesen. Leichenpredigt auf Sigmund von Birken, in: Martin Limburger: Die Betrübte Pegnesis. Den Leben, Kunst- und Tugend-Wandel des Seelig-Edlen Floridans H. Sigm. von Birken … Nürnberg 1684, S. 309–329. Jesum lässt die Seele nicht / Die den Himmel sucht und siecht. Zwei Grab-Lieder auf Paul Harsdörffer. Nürnberg 1688.

Bildnis Von Alberti ist ein postumer Kupferstich des in Halle tätigen Stechers Johann Christoph Sysang überliefert. Die Umschrift bezeichnet ihn als „P. L. C.“ (Poeta Laureatus Caesareus), Senior der Hauptkirche St. Lorenz und Prediger zu St. Klara. Gestiftet wurde das Blatt von seinen Söhnen August und Michael Alberti zum Andenken an ihren Vater.

Literatur

Heinrich Christian Beck: Chronik der Stadt Schweinfurt. Christoph Wetzstein, Schweinfurt 1836. Lukas Lorbeer: Die Sterbe- und Ewigkeitslieder in deutschen lutherischen Gesangbüchern des 17. Jahrhunderts. (= Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte. Band 104). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-56402-8, besonders S. 138. Werner Wilhelm Schnabel (Hrsg.): Athena Norica. Bilder und Daten zur Geschichte der Universität Altdorf. Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Nürnberg 2012, ISBN 978-3-929865-93-6. Joachim Scherf (Hrsg.): Autorenlexikon geistlicher Lyrik deutscher Sprache vom 15. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Band 1: Autoren A–L. Norderstedt 2023, ISBN 978-3-7578-7711-8, S. 20.

Weblinks

Paul Martin Alberti in der Oberdeutschen Personendatenbank Paul Martin Alberti in der Deutschen Biographie Bildnis Paul Martin Alberti d. Ä. in der Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Bildnis des Paul Martin Alberti in der Deutschen Digitalen Bibliothek

Einzelnachweise

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