Eta Wrobel, geborene Chajit (geboren 28. Dezember 1916 in Łuków, Woiwodschaft Lublin, Regentschaftskönigreich Polen; gestorben 26. Mai 2008 in Highlands, Orange County, New York) war eine jüdische, in Polen geborene US-amerikanische Autorin, Aktivistin für die jiddische Sprache und Widerstandskämpferin. Sie war Kommandeurin einer jüdischen Partisaneneinheit in Polen während des Zweiten Weltkriegs.
Leben Wrobel war die Tochter von Pinchas Ben Chaim Chajit, einem Kaufmann, und Shaindel Goldberg. Sie wurde in eine bürgerliche jüdische Familie mit zehn Kindern geboren. Wrobel schloss die Oberschule als Jahrgangsbeste ab.
Nachdem Polen von den Nationalsozialisten besetzt worden war, ging Wrobel in den Widerstand. Sie arbeitete als Angestellte in einem Arbeitsamt, wo sie gefälschte Dokumente für Juden anfertigte. Wrobel arbeitete außerdem als Reinigungskraft und gab dabei aufgeschnappte Informationen an Widerstandskämpfer weiter. Später war sie in einem Restaurant in Łódź beschäftigt, wo sie Waffen von nationalsozialistischen Gästen entwendete, sobald diese ihre Mäntel abgelegt hatten. Die gestohlenen Waffen wurden anschließend zu Partisanen in Łuków geschmuggelt.
Als Widerstandskämpferin wurde sie von der Gestapo verhaftet und zehn Monate lang in Lublin inhaftiert, wo sie geschlagen und gefoltert wurde. Später sollte sie zur Arbeit in das KZ Majdanek überstellt werden. Während des Transports gelang ihr jedoch die Flucht in die Wälder. Dort traf sie ihren Vater wieder, der aus dem Ghetto von Łuków entkommen war, als dieses im Oktober 1942 aufgelöst wurde. Ihre schwangere ältere Schwester Mara war schon früher vor ihren Augen von Gestapo-Beamten erschossen worden. Die übrigen Familienangehörigen waren mit den anderen Ghetto-Bewohnern in das Vernichtungslager Treblinka deportiert worden.
In den umliegenden Wäldern half Wrobel beim Aufbau einer rein jüdischen Partisaneneinheit mit rund 80 Kämpfern, darunter sieben Frauen. Später wurde sie zur Kommandeurin dieser Einheit ernannt. Unter ihrem Kommando verlegte die Gruppe Landminen und führte Hinterhalte gegen deutsche Soldaten durch.
In ihren Memoiren My Life, My Way schilderte Wrobel, wie sie das Grab einer jüdischen Mutter und ihrer beiden Kinder fand, die von Angehörigen der polnischen Heimatarmee, deren Verhältnis zu den Juden sehr ambivalent war, getötet worden waren. Als Vergeltung ließ sie ein von dieser Organisation kontrolliertes Dorf evakuieren und niederbrennen. Sie berichtete außerdem, bei einem Einsatz ins Bein geschossen worden zu sein. Nachdem die Kugel monatelang Schmerzen verursacht hatte, entfernte sie sie selbst mit einem Messer. Aufgrund ihrer Erfahrungen übernahm sie später innerhalb der Einheit auch medizinische Aufgaben und fungierte gewissermaßen als Feldchirurgin.
Wrobel war das einzige Mitglied ihrer Familie, das den Krieg überlebte. Nachdem die Deutschen im Juli 1944 aus Łuków zurückgedrängt worden waren, kam sie aus ihrem Versteck hervor. Man bot ihr an, Bürgermeisterin der Stadt zu werden.
Im Dezember 1944 heiratete sie Harry Wrobel, mit dem sie vier Kinder und neun Enkelkinder hatte. Das Ehepaar verließ Polen 1947 und wanderte in die Vereinigten Staaten aus. Zunächst lebten sie in Brooklyn, wo Wrobel als Lebensmittelhändlerin arbeitete. Später zog die Familie in die Bronx, nach Kew Gardens in Queens und schließlich nach Fort Lee in New Jersey.
In ihrem letzten Lebensjahr wurde sie vom YIVO und dem Theater Folksbiene für ihren Einsatz zur Bewahrung der jiddischen Sprache ausgezeichnet.
Wrobel starb 2008 in Highlands, Orange County. Sie ist auf United Hebrew Cemetery in Staten Island begraben.
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