Paul Martin Alberti der Jüngere (* 10. Mai 1666 in Hiltpoltstein; † 3. Juli 1729 in Hersbruck) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher, Kirchenlieddichter und Verfasser eines hebräisch-lateinischen Bibellexikons.

Leben Paul Martin Alberti war der älteste Sohn des gleichnamigen evangelisch-lutherischen Geistlichen und Kirchenlieddichters Paul Martin Alberti d. Ä. (1640–1705) und dessen Ehefrau Barbara, einer Tochter des Laufer Stadtschreibers und späteren Bürgermeisters Johann Falkner. Zu seinen jüngeren Brüdern gehörten der Nürnberger Geistliche August Alberti und der Mediziner, Philosoph und Hochschullehrer Michael Alberti.

Alberti besuchte die Schule in Lauf an der Pegnitz und anschließend das Gymnasium in Nürnberg. 1683 nahm er ein Studium an der Universität Jena auf und wechselte später an die Universität Altdorf. Am 29. Juni 1687 wurde er dort zum Magister promoviert. In dem aus diesem Anlass erschienenen Druck wird er als „Paulus Martinus Alberti, Hilpoltsteina-Noricus“ bezeichnet.

1691 wurde Alberti Pfarrer in Niedernhall am Kocher. 1698 kehrte er nach Nürnberg zurück und wirkte dort bei den Spitälern St. Sebastian und St. Rochus. Das Nürnbergische Pfarrerbuch führt ihn für dieses Jahr als „Pestilentiarius und Zuchthausprediger“ und für 1699 als Garnisonsprediger. Andere biographische Verzeichnisse bezeichnen ihn für 1699 als Vikar bei St. Sebald und St. Lorenz.

1705 wechselte Alberti nach Hersbruck. Dort war er zunächst Diakon beziehungsweise Pfarrer und wurde später Archidiakon. Er starb dort am 3. Juli 1729.

Für Albertis Geburtsdatum findet sich in der Literatur überwiegend der 10. Mai 1666. Die Oberdeutsche Personendatenbank nennt abweichend den 16. Mai 1666.

Werk Neben seiner Tätigkeit als Geistlicher trat Alberti als Kirchenlieddichter und Lexikograph hervor. Sein umfangreichstes Werk ist das 1704 in Bautzen erschienene Porta linguae sanctae, ein hebräisch-lateinisches Bibellexikon. Es behandelt neben dem Wortschatz und der Etymologie des biblischen Hebräisch unter anderem Eigennamen, biblische Personen und Sachen, Maße, Gewichte, Münzen sowie Gegenstände der hebräischen Altertumskunde.

Als Kirchenlieddichter veröffentlichte Alberti 1715 zwei kleinere Sammlungen, die Dreyfache heilige Herzens-Lust mit drei und die Fünffache heilige Herzens-Freude und Seelen-Weide mit fünf Liedbeiträgen. Beide Drucke sind im VD 18 nachgewiesen. Zu den überlieferten Liedanfängen Albertis gehören:

Alles, was die Welt anlachet, Das Größte ist ein gut Gewissen, Erzürn dich nicht, wenn böse Leut, Hellste Quelle der wahren Freude, Mein Herz, hab deine Lust am Herrn, Vater, lass dir gehn zu Herzen unsre Unempfindlichkeit und Was sag ich dir, o Gottes Sohn.

Mein Herz, hab deine Lust am Herrn besteht aus sechs Strophen und wurde auf die Melodie Der lieben Sonne Licht und Pracht gesungen. Alles, was die Welt anlachet umfasst zehn Strophen und ist zur Melodie Alles ist an Gottes Segen überliefert. Für Hellste Quelle der wahren Freude sind die Melodien Jesu, der du meine Seele und Alle Menschen müssen sterben angegeben.

Schriften Observationes über die Juden-Geisel Ernst Friedrich Hessens. 1703. שער לשון הקדש sive Porta linguae sanctae, h. e. Lexicon novum Hebraeo-Latino-Biblicum. Friedrich Arnst, Bautzen 1704. Dreyfache heilige Herzens-Lust, in dreyen […] geistlichen Liedern. 1715. Fünffache heilige Herzens-Freude und Seelen-Weide, in fünff geistlichen Liedern. 1715.

Literatur Johann Caspar Wetzel: Hymnopoeographia, oder Historische Lebens-Beschreibung der berühmtesten Lieder-Dichter. Band 1. Roth-Scholtz, Herrnstadt 1719. Georg Andreas Will: Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon oder Beschreibung aller Nürnbergischen Gelehrten beyderley Geschlechtes. Nürnberg/Altdorf 1755 ff. Matthias Simon: Nürnbergisches Pfarrerbuch. Die evangelisch-lutherische Geistlichkeit der Reichsstadt Nürnberg und ihres Gebietes 1524–1806. (= Einzelarbeiten aus der Kirchengeschichte Bayerns. Band 41). Nürnberg 1965, S. 8. Heinz Rupp, Carl Ludwig Lang (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch. 3. Auflage, Ergänzungsband 1: A–Bernfeld. K. G. Saur, Bern 1994, ISBN 3-907820-16-9, S. 104. Herbert E. Brekle, Edeltraud Dobnig-Jülch, Hans Jürgen Höller, Helmut Weiß (Hrsg.): Bio-bibliographisches Handbuch zur Sprachwissenschaft des 18. Jahrhunderts. Die Grammatiker, Lexikographen und Sprachtheoretiker des deutschsprachigen Raums mit Beschreibungen ihrer Werke. Band 1: A–Br. Max Niemeyer, Tübingen 1992, ISBN 3-484-73021-8. Joachim Scherf (Hrsg.): Autorenlexikon geistlicher Lyrik deutscher Sprache vom 15. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Band 1: Autoren A–L. Books on Demand, Norderstedt 2023, ISBN 978-3-7578-7711-8, S. 19–20.

Weblinks Digitalisierte Werke von Paul Martin Alberti im VD18 digital Paul Martin Alberti in der Oberdeutschen Personendatenbank Druck zur Magisterpromotion Albertis 1687 im DFG-Projekt Orgelpredigt

Einzelnachweise

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