mini|alternativtext=Verbreitungsgebiet|Verbreitungsgebiet der Küsten-Grabfledermaus Die Küsten-Grabfledermaus (Taphozous australis) ist ein vorwiegend an der Küste des nordöstlichen Australien verbreitetes Fledertier in der Gattung der Grabfledermäuse. Das Typusexemplar wurde auf Albany Island gefunden.

Merkmale Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 78 bis 90 mm, einer Schwanzlänge von 20 bis 29 mm und mit 63 bis 67 mm langen Unterarmen hat das Tier die typische Größe seiner Gattung. Die Art ist mit 20 bis 30,5 g (auf Neuguinea bis 26 g) eher leicht. Es kommen 10 bis 14 mm lange Hinterfüße und Ohren von 22 bis 26 mm Länge vor. Die schwersten Werte resultieren aus Fettansammlungen vor dem Winter. Unabhängig von der Population können die Individuen oberseits graubraunes oder graues Fell tragen. Unterseits sind allgemein hellere Farbtöne vorhanden. Alle Haare haben an der Wurzel einen weißen Abschnitt. Haare an der Unterseite des Unterarms sind dagegen völlig weiß. Bei Weibchen sind die sackförmigen Drüsen an der Kehle deutlich kleiner. Eine Hautfalte zwischen zwei Fingergliedern ist bei beiden Geschlechtern gleich groß. Typisch sind dreieckige Ohren mit einem breiten Tragus sowie große Augen mit dunkelbrauner Regenbogenhaut. Sichtbare Hautstellen haben meist eine rotbraune Farbe und die Flughäute sind dunkelbraun. Am Schädel erhebt sich die Hirnschale steil vom Schnauzenteil und bei älteren Tieren ist ein leichter Scheitelkamm vorhanden.

Verbreitung und Lebensweise Die Fledermaus lebt im Norden und Osten der Kap-York-Halbinsel und im Gebiet bis etwa Rockhampton. Sie bewohnt viele der Küste vorgelagerte Inseln. Einzelfunde sind aus dem südlichen Neuguinea bekannt. Die Art hält sich im Flach- und Hügelland bis 300 Meter Höhe auf. Bei der Nahrungssuche werden Sanddünen, Mangrove, Sümpfe, Buschflächen, Regenwälder und Wälder mit Eukalyptusbäumen besucht. Diese können bis 15 km vom Versteck entfernt liegen. Populationen, die auf Inseln ruhen, fliegen bis 2,5 km über das Meer.

Die Küsten-Grabfledermaus ruht am Tage in Höhlen und Felsspalten. Manchmal werden verlassene Bunker oder Gebäude genutzt. Die Rufe zur Echoortung erreichen ihre stärkste Intensität bei 23 bis 27 kHz. Sie sind schwer von den Lauten von Taphozous troughtoni oder der Beccari-Mastino-Fledermaus (Ozimops beccarii) zu unterscheiden. Die Beute besteht aus Käfern und anderen Insekten. Von dieser werden größere Tiere oft vor dem Verzehr zum Versteck getragen. An den Ruheplätzen bildet die Fledermaus Kolonien mit bis zu 100 Mitgliedern, wobei die Tiere etwa 20 cm Abstand voneinander halten. Bei Störungen fliegen sie oft in die hinteren Bereiche der Höhle. In manchen Regionen nehmen die Exemplare im Winter zeitweise einen torpiden Zustand ein. Sie müssen sich danach bis zu 10 Minuten bewegen um die Körpertemperatur auf Flugfähigkeit zu steigern.

Zum Fortpflanzungsverhalten sind nur trächtige Weibchen aus dem September und Neugeborene aus den Monaten Oktober und November bekannt.

Gefährdung Gebietsweise wirken sich der Abbau von Sand in den Sanddünen und Urbanisierung der Küsten negativ aus. Im Jahr 2020 wurde eine Verringerung der Gesamtpopulation von 10.000 geschlechtsreifen Exemplaren mit etwa 9 Prozent bis 2027 geschätzt. Die IUCN listet die Küsten-Grabfledermaus in der Vorwarnliste (near threatened).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Glattnasen-Freischwänze Kategorie:Endemisches Tier Australiens