Als germanische Spirantenregel vor t bezeichnet man in der Sprachwissenschaft ein bestimmtes Lautgesetz, das in der urgermanischen Sprache gewirkt hat. Die germanische Spirantenregel wird oft mit dem Primärberührungseffekt durcheinander gebracht.

Wirkungsweise

Die stimmlosen Verschlusslaute /p/, /t/, /k/ werden vor /t/ immer zu den entsprechenden, stimmlosen Frikativen /f/, /θ/, /x/ (unabhängig vom Vernerschen Gesetz).

Beispiele: mhd. decken : dahte / gedaht mhd. mugen : mohte / gemoht mhd. würken : worhte / geworht

Wechsel außergermanische, unverschobene Bsp. germanische, verschobene Bsp. *pt→ft agriech. kléptein (κλέπτειν) ‚stehlen‘, apreuß. au-klipts ‚verborgen‘ got. hliftus ‚Dieb‘ *kt→ht lat. octō, ir. ocht, gr. ὀκτώ dt. nl. acht, engl. eight, got. ahtáu, isländ. átta *kʷt→h(w)t agriech. nýx, Gen. nyktós (νύξ, νυκτός), lat. nox (Gen. noctis), lit. naktìs, aind. naktam dt. Nacht, nl. nacht, engl. night, got. nahts, isländ. nótt

Literatur

Kategorie:Historische Linguistik Kategorie:Phonologie Kategorie:Phonetische Gesetze Kategorie:Sprachwandel Kategorie:Germanische Sprachwissenschaft