mini|Steinmodell des Mamrux-Tempels (Nationalmuseum für Geschichte Aserbaidschans) Der Mamrux-Tempel (aserbaidschanisch Mamrux Kilsəsi) ist eine spätmittelalterliche albanisch-orthodoxe Kirche. Er befindet sich nahe der Ortschaft Mamrux der Provinz Zaqatala im Nordwesten Aserbaidschans.
Geschichte und Architektur Forscher, die die Grundrissstruktur und die räumlich-architektonische Gestaltung des Tempels untersucht haben, datieren seine Errichtung in das 12. bis 14. Jahrhundert. Sie betrachten die Kirche in ihrer architektonischen Komposition als verwandt mit der Rotunde (einem Bau mit vier gleichartigen Seiten) des Kilsədağ-Tempels in Qəbələ und dem Tetrakonchos der Kirche im Dorf Ləkit der Provinz Qax.
Die architektonischen Besonderheiten des Bauwerks sind charakteristisch für zentral angelegte Kuppelbauten des Südkaukasus. Die in der Umgebung verstreuten Überreste von Steinmauerwerk weisen darauf hin, dass sich in diesem Gebiet einst ein großer religiöser Komplex befand. Von der Klosteranlage sind bis heute die Überreste der Kirche, der den Komplex umgebenden Befestigungsmauern sowie drei im Grundriss runde Türmchen erhalten geblieben, die als Strebepfeiler dienten. mini|Überreste des Tempels Am besten erhalten ist der Altarbereich, der von kleinen Nebenräumen umgeben ist. Die Mauerreste der übrigen Gebäudeteile ragen jedoch ebenfalls noch mindestens einen Meter über den Boden hinaus, sodass die Grundrissstruktur deutlich erkennbar ist. An den runden Hauptbau, der Eingänge im Süden, Norden und Westen besitzt, schließt sich auf der Ostseite der Altarbereich an. Dieser besteht aus einer halbkreisförmigen Apsis mit einem relativ tiefen Bema sowie zwei runden Seitenkapellen, die denen von Kilsədağ entsprechen.
Das zentrale Element der Einrichtung bildet der quadratische Raum unter der Kuppel, wodurch sie sich grundlegend vom Kilsədağ-Tempel unterscheidet. Vier massive Pfeiler ersetzten die acht Säulen. Von ihnen spannten sich breite Bögen zu den Außenwänden, die zusammen mit den Entlastungsbögen, den Pfeilern und den Außenwänden ein starres räumliches Tragwerk des Gebäudes bildeten. Der auf der Hauptachse gelegene Altar war für die durch den westlichen Eingang Eintretenden deutlich sichtbar. Dabei entstand jedoch ein gewisser Gegensatz zwischen dem kompositorischen Zentrum des Rundbaus, das mit dem geometrischen Mittelpunkt der konzentrischen Kreise zusammenfiel, und seinem funktionalen Zentrum; der Altarapsis als dem wichtigsten kultischen Bereich der Kirche.
Literatur
Kategorie:Kirchengebäude in Asien Kategorie:Kirchenruine in Aserbaidschan Kategorie:Rayon Zaqatala Kategorie:Kirchengebäude (orthodox)