mini|Übersichtskarte mit den Kirchen auf Murano San Salvador, auch San Salvatore, war die wohl älteste Kirche auf der venezianischen Insel Murano, genauer am Ostrand der zentralen Insel San Donato. Sie entstand wahrscheinlich schon im 5. Jahrhundert und wurde im 15. Jahrhundert einem benachbarten Kloster angeschlossen. Wohl unter Napoleon geschlossen, wurde das Bauwerk vor 1834 abgerissen. Der Rio Terà S. Salvador, ein zugeschütteter Rio (Kanal), erinnert an die Kirche.

Geschichte Nach Emmanuele Antonio Cicogna war San Salvador die älteste Kirche auf der Insel. Sie entstand infolge der Flucht zahlreicher Festlandsbewohner aus Altinum vor den Hunnen unter Führung Attilas Mitte des 5. Jahrhunderts.Emmanuele Antonio Cicogna: Delle Inscrizioni Veneziane, Bd. 6, Tipografia Andreola, Venedig 1853, S. 437. Im Jahr 938 erweiterten die Familien Alberegno (oder Alberengo) und Galatazii (auch Gatalici oder Gattalosi genannt) das Bauwerk. Im Jahr 1068 erfolgte durch einen Domenico Moro ein weiterer Umbau, ebenso wie durch dessen Urenkel Stefano dal Moro im Jahr 1143. Letzterer überließ der Gemeinde im Jahr 1170 ein benachbartes Grundstück.

1469 wurde die Kirche auf Veranlassung Papst Pauls II. mit dem Kloster Santa Maria degli Angeli vereinigt. Im 18. Jahrhundert erfolgte auf Initiative des Pfarrers Girolamo Calura ein völliger Umbau des renovierungsbedürftigen Bauwerks.Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 623. Am 9. Mai 1743 wurde es vom Bischof von Torcello, Vincenzo Maria Diedo, neu geweiht.

Um 1794 erfolgte eine letzte Renovierung, wie aus den ausführlichen Notizen des Pfarrers Matteo Fanello hervorgeht. Zeitgenössische Reiseführer berichten, dass die Decke von Simeone Guglielmi bemalt worden istGiannantonio Moschini: Guida per l’isola di Murano descritta da Giannantonio Moschini, 2. Aufl., Stamperia Palese, Venedig 1808, S. 90 (Google Books). und dass Odoardo Fialetti (1573–1637/38) dort einen Christus im Garten und ein Abendmahl hinterlassen hat.

Zwischen 1818 und 1834 wurde die Kirche abgerissen. Cicogna fand dort noch eine Kapelle vor, eine „Cappellina, od Oratorio“, wie er schreibt, die ein Getreidehändler namens Giuseppe Moro gestiftet hatte, der selbst in der abgerissenen Kirche getauft worden war.

Literatur Emmanuele Antonio Cicogna: Delle Inscrizioni Veneziane, Bd. 6, Tipografia Andreola, Venedig 1853, S. 435–447, dazu der Index auf S. 448 f. (Digitalisat) Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 623. (Digitalisat)

Anmerkungen

Salvador Kategorie:Kirche auf Murano Kategorie:Murano Murano Kategorie:Klosterkirche in Italien Kategorie:Kirchengebäude im Patriarchat von Venedig