Donnergrollen, hör mein Schrei’n (englischer Originaltitel Roll of Thunder, Hear My Cry) ist ein Jugendroman der US-amerikanischen Schriftstellerin Mildred D. Taylor, der im Jahr 1976 mit Illustrationen von Jerry Pinkney beim Verlag Dial Books veröffentlicht wurde. Die deutsche Erstausgabe in der Übersetzung von Heike Brandt erschien 1984 beim Verlag Beltz & Gelberg. Es ist der zweite Band der dreiteiligen Saga über die afro-amerikanische Logan-Familie.

Inhalt Anfang der 1930er Jahre lebt die neunjährige Cassie Logan mit ihren drei Brüdern – Stacey, Christopher-John und Little Man – im ländlichen Mississippi. Im Gegensatz zu den meisten schwarzen Familien, die damals als Pächter arbeiteten, besitzt die Familie Logan das Land, auf dem sie lebt. Ursprünglich gehörte es dem weißen Plantagenbesitzer Harlan Granger, der es während der Rekonstruktionszeit verkaufen musste.

In der Schule, an der ausschließlich farbige Schüler unterrichtet werden, bemerken Cassie und Little Man, dass ihre Schulbücher ursprünglich für weiße Kinder bestimmt waren. Nur weil diese mittlerweile abgenutzt und schmuddelig sind, wurden sie an ihre Schule weitergegeben. Auf ihrem Weg dorthin werden sie außerdem immer wieder von einem Schulbus mit weißen Schülern drangsaliert. Die Logan-Kinder rächen sich, indem sie ein großes Loch in die Straße graben und dieses als Wasserlache tarnen. Der Bus fällt in das Loch und wird dabei außer Gefecht gesetzt, sodass die weißen Schüler für eine Zeit lang ebenfalls zu Fuß zur Schule gehen müssen.

Als Cassie von Lillian Jean Simms, einem weißen Mädchen, gedemütigt wird, tut sie nur so, als würde sie ihr verzeihen, und gibt vor, sich mit ihrer Rolle als minderwertige Person abgefunden zu haben – lange genug, um sensible Informationen über die Familie Simms zu erfahren. Schließlich stellt Cassie Lillian Jean zur Rede, zwingt sie, sich für alle Demütigungen zu entschuldigen, und droht, ihre Geheimnisse preiszugeben, falls sie jemandem von Cassies Rache erzählen sollte.

Cassies Vater David arbeitet bei der Eisenbahn und kommt nur selten nach Hause. Als Cassies Mutter Mary, die an der Schule ihrer Kinder unterrichtet, T.J. Avery, einen Freund von Stacey, beim Schummeln erwischt, sorgt T.J. mit Hilfe der rassistischen Wallace-Familie dafür, dass Mary ihre Stelle verliert. Die Logans organisieren daraufhin einen Boykott gegen den Laden der Wallaces. Doch die Boykott-Teilnehmer werden wirtschaftlichem Druck ausgesetzt und müssen diesen mehrheitlich bald aufgeben.

Beim Einkaufen in einer benachbarten Stadt werden David und sein Gehilfe Mr. Morrison auf der Straße angegriffen, wobei David angeschossen, aber nicht getötet wird. Allerdings erleidet er dabei einen Beinbruch. Mr. Morrison kann die Angreifer – es stellt sich heraus, dass es sich um die Wallaces handelt – abwehren. Zwei der Angreifer verletzt er dabei schwer. Als Folge zwingt die weiße Gemeinschaft die Bank, bei der die Logans eine Hypothek für ihr Land aufgenommen haben, diese sofort fällig zu stellen. Davids Bruder Hammer verkauft daraufhin seinen neuen silbernen Packard, um die Schuld zu begleichen und den Verlust des Familienlandes zu verhindern.

T.J. beendet seine Freundschaft mit Stacey und verbündet sich mit Lillian Jeans zwei älteren Brüdern, R.W. und Melvin Simms. Sie versprechen, T.J. eine Pistole zu kaufen. Doch weil der Laden bereits geschlossen hat, brechen sie dort ein und aus dem ursprünglich beabsichtigten Kauf wird ein regelrechter Raubüberfall. Dabei wird der Ladenbesitzer Barnett von R.W. getötet. Die Simms-Brüder schieben die Schuld allerdings T.J. zu und verprügeln ihn, als er droht, dieses Verbrechen aufzudecken.

Das Buch endet damit, dass T.J. kurz davor steht, für den Mord am Ladenbesitzers gelyncht zu werden, als die Baumwollfelder – offenbar durch einen Blitzschlag – in Brand geraten. Die Gemeinschaft schließt sich zusammen, um die Ausbreitung des Feuers zu stoppen. Cassie erkennt, dass nicht ein Blitz den Brand ausgelöst hat, sondern ihr Vater das Feuer gelegt hat, um T.J. zu retten. Stacey erkundigt sich bei ihrem Vater, was mit T.J. passieren wird. Er erklärt den Kindern, dass dieser wahrscheinlich wegen Mordes an Barnett verurteilt und sehr wahrscheinlich hingerichtet wird. Obwohl Cassie T.J. nie mochte und dieser für den Verlust des Arbeitsplatzes ihrer Mutter verantwortlich ist, weint sie für ihn – und für das Land.

Hintergrund Die Autorin schreibt in einer Widmung am Anfang des Romans: „Zur Erinnerung an meinen geliebten Vater, der viele der Abenteuer des Jungen Stacey erlebt hat, aber im Grunde der Mann David war.“

Rezeption Kaylee Davis schreibt in ihrer Buchrezension: „Dieser bedeutende historische Roman über Rassentrennung basiert auf der afro-amerikanischen Familiengeschichte der Autorin. Er spielt zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren in Mississippi auf dem Land. Für Cassie Logan gehören Vorurteile und Diskriminierung zum Alltag. Doch trotz der schwierigen Umstände gelingt es ihnen, von ihren Erfahrungen zu profitieren: Sie haben gelernt, dass ihnen niemand den Mut und den Stolz nehmen kann.“

Auszeichnungen Der Roman wurde 1977 mit einer Newberry Medal und 1985 mit einem Buxtehuder Bulle ausgezeichnet. Das Buch wurde außerdem zwei Mal (2017 und 2021) als Außergewöhnliches Buch prämiert.

Referenzen Donnergrollen, hör mein Schrei’n ist in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre enthalten.

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Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigte Staaten) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Rassismus in den Vereinigten Staaten Kategorie:Literarisches Werk