Die Bahnstrecke Nowa Ruda Słupiec–Radków ist eine Eisenbahnverbindung in Polen, die ursprünglich als Teil der Eulengebirgsbahn erbaut und betrieben wurde. Sie schließt in Wolibórz (Volpersdorf) bzw. Słupiec (Schlegel) an die 1931 aufgegebene Zahnradbahn von Srebrna Góra (Silberberg) an und führt über Ścinawka Średnia (Mittelsteine) nach Radków (Wünschelburg) am Heuscheuergebirge.

Die stillgelegte und abgebaute Strecke von Ścinawka Średnia bis Radków ist bis 2028 zur Wiederinbetriebnahme für den planmäßigen Schienenpersonennahverkehr vorgesehen.

Geschichte Die Eulengebirgsbahn AG wurde am 25. Juli 1899 gegründet. Der Abschnitt von Silberberg nach Mittelsteine wurde am 5. August 1902 und die Fortsetzung bis Wünschelburg am 1. Dezember 1903 eröffnet.

Während der Weltwirtschaftskrise stellte die Eulengebirgsbahn am 12. Oktober 1931 den Verkehr auf dem Zahnradabschnitt zwischen Silberberg und Wolpersdorf ein. 1934 wurden dort die Gleise abgebaut. Am 11. Mai 1932 endete auch der Reiseverkehr zwischen Wolpersdorf und Mittelsteine. Der Abschnitt blieb allerdings im Güterverkehr in Betrieb. Wirtschaftlich bedeutsam war dort das Steinkohlenwerk Johann-Baptista-Grube bei Schlegel.

Im Reichskursbuch vom Sommer 1939 war die Verbindung als Kursbuchstrecke 130c Mittelsteine–Wünschelburg verzeichnet. Es verkehrten werktags sieben Personenzugpaare, sonntags sechs.Deutsches Kursbuch Sommer 1939 – gültig vom 15. Mai bis 7. Oktober 1939 mini|links|Bahnhof Radków (2010) Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 liegt die Strecke auf polnischem Staatsgebiet. Betreiber der Strecke waren fortan die polnischen Staatsbahnen Polskie Koleje Państwowe (PKP). Die deutschen Betriebsstellennamen wurden durch polnische ersetzt. Die PKP nahmen den Reiseverkehr am 5. Oktober 1947 zwischen Nowa Ruda Słupiec und Ścinawka Średnia wieder auf. Ab dem 2. Oktober 1949 fuhren Personenzüge auch wieder nach Wolibórz.

1971 wurde am Standort der früheren Johann-Baptista-Grube ein neuer Zentralschacht für das gesamte Neuroder Revier abgeteuft. In dem Zusammenhang entstand auch eine neue Anschlussbahn. Die Kohlezüge konnten fortan ohne Fahrtrichtungswechsel abgefahren werden. Der zuletzt mit einem Zugpaar gefahrende Reiseverkehr zwischen Wolibórz und Ścinawka Średnia wurde im November 1971 wieder aufgeben und die Strecke zwischen Wolibórz und dem Anschluss des Gabbrowerkes später abgebaut. mini|links|Bahnhof Nowa Ruda Słupiec (2018) mini|Anschlussbahn des Gabbrowerkes (2010) Der Personenverkehr zwischen Ścinawka Średnia und Radków wurde am 30. Mai 1987 eingestellt. Zum 1. August 1999 wurde der Abschnitt stillgelegt und im September 1999 abgebaut. Regelmäßigen Güterverkehr gibt es weiterhin zwischen Ścinawka Średnia und Słupiec für das dortige Gabbrowerk.

Seit dem 28. November 2019 befinden sich die stillgelegten und abgebauten Streckenabschnitte Wolibórz–Nowa Ruda Słupiec und Ścinawka Średnia–Radków im Eigentum der Wojewodschaft Niederschlesien. Sie werden vom Dolnośląska Służba Dróg i Kolei we Wrocławiu (DSDIK) verwaltet.Streckenübersicht der DSDiK

Im Jahr 2026 begann der Wiederaufbau des Abschnittes Ścinawka Średnia–Radków. Vorerst laufen Instandsetzungsarbeiten am Empfangsgebäude in Radków sowie der Neubau der Überführung über die Woiwodschaftsstraße 386 in Ścinawka Średnia. Bis 2028 sollen 28 Millionen Złoty investiert werden. Vorgesehen ist ein Durchlauf der Personenzüge in der Relation Kłodzko–Radków im Zweistundentakt.„Dolní Slezsko chystá návrat vlaků do Radkówa, koleje zmizely před téměř 30 lety“ auf zdopravy.cz

Literatur Siegfried Bufe: Eisenbahnen in Schlesien. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham u. a. 1989, ISBN 3-922138-37-3 (Ostdeutsche Eisenbahngeschichte 4).

Weblinks

Dzierżoniów–Radków auf bazakolejowa.pl Nowa Ruda Słupiec–Radków auf atlaskolejowy.net

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in der Woiwodschaft Niederschlesien