mini|hochkant|Porträt des Komponisten Gaetano Donizetti (1837), gemalt von Francesco Coghetti. Francesco Coghetti (* 12. Juli 1801 in Bergamo; † 20. April 1875 in Rom) war ein italienischer Maler des 19. Jahrhunderts. Er gilt als Vertreter des akademischen Klassizismus und der Historienmalerei, der nach Erfolgen in ganz Europa schließlich als Professor und Präsident der Accademia di San Luca in Rom wirkte.

Leben Coghetti erhielt seine erste künstlerische Ausbildung in seiner Heimatstadt Bergamo unter Giuseppe Diotti.Liliana Barroero: Coghetti, Francesco. In: Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 26, Rom 1982. Im Jahr 1820 zog er nach Mailand, um an der Accademia di Brera zu studieren, wo er bald Preise für Zeichnung und Design gewann. Dank der finanziellen Unterstützung seines Vaters siedelte er 1821 nach Rom über, um sich in der Werkstatt des klassizistischen Meisters Vincenzo Camuccini weiterzubilden. Zudem genoss er die Protektion seines Landsmanns, des Kardinals Angelo Mai.

Die 1830er und 1840er Jahre markierten den Höhepunkt seiner Karriere. Coghetti erhielt zahlreiche Großaufträge für religiöse und historische Zyklen aus ganz Europa. Im Jahr 1844 wurde ihm die Position des Direktors der Academia de San Carlos in Mexiko-Stadt angeboten, die er jedoch ablehnte, um in Italien zu bleiben. 1858 wurde er zum Professor für Malerei und schließlich zum Präsidenten der päpstlichen Accademia di San Luca in Rom ernannt.

In den späten 1860er Jahren geriet Coghetti in die politischen Wirren des Risorgimento und der bevorstehenden Annexion des Kirchenstaates durch das Königreich Italien. Da die Accademia als Symbol der päpstlichen Macht galt und Coghetti politisch unter Druck geriet, wurde er nach der Umwandlung der Institution in die Reale Accademia di San Luca im Jahr 1873 von seinen Lehrverpflichtungen entbunden und suspendiert. Er verstarb zwei Jahre später in Rom an den Folgen eines Schlaganfalls.

Werk Coghetti verband in seinen Werken die strenge Linienführung des Klassizismus mit der aufkommenden dramatischen Emotionalität der Romantik. Neben großformatigen Fresken in Kirchen und Palästen war er ein gefragter Porträtist.

Porträt von Gaetano Donizetti (1837): Sein wohl bekanntestes Gemälde. Es zeigt den mit ihm befreundeten Komponisten aus Bergamo und befindet sich heute im Museo Donizettiano. Der Triumph des heiligen Alexander: Monumentales Altarbild für die Kathedrale von Bergamo. Deckenfresken im Palazzo Torlonia: Monumentale mythologische Zyklen im (später zerstörten) Palast der Familie Torlonia an der Piazza Venezia in Rom. Theater-Vorhang für das Teatro Amintore Galli in Rimini (1855): Ein monumentales Temperawerk (ca. 11 × 14 Meter), das im Auftrag des Architekten Luigi Poletti den Cäsaren beim Übergang über den Rubikon darstellt.

Literatur

Liliana Barroero: Coghetti, Francesco. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 26: Cisterni–Cordero. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1982 (Wissenschaftlicher Standard-Lexikonartikel). Pier Virgilio Begni Redona: Francesco Coghetti pittore (1801–1875). Monumenta Bergomensia, Bergamo 1983 (Die maßgebliche italienische Monographie und Biografie).

Amalia Pacia: Francesco Coghetti e la pittura a Bergamo nel secondo Ottocento. Silvana Editoriale, Cinisello Balsamo 2002, ISBN 978-8882154370 (Umfassender Werkkatalog zur klassizistischen Phase).

Weblinks

Eintrag zu Francesco Coghetti im Dizionario Biografico degli Italiani (italienisch)

Einzelnachweise

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