mini|Martinsrössli, 2026 Das Martinsrössli ist ein 28 Tonnen schwerer Findling im Kanton Glarus in der Schweiz. Der Felsblock aus Sedimentgesteinen des Verrucano wurde 2014 aus dem Sernf bei Schwanden gehoben und in Elm (Glarus Süd) aufgestellt.
Geschichte Verrucanogesteine bildeten sich im Zeitalter des Perms vor 300 bis 250 Millionen Jahren in der Nähe des Äquators durch Ablagerung von groben Sedimenten und Vulkangesteinen. Im Zuge der Kontinentaldrift wanderten die Platten nach Norden. Im weiteren Verlauf bildeten sich die Alpen: Vor 30 bis 20 Millionen Jahren schoben sich in Tiefen von zehn bis zwanzig Kilometern die alten Verrucanogesteinsdecken über viel jüngere Gesteinsschichten aus Kalkstein und Flysch. Diese Überschiebung wird als Glarner Hauptüberschiebung bezeichnet und gehört seit 2008 unter der Bezeichnung «Tektonikarena Sardona» zum Weltnaturerbe der UNESCO.unesco-sardona.ch: Meilensteine in der Geschichte des Welterbes Sardona. Schritte durch die Zeit. Abgerufen am 18. August 2026.Zweisprachige Informationstafel zu Martinsloch und -rössli (deutsch, englisch).
Durch Erosion gelangten Blöcke aus Verrucanogestein in den Sernf. Durch Verwitterung und Oxidation erhielten diese eine rötliche Färbung.
Kies und Sand schliffen im Laufe von Jahrhunderten den Felsblock des Martinsrössli zu einer kunstvollen Form, die einem Pferdekopf ähnelt. Der 28 Tonnen schwere Block wurde 2014 aus dem Sernftobel geborgen und im Dorfkern von Elm neben dem Zentnerhaus aufgestellt. Von diesem Ort kann an wenigen Tagen im März und September jährlich der Schein der Sonne durch das Martinsloch betrachtet werden.
Im Dorf erhielt der Fels den inoffiziellen Namen «Sernifit». Die Stiftung «Pro Elm» schrieb einen Wettbewerb aus, bei dem etwa 400 Vorschläge von 1200 Schülern für einen offiziellen Namen eingingen. Die fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Peter Jenny wählte den Namensvorschlag «Martinsrössli», der mit dem Martinsloch, der Martinsmad und der Martinsquelle in Beziehung stünde, auf den ersten Rang, gefolgt von «Pferdinand» und «Z’Elmerrössli» auf dem zweiten sowie «Elmattiner» und «Elmidino» auf dem dritten Rang. Im Oktober 2014 wurde der Felsblock durch den Ortspfarrer mit Elmer Mineralwasser der Martinsquelle getauft.Tauffest für den Sernifit. In: Fridolin. 2. Oktober 2014, S. 25.Stein auf «Martinsrössli» getauft. In: Fridolin. 9. Oktober 2014, S. 10.
Der Felsblock gehört zu den Lernorten im Geopark Sardona. Neben dem Felsen stehen steinerne Bänke und ein Tisch, in die geschichtliche Ereignisse und Sehenswürdigkeiten eingraviert sind. Informationstafeln erläutern Martinsloch sowie -rössli und weisen auf das «Dorfbild» von nationaler Bedeutung hin.
Belege
Weblinks
Aus Sernfiti wird neu das «Martinsrössli». In: glarus24.ch Skuriler Fels: Martinsrössli. In: mineralienatlas.de
Kategorie:Findling in der Schweiz Kategorie:Geographie (Glarus Süd)