mini|Inschrift DZd, Zeichnung von Dominique-Vivant Denon 1802
DZd ist die Abkürzung einer Inschrift von Dareios I. (D). Sie wurde am Suezkanal (Z) entdeckt und von der Wissenschaft mit einem Index (d) versehen. Die Inschrift liegt als Zeichnung eines Inschriftenbruchstücks in altpersischer Sprache vor. Die Zuordnung des Fragments zu einer zweiten Stele in der Nähe von Kubri ist umstritten.
Inhalt
Beschreibung Das Fragment aus Rosengranit mit der Inschrift DZd wurde erstmals 1802 von Dominique-Vivant Denon anhand einer Zeichnung beschrieben. Denon stützte sich dabei auf eine Skizze, die ihm vom französischen Général de division Charles Dugua übergeben wurde. Der genaue Fundort ist nicht bekannt. Die erwähnte Nähe zu Suez spricht jedoch für eine Lokalisierung bei Kubri; das Stück wird daher als Fragment einer zweiten Stele in Kubri zugeordnet, die bereits nach 1799 verloren gegangen war. Als Denon die Zeichnung erstellte, war die altpersische Schrift noch nicht entziffert und wies Fehler auf. Dass ein Zeichen wahrscheinlich eine Korrektur darstellte, hatte Georg Friedrich Grotefend bereits 1818 gesehen.Rüdiger Schmitt: Die altpersischen Inschriften der Achaimeniden. Editio minor mit deutscher Übersetzung. Reichert, Wiesbaden 2009 (); 2. Auflage Wiesbaden 2023. ISBN 978-3-7520-0716-9, S. 18.Melanie Wasmuth: Ägypto-persische Herrscher- und Herrschaftspräsentation in der Achämenidenzeit (=Oriens et Occident. Band 27). F. Steiner, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-515-11693-0.
In der Folge wurden verschiedene Versuche vorgenommen, um die Inschrift zu entziffern: Manfred Mayrhofer las sie spiegelverkehrt, während Günter Schweiger sie auf den Kopf stellte. Schweiger vermutete, dass die Abbildung eines Teils der Flügelsonne und die Inschrift getrennt abgezeichnet und später fehlerhaft kombiniert worden waren. Die Ägyptologin Melanie Wasmuth bezweifelt jedoch die Zuordnung zu einer zweiten Stele nahe Kubri und vermutet den Ursprung des Fragments stattdessen bei anderen persischen Ruinen im Umfeld der Stelen.
Literatur Dominique-Vivant Denon: Voyage dans la basse et la haute Égypte, pendant les campagnes du général Bonaparte. Paris 1802, S. 298 (online Auf: gallica.bnf.fr); Plances du voyage dans la basse et la haute Égypte. Tafel 124, Abbildung 3 (online Auf: gallica.bnf.fr). Georg Friedrich Grotefend: Bemerkungen über die Ruinen eines persischen Denkmahles in der Gegend von Suez. In: Fundgruben des Orients. Band 6, Wien 1818, S. 252–258, hier S. 253 (online Auf: digitale-sammlungen.de). Manfred Mayrhofer: Supplement zur Sammlung der altpersischen Inschriften (= Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, philosophisch‐historische Klasse. Band 338). Wien 1978, S. 34. Edda Bresciani: L’Egitto achemenide, Dario I e il canale del mar Rosso. In: Transeuphratène. Band 14, Paris 1998, S. 103–111. Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger / VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 1: S. 184f. und Band 2: 601–604. Rüdiger Schmitt: Minima cuneiformia. Bemerkungen zu Dareios’ Suez-Inschriften. In: Iranica Selecta. Studies in honour of Professor Wojciech Skalmowski (= Abstracta Iranica. Band 26). Turnhout 2003, S. 201–211. Rüdiger Schmitt: Die altpersischen Inschriften der Achaimeniden. Editio minor mit deutscher Übersetzung. Reichert, Wiesbaden 2009 (). 2. Auflage Wiesbaden 2023. ISBN 978-3-7520-0716-9, S. 18 und 150.
Einzelnachweise
Kategorie:Altorientalische Inschrift Kategorie:Altes Ägypten Kategorie:Dareios I. Kategorie:Altpersische Sprache