Mozo ist eine von dem britischen Singer-Songwriters und Rockmusikers Peter Gabriel in den 1970er Jahren geschaffene fiktive Figur, die seitdem in dem Liedtext von mehreren Liedern auftauchte oder zum Thema wurde.

Hintergrund Mozo ist ein von der Welt entfremdeten Außenseiter, der versucht, über das Medium Kurzwellen-Radio berühmt zu werden, indem er sich ein Alter Ego ausdenkt, das seinen Bestrebungen entspricht. Zwei Ideen zur Verfilmung der Geschichte von Mozo wurden jedoch nicht umgesetzt.

Vorgeschichte In den frühen 1970er Jahren, während seiner Zeit in der Band Genesis, führte Peter Gabriel die Rockmusik in das Reich der theatralischen Phantasie. Viele der zentralen Erzählstränge in Gabriels Liedtexten entsprangen seinen Träumen und spiegelten Aspekte seiner eigenen Persönlichkeit wider. Die Figur des Rael, eines halb puertorikanischen jugendlichen Straftäters, der im Mittelpunkt des Doppelalbums The Lamb Lies Down on Broadway steht, suchte in einem von Monstern und gefährlichen Hindernissen heimgesuchten New York nach seinem verlorenen Bruder John, der ein fehlender Teil von Rael war. Natürlich handelte es sich bei Rael um Gabriel. Auf dem Albumcover trat Rael aus dem Bildrahmen heraus und blickte in einem Moment der Selbsterkenntnis auf seinen früheren Kontext zurück. Nach der Tournee zu The Lamb Lies Down on Broadway verlies Gabriel die Band Genesis und begann eine Solokarriere. Etwa zu dieser Zeit tauchte die Figur des Mozo als Teil eines von ihm erdachten Gesamtkonzepts auf, das auf die Schaffung einer ambitionierten Bühnen- oder Filmtheateraufführung abzielte. Mozo basierte teilweise auf der biblischen Figur des Moses () und war eine rätselhafte Kraft, die aus dem Nichts auftauchte, Leben durcheinanderbrachte und dann wieder verschwand. Doch trotz seines verändernden Einflusses auf die Welt fühlte sich Mozo machtlos. Er war zwar in der Welt, aber nicht von dieser Welt. Da er größtenteils verborgen und unsichtbar war, konnte sich Mozo nur mit der Hilfe von Technologie, wie insbesondere der Radiotechnologie ausdrücken und sich bei anderen Gehör verschaffen.

Geschichte Mozo wurde ab dem Lied Down the Dolce Vita und Here Comes the Flood von seinem Debütalbum Peter Gabriel 1: Car von 1977 zum zentralen Thema bestimmter Songs in Gabriels Diskografie. Mozo war auch der Protagonist von On The Air und Exposure von Gabriels zweitem Solo-Album Peter Gabriel 2: Scratch aus dem Jahr 1978. Gabriel erwähnte Gabriel Mozo zum ersten Mal ausdrücklich in dem Liedtext von On the Air. Er hatte die Idee zu Mozo Anfang 1976, nachdem er die alchemistische Abhandlung Aurora ConsurgensEdmund Oskar von Lippmann: Geschichte der Alchemie. Band II. Springer, Berlin 1931, S. 28. Zitiert bei Marie-Louise von Franz: Aurora Consurgens. Ein dem Thomas von Aquin zugeschriebenes Dokument der alchemistischen Gegensatzproblematik (1957). In: C. G. Jung: Gesammelte Werke 14.3. Walter, Düsseldorf 1995, ISBN 3-530-40091-2, S. 209, Fußnote 3 (Kapitel: Ist Thomas von Aquin der Verfasser?) gelesen hatte, und beabsichtigte, eine Reihe von Liedern rund um Mozo zu schreiben, die in einer vollständigen Geschichte gipfeln sollten. Bis zu One by One waren die letzten Songs, in denen Mozo im Mittelpunkt stand, Red Rain und That Voice Again von Gabriels Album So aus dem Jahr 1986. Gabriel hatte bereits vor, Mozo in einigen seiner anderen Werke einzusetzen, nachdem er Ende der 1970er Jahre mit dem Gedanken gespielt hatte, mit dem tschechischen Animator Radúz Činčera für einen Film zusammenzuarbeiten. Darin wurden die Bewohner eines Dorfes für ihre Sünden mit einem blutroten Regen bestraft. Red Rain sollte das Titellied sein. Diese Idee wurde jedoch nicht verwirklicht, ebenso wenig wie Gabriels Plan, Mozos Geschichte in ein einstündiges Video umzusetzen. Auf der Suche nach einer Figur für sein Brain Show-Projekt beschloss Gabriel, die Figur wiederzubeleben, da er „schon immer ein bisschen mehr mit Mozo machen wollte“. Er war der Meinung, dass die Bezüge zur Alchemie in Mozos Erzählung gut zu den Themen des Songs One by One des Albums o\i von 2026 passen würden, nämlich dem „Versuch, das Selbst, die Psyche und die geistige Gesundheit wieder zusammenzufügen“. in One by One wurde die Hauptfigur der Handlung der Geschichte regelrecht auseinandergerissen und versucht nun, sich Stück für Stück wieder zusammenzusetzen. Gabriel benötigte eine Figur für diese Geschichte und wollte schon immer etwas mehr aus der Figur Mozo machen, die er vor vielen Jahren eingeführt hatte. Gabriel dachte sich: „Na gut, dann geben wir ihm hier noch eine Chance. Er wurde von den Toten zurückgebracht.“ Gabriel faszinierte an Mozo, dass dieser weder ganz Teil dieser Welt war, noch ganz außerhalb stand. In der ursprünglichen Geschichte zu seinem zweiten Album wurde er auf einer Mülldeponie gefunden, außerdem gab es einen Bezug zur Alchemie. Dieser besagte, dass man nur aus dem niedrigsten Material, nämlich Scheiße, wirklich Gold erschaffen kann. In der japanischen Kultur gibt es laut Gabriel auch das Kintsugi (kin: Gold, tsugi: Reparatur), bei dem eine zerbrochene Tasse mit Gold oder Edelmetallen repariert wird und die reparierte Tasse mit ihren sichtbaren Fehlern am Ende wertvoller ist als das Original. Das ist seiner Ansicht nach ein wunderschönes Symbol für die Menschheit, denn diese sei bemerkenswert zerbrechlich. Der Versuch, sich selbst, die Psyche und die geistige Gesundheit wieder zusammenzufügen, sei eigentlich schon die Reise, um die es in One by One geht. Dieser wird zuerst als auseinandergerissen dargestellt. Alles in seinem Leben sei untergegangen und sein Herz ist zerschlagen. Nach außen jedoch wirkt es so, als ob alles gut sei. Doch die Wolken kommen und bringen den Regen zurück. Im Refrain sagt er jedoch selbstbewusst: „Ich setze es wieder zusammen, das ist mein einziger Selbstschutz“ („I'm putting it back together, this is my only self-defence“). Die zweite Strophe wechselt wieder in die Betrachtung nach außen und es wird gesagt, dass Mozos Geschichte erzählt werden müsse, obwohl er scheinbar verschwunden war: „Als die Menge ihn endlich bemerkte, gab es keinen Ort mehr, an den er sich hätte zurückziehen können“ („By the time the crowd had noticed him, there was nowhere else to roam“). Im zweiten Teil von One by One wird in eine wesentlich freiere Form gewechselt, die einer umfangreichen Aufzählung entspricht. Mozo beschreibt immer noch, dass ihm seine Dinge zerfallen. Er kommt aber zurück und bringt sich wieder in eine vollständige Form, wie ein Puzzle, das zusammengesetzt wird. Nichts ist ihm geblieben „um diese Liebe zu spüren“ („nothing left to feel this love“). Er kann jedoch immer noch „dein Gesicht ausmachen“ („make out your face“). Die Menge der dahinfließende Worte führen letztlich zu dem Ziel: „Zusammenkommen. Deine Hand halten.“ („Get it together Hold it in your hand“).

Siehe auch Here Comes the Flood On the Air (Lied) Red Rain That Voice Again One by One (Lied)

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Einzelnachweise

Kategorie:Fiktive Figur Kategorie:Peter Gabriel Kategorie:Genesis (Band)