mini|Dorfkirche Thammenhain Die evangelische Dorfkirche Thammenhain ist eine im Kern spätgotische Saalkirche im Ortsteil Thammenhain von Lossatal im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Thallwitz-Lossatal im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und kann in der Regel nicht besichtigt werden.Informationen auf architektur-blicklicht.de
Geschichte und Architektur Die kleine Saalkirche stammt vermutlich vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Der Dachreiter wurde im Jahr 1674 von Caspar Bormann aus Trebsen errichtet und in den Jahren 1838 und 1985 erneuert. Die Sakristei stammt aus dem Jahr 1830; ein Umbau der Kirche erfolgte im Jahr 1856. Die Bemalung der Decken und der Emporen erfolgte im Jahr 1907. Restaurierungen wurden in den Jahren 1961–1965 und 1975 durchgeführt.
Das Bauwerk ist ein verputztes Bruchsteinbauwerk; der deutlich niedrigere, eingezogene Chor endet mit Dreiachtelschluss. An der Nordseite ist die Sakristei, an der Südseite die Patronatsloge angebaut. Ein verschieferter Dachreiter ist über dem Saal erbaut. Die Korbbogenfenster stammen in dieser Form von 1856, im Chor sind sie leicht spitzbogig geformt.
Im Inneren ist das Bauwerk flachgedeckt, eingeschossige Emporen umgeben den Raum an drei Seiten. Der Triumphbogen vermittelt zum Chor; dort wurde nach Einsturz des Gewölbes eine provisorische Holzdecke eingezogen. Die Patronatsloge ist mit einem Segmentbogen zum Chor geöffnet; an der Balustrade sind Wappen derer von Schönberg aus der Mitte des 18. Jahrhunderts angebracht. An der Nord- und an der Südwand sind einfache spätgotische Sakramentsnischen angeordnet, die im Jahr 1975 freigelegt wurden.
Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist ein Kanzelaltar aus Holz aus der Zeit um 1730, der seitlich von aufwändiger Rankenschnitzerei gerahmt ist; über dem Gebälk ist eine Gloriole angebracht. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1907.
Die spätromantische Orgel ist ein Werk von Orgelbau A. Schuster & Sohn aus dem Jahr 1907 mit 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Seitlich ist geschnitztes Rankenwerk des alten Orgelprospekts der Vorgängerorgel von Troger (1704/04) mit dem Wappen derer von Schönberg von 1720 angeordnet.
Mehrere Grabdenkmäler aus Sandstein des 16. bis 18. Jahrhunderts sind erhalten: für Hans von Lindenau († 1571) mit der ganzfigurigen Darstellung des Verstorbenen in voller Rüstung. Die zugehörige Schrifttafel wurde im Jahr 1907 getrennt aufgestellt; für Dorothea von Brederloh († 1616) mit der nur noch in Umrissen erkennbaren Figur; für Pfarrer Johann Michaelis († 1687). Außerdem erinnert eine Platte mit Krone und Wolken an Christaine Henriette Carolina Friederica von Langenau († 1772), mit einer Inschrifttafel aus schwarzem Marmor, davor auf einem Sockel ein weinender Engel.
Literatur
Weblinks
Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
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