thumb|Felipe Larraín Felipe José Larraín Bascuñán (* 14. Februar 1958 in Santiago) ist ein chilenischer Wirtschaftswissenschaftler, Hochschullehrer und Politiker. Er war von 2010 bis 2014 und erneut von 2018 bis 2019 Finanzminister in den beiden Regierungen von Präsident Sebastián Piñera.

Larraín ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile und war als Hochschullehrer und Forscher auch an der Harvard University tätig.

Biografie Larraín wurde am 14. Februar 1958 in Santiago geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile, wo er einen Abschluss als Ingeniero Comercial erwarb. Anschließend setzte er seine Ausbildung an der Harvard University in den Vereinigten Staaten fort und promovierte dort zum Ph.D. in Wirtschaftswissenschaften.

Seine akademische Laufbahn ist vor allem mit der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile verbunden, an deren wirtschaftswissenschaftlichem Institut er seit 1996 als ordentlicher Professor tätig ist. Zwischen 1997 und 1999 war er Robert F. Kennedy Visiting Professor of Latin American Studies an der Harvard University und anschließend von 2000 bis 2002 Faculty Fellow an derselben Universität.

Neben seiner akademischen Tätigkeit arbeitete Larraín als internationaler Wirtschaftsberater und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Bücher. Gemeinsam mit dem US-amerikanischen Ökonomen Jeffrey Sachs verfasste er das Lehrbuch Macroeconomics in the Global Economy.

Politische Laufbahn Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Chile 2009/2010 arbeitete Larraín im wirtschaftspolitischen Team von Sebastián Piñera. Nach dessen Wahlsieg wurde er zum Finanzminister der neuen Regierung ernannt und trat das Amt am 11. März 2010 an.

Ein wesentlicher Teil seiner ersten Amtszeit fiel in die wirtschaftliche Wiederaufbauphase nach dem Erdbeben vom 27. Februar 2010. Im Oktober desselben Jahres wurde Larraín von der Fachpublikation Emerging Markets als lateinamerikanischer Finanzminister des Jahres ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigte insbesondere seine Strategie zur Finanzierung des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben.

Larraín blieb während der gesamten ersten Präsidentschaft Piñeras im Amt und schied mit dem Regierungswechsel am 11. März 2014 aus dem Finanzministerium aus.

Nach Piñeras erneutem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Chile 2017 wurde Larraín ein zweites Mal zum Finanzminister ernannt. Am 11. März 2018 trat er das Amt erneut an. Zu den wirtschaftspolitischen Schwerpunkten seiner zweiten Amtszeit gehörten unter anderem eine Steuerreform sowie Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums.

Im Januar 2019 wurde Larraín von der britischen Fachzeitschrift The Banker als Finance Minister of the Year for the Americas ausgezeichnet. Die Zeitschrift hob dabei die wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Förderung des Wachstums in einem von regionaler wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit geprägten Umfeld hervor.

Im Zuge der sozialen Proteste von 2019 nahm Präsident Piñera am 28. Oktober 2019 eine umfangreiche Kabinettsumbildung vor. Dabei schied Larraín nach insgesamt fast sechs Jahren als Finanzminister in beiden Regierungen Piñeras aus dem Kabinett aus. Sein Nachfolger wurde der Wirtschaftswissenschaftler Ignacio Briones.

Einzelnachweise

Kategorie:Finanzminister (Chile) Kategorie:Ökonom (20. Jahrhundert) Kategorie:Ökonom (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Päpstliche Katholische Universität von Chile) Kategorie:Absolvent der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile Kategorie:Absolvent der Harvard University Kategorie:Chilene Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann