thumb|Víctor Pérez (2020) Víctor José Pérez Varela (* 18. Oktober 1954 in Santiago) ist ein chilenischer Rechtsanwalt und Politiker der konservativen Partei Unión Demócrata Independiente (UDI). Er war von 1990 bis 2006 Mitglied der chilenischen Abgeordnetenkammer, von 2006 bis 2020 Mitglied des Senats und von Juli bis November 2020 Innenminister in der zweiten Regierung von Präsident Sebastián Piñera.

Pérez gehört zu den langjährigen Führungspersönlichkeiten der UDI und war unter anderem von 2008 bis 2012 Generalsekretär der Partei.

Biografie Pérez wurde am 18. Oktober 1954 in Santiago als Sohn von Claudio Renato Pérez Arriagada und Julieta Inés Varela Carter geboren. Seine Schulausbildung absolvierte er am Liceo José Victorino Lastarria in Santiago und am Liceo de Hombres de Concepción. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Universität von Concepción und erhielt 1981 seine Zulassung als Rechtsanwalt.

Seine politische Tätigkeit begann bereits während seines Studiums. In den 1970er Jahren gehörte er der Jugendorganisation des Partido Nacional an. Später näherte er sich dem Umfeld von Jaime Guzmán an.

Politische Laufbahn Von 1981 bis 1987 war Pérez während der Militärregime in Chile als ernannter Bürgermeister von Los Ángeles tätig. 1983 gehörte er zu den Gründern der späteren Unión Demócrata Independiente in der Stadt.

Bei der Parlamentswahl in Chile 1989 wurde Pérez als unabhängiger Kandidat im Wahlbündnis Democracia y Progreso für den Wahlkreis 47 in der Región del Biobío in die Abgeordnetenkammer gewählt. Er wurde 1993, 1997 und 2001 wiedergewählt und gehörte der Kammer damit während vier aufeinanderfolgenden Legislaturperioden von 1990 bis 2006 an.

Bei der Parlamentswahl 2005 wurde Pérez für die Región del Biobío in den Senat gewählt. Nach seiner Wiederwahl 2013 blieb er bis Juli 2020 Senator. Insgesamt gehörte er damit drei Jahrzehnte lang ununterbrochen dem chilenischen Nationalkongress an.

Innerhalb der UDI übernahm Pérez verschiedene Führungspositionen. Neben seiner Tätigkeit als Generalsekretär gehörte er zu den einflussreichen Vertretern der Partei im Senat.

Am 28. Juli 2020 ernannte Präsident Sebastián Piñera Pérez im Rahmen einer Kabinettsumbildung zum Minister für Inneres und öffentliche Sicherheit. Er folgte Gonzalo Blumel im Amt nach und gab dafür sein Senatsmandat auf. Seine Ernennung erfolgte in einer politisch angespannten Phase vor dem Verfassungsreferendum in Chile 2020.

Während seiner kurzen Amtszeit musste Pérez unter anderem politische Konflikte im Zusammenhang mit der Sicherheitslage in der Región de La Araucanía und einen landesweiten Streik von Lastwagenfahrern bewältigen.

Im Oktober 2020 brachten Abgeordnete der Opposition eine Verfassungsanklage (acusación constitucional) gegen Pérez ein. Am 3. November 2020 stimmte die Abgeordnetenkammer für die Zulassung der Anklage. Noch am selben Tag trat Pérez nach 98 Tagen im Amt als Innenminister zurück. Der Senat lehnte die Verfassungsanklage am 16. November 2020 schließlich ab.

Im Dezember 2020 kandidierte Pérez für den Vorsitz der UDI, unterlag jedoch der von Javier Macaya angeführten Liste.

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