Gertrud „Gertel“ Stamm-Hagemann (* 1. März 1890 oder 1891 in Iserlohn, Provinz Westfalen; † 30. Mai 1939 in Karlsruhe) war eine deutsche Malerin und Scherenschnitt-Künstlerin sowie Autorin von Kinder- und Jugendliteratur.
Leben mini|hochkant|Landsturm letzten Aufgebots, Scherenschnitt auf Postkarte, um 1918 mini|hochkant|Bildnis, um 1928 Gertrud Stamm studierte Malerei bei Arthur Kampf und in der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin.Stamm-Hagemann, Gertrud. In: Dresslers Kunsthandbuch. 1930, S. 972 Sie profilierte sich als eine Hinterglasmalerin und Scherenschnittkünstlerin.Martin Knapp: Deutsche Schatten- und Scherenbilder aus drei Jahrhunderten. Der Gelbe Verlag, Dachau 1910, S. 97Julius Zeitler: Alte deutsche Schattenbilder. In: Die Gartenlaube, Jahrgang 1916, Nr. 45, S. 907 (Google Books) Bereits in der Jugendzeit entwickelte sie das Interesse an diesen Sparten. 1908 lernte sie während eines Urlaubes in Hiddensee an der Ostsee den bekannten Scherenschnittkünstler Ernst Penzoldt kennen, mit dem sie mehrere Jahre im Briefwechsel stand und Scherenschnitte austauschte. Sie schuf in dieser Technik diverse Motive als Einzelbilder und Illustrationen für Bücher und veröffentlichte ihre Werke unter anderem in der Zeitschrift Der Kunstwart und in der Mappe Schattengeist, herausgegeben 1912 von Ferdinand Avenarius im Callwey-Verlag.
1912 heiratete sie den Maler Oskar Hagemann, mit dem sie bis 1915 auf Schloss Augustenburg in der Grötzinger Malerkolonie lebte. Dann zogen die Hagemanns nach Berlin, dessen großstädtische Atmosphäre ihnen allerdings nicht behagte. Daher mieteten sie 1916 das Wasserschloss Sommerau im unterfränkischen Sommerau bei Eschau an, ehe sie sich 1920 in Karlsruhe niederließen. Sie nahm an mehreren Ausstellungen teil, so an der Schau Deutsche Kunst Düsseldorf 1928 und 1929 an der Ausstellung Badisches Kunstschaffen der Gegenwart in der Kunsthalle Mannheim.Gustav Friedrich Hartlaub: Badisches Kunstschaffen der Gegenwart. In: Deutsche Kunst und Dekoration. Illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst und künstlerisches Frauen-Arbeiten. Verlagsanstalt Alexander Koch, Darmstadt 1929, 32. Jahrgang, Heft 7 (April 1929), S. 291 (Digitalisat)
Gertrud Stamm-Hagemann stand in Briefwechsel mit zahlreichen Persönlichkeiten, etwa mit Richard Dehmel.Leonhard Tomczyk: Gutacher Impressionen von Gertel Hagemann. In: Die Ortenau 89, S. 435–442 (PDF)
Veröffentlichungen Schattengeist. Kunstmappe, Callwey, München 1912. Atzel. Aus dem Leben einer chinesischen Nachtigall. Verlag für Volkskunst und Volksbildung, Lahr 1931. Muschik. Aus dem Leben eines Pferdes (Die Kleinen Tierbücher, 6/7). Stuffer, Baden-Baden 1940.
Literatur
Stamm-Hagemann, Gertrud. In: Saur Allgemeines Künstlerlexikon. Bio-bibliographischer Index A–Z. 10 Bände, K. G. Saur, München/Leipzig 1999–2000, ISBN 3-598-23910-6, Band 9: Schinz–Torricelli (2000), S. 410. Leonhard Tomczyk: Oskar und Gertrud (Gertel) Hagemann in Sommerau. In: Spessart, Heft 6, 2008.
Weblinks
Gertrud Stamm-Hagemann, Eintrag im Portal rkd.nl Stamm-Hagemann, Gertrud, Eintrag im Portal deutsche-biographie.de
Einzelnachweise
Kategorie:Papierkünstler Kategorie:Maler (Karlsruhe) Kategorie:Glasmaler (Deutschland) Kategorie:Porträtmaler Kategorie:Illustrator (Deutschland) Kategorie:Autor Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Literatur (Baden-Württemberg) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 19. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Frau