Strużyna () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Morąg im Powiat Ostródzki. mini|Landschaft bei Strużyna

Geographische Lage Strużyna liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, zehn Kilometer nördlich der Stadt Morąg bzw. 32 Kilometer nördlich der Kreismetropole Ostróda.

links|mini|Silberbach (oben links) auf einer Karte von 1925

Geschichte Das einstige Silberbach ist ein altes Kirch- und GutsdorfDietrich Lange: Silberbach, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) und bestand bereits zur Ordenszeit.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Silberbach (Landkreis Mohrungen) Im Jahre 1406 findet sich ein Eintrag im Zinsbuch des Ordens.

Im Jahre 1785 wurde Silberbach als ein „adliges Vorwerk“ und „Dorf mit Kirche“ bei 44 Feuerstellen genannt, das im Besitz der Burggrafen und Grafen zu Dohna-Reichertswalde war. Im Jahre 1820 hatte das „adlige Dorf“ 42 Feuerstellen bei 320 Einwohnern.

Die Landgemeinde Silberbach wurde 1874 in den im ostpreußischen Kreis Mohrungen, Regierungsbezirk Königsberg, neu errichteten Amtsbezirk Reichertswalde eingegliedert und gehörte bis 1945 ihm an.Rolf Jehkie: Amtsbezirk Reichertswalde

In den Folgejahren stiegen die Einwohnerzahlen von Silberbach an. Im Jahre 1885 und im Jahre 1910 betrugen sie 586 bzw. 538, in den Jahren 1933 und 1939 beliefen sie sich auf 631 bzw. 608.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Mohrungen Zu Silberbach gehörte der Ortsteil Stobnitt.

Im Zuge der Abtretung des gesamten südlichen Ostpreußen in Kriegsfolge 1945 an Polen wurde der Ort zunächst in „Srebrniki“ umbenannt, seit 1946 heißt der Ort „Strużyna“. Stabuniki ist Ortsteil des Dorfes (część wsi). Strużyna ist jetzt eine Ortschaft im Verbund der Stadt-und-Landgemeinde Morąg im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugeordnet. Im Jahre 2021 zählte Strużyna 304 Einwohner.

Prähistorischer Burgwall Etwa 1,5 Kilometer östlich des Dorfs befindet sich als eine aufschlussreiche archäologische Stätte der Grodzisko w Strużynie, ein alter frühmittelaterlicher Burgwall. Durch seine Lage auf einer Anhöhe und durch das Tal des Srebrna Struga (Silberbach) sowie das heute trockengelegte Becken des Jezioro Długie (Langer See) war die Burg gut geschützt.Grodziska Warmii i Mazur: Strużyna (polnisch)

Religion Kirchengebäude Die heutige Kirche in Strużyna ist ein Nachfolgebau anstelle einer in der Ordenszeit erbauten Fachwerkkirche.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 64, Abb. 221, 222 In den Jahren 1757 bis 1764 wurde sie als ein gestreckter achteckiger Ziegelbau unter dem Patronat des Friedrich Ludwig zu Dohna-Reichertswalde (1617–1766) errichtetInformationszentrum Ostpreußen: Strużyna – Silberbach – mit einem Turm aus Ziegeln und einst einem Bretterdach an der nördlichen Langseite.Agathon Harnoch: Silberbach, in: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 182

Der Kircheninnenraum ist in Querlage eingerichtet, er wird im Mittelschiff von einem hölzernen Tonnengewölbe überdeckt, wobei die Seitenschiffe lediglich eine Flachdecke haben. Der Altar von etwa 1700 wurde 1764 mit der Kanzel von ca. 1746 vereinigt und in der Mitte der Südseite aufgestellt. Vor dem Altar befand sich der Grabstein des Pfarrers Johann Geycke (Geike), der von 1607 bis zu seinem Tode 1649 an der Kirche amtierte. Der Taufstein war eine Bildhauerarbeit, die Taufschale ein Geschenk der Frau Drude von Gadendorp geborene von Ahlfeldt von 1609. Eine Orgel fand ihren Standort an der Westseite.

Unter dem Kirchenschiff befand sich die Grablege derer zu Dohna-Reichertswalde. Zur Einrahmung eines Seitenaltars aus dem 18. Jahrhundert verwendete man das Epitaph der Johanna Elisabeth zu Dohna, geborene Gräfin zur Lippe-Detmold (1653–1690), der ersten Ehefrau des Christoph Friedrich Burggraf und Graf zu Dohna-Lauck (1652–1734).

Bis 1945 war die Silberbacher Kirche ein evangelisches Gotteshaus. Nach 1945 wurde sie von Neusiedlern meist römisch-katholischer Konfession genutzt.Bistum Ermland: Pfarrei Strużyna (polnisch) Heute ist sie deren Pfarrkirche und Unser lieben Frau von der Barmherzigkeit geweiht. 1980 wurde das Gebäude restauriert, und auch der Kanzelaltar wurde wieder getrennt.

Kirchengemeinde Eine Kirche wurde in Silberbach bereits in vorreformatorischer Zeit gegründet.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 466 Mit der Reformation hielt hier das lutherische Bekenntnis Einzug.

Evangelisch Die Kirche in Silberbach war bis 1570 eine Filialkirche von Mohrungen.Friedwald Moeller: Silberbach, in: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 127–128 Bis 1690 gehörten die Kirchen in Kahlau und Hagenau als Filialkirchen zu Silberbach. War die Pfarrei einst in die Inspektion Saalfeld einbezogen, so gehörte sie bis 1945 zur Superintendentur Mohrungen im gleichnaigen Kirchenkreis innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Das Kirchenpatronat oblag den Rittergutsbesitzern der Burggrafen und Grafen zu Dohna-Reichertswalde bzw. zu Dohna-Lauck. Die Kirchengemeinde zählte im Jahre 1925 1.845 Gemeindeglieder, die im Pfarrort und in acht Kirchspielorten lebten:

Kirchspielorte: Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Abrahamsheide Borzmowo Klein Hermenau Niebrzydowo Małe Goldbach Złotna Reichertswalde Markowo Gottsgabe Zbożne Stobnitt Stabuniki Groß Hermenau Niebrzydowo Wielkie Weeskenthal Dolina

Pfarrer: An der Kirche in Silberbach amtierten als evangelische Pfarrer: Johann Liedtcke, ab 1570 Friedrich Guttkraut, 1578–1600 Heinrich Fabrizius, 1602–1607 Johann Geycke, 1607–1649 Tobias Freyenwald, 1628 Melchior Weiß, 1650–1654 Tobias Senftenberg, 1654–1690 Friedrich Rechenberg, 1690–1702 Johann Heinrich Müller, 1702–1707 Johann Friedrich Schröter, 1708–1740 Reinhold Friedrich Brauer, 1740–1788 Theodor Friedrich Brauer, 1785–1830 Johann Fr. Gottl. Z. Gänike, 1831–1876 Heichrich Dav. Herm. Jamrowski, 1877–1923 Erich Riedel, 1924–1933 Wolfram Ed. Ottomar Maaß, bis 1939 Paul Guddas, 1933–1942 Otto Huhn, 1942–1945

Römisch-katholisch Vor 1945 lebten zahlenmäßig nur sehr wenige römisch-katholische Einwohner in Silberbach und Umgebung. Sie gehörten zur Pfarrei St. Joseph in Mohrungen.

In Kriegsfolge siedelten sich nach 1945 zahlreiche Neubürger in Strużyna an, die fast ausnahmslos römisch-katholischer Konfession waren. Ihnen wurde die bisher evangelische Kirche als Gotteshaus übertragen. Mehrfach restauriert und den veränderten liturgischen Bräuchen angepasst wurde die Kirche „Unser lieben Frau von der Barnherzigkeit“ geweiht. Am 1. März 1976 wurde Strużyna Sitz einer Pfarrei, die jetzt zum Dekanat Morąg im Bistum Elbląg gehört.

Verkehr Strużyna liegt an einer Nebenstraße, die bei Niebrzydowo Wielkie von der Woiwodschaftsstraße 528 abzweigt und über Markowo bis nach Godkowo an der Woiwodschaftsstraße 513 führt. Außerdem verläuft eine von Łączno an der Woiwodschaftsstraße 527 (frühere deutsche Reichsstraße 133) kommende Nebenstraße durch Strużyna und endet in Zimnochy.

Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Weblinks

Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Silberbach

Einzelnachweise

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