mini|Antonia Urrejola (2022)

Antonia Urrejola Noguera (* 13. November 1968) ist eine chilenische Rechtsanwältin und Menschenrechtsexpertin. Von März 2022 bis März 2023 war sie Außenministerin Chiles in der Regierung von Präsident Gabriel Boric. Zuvor gehörte sie von 2018 bis 2021 der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) an, deren Präsidentin sie 2021 war.

Leben

Ausbildung und berufliche Laufbahn Urrejola studierte Rechtswissenschaften an der Universidad de Chile. Darüber hinaus absolvierte sie ein postgraduales Studium im Bereich Menschenrechte und Übergangsjustiz.

2003 nahm sie eine Tätigkeit im chilenischen Innenministerium auf, wo sie als Beraterin für Menschenrechtsfragen arbeitete. Sie beschäftigte sich insbesondere mit den Rechten der indigenen Bevölkerung und gehörte einer Sonderkommission an, die sich mit dieser Thematik befasste. 2006 wurde sie Beraterin des Generalsekretärs der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS).

Interamerikanische Kommission für Menschenrechte 2017 wurde Urrejola von der Generalversammlung der OAS für eine vierjährige Amtszeit von 2018 bis 2021 in die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte gewählt. Gemeinsam mit ihr wurden die brasilianische Juristin Flávia Piovesan und der mexikanische Diplomat Joel Hernández García gewählt.

Innerhalb der Kommission fungierte Urrejola unter anderem als Berichterstatterin für die Rechte indigener Völker sowie als Länderberichterstatterin für Brasilien, Jamaika, Trinidad und Tobago, Uruguay und Kuba.

Im März 2021 übernahm sie als Nachfolgerin von Joel Hernández García die Präsidentschaft der Kommission. Mit Julissa Mantilla Falcón als erster und Flávia Piovesan als zweiter Vizepräsidentin bestand die Leitung der CIDH erstmals ausschließlich aus Frauen.

Im Juni 2021 berichtete Urrejola vor der OAS über die Menschenrechtslage in Nicaragua. Sie verwies dabei auf mehr als 120 willkürliche Festnahmen sowie auf die Inhaftierung mehrerer Oppositionspolitiker und Präsidentschaftskandidaten.

Bei der Wahl der Kommissionsmitglieder durch die OAS-Generalversammlung im November 2021 kandidierte Urrejola für eine weitere Amtszeit, wurde jedoch nicht wiedergewählt.

Außenministerin Nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Chile 2021 berief der gewählte Präsident Gabriel Boric Urrejola in sein Kabinett. Am 11. März 2022 trat sie ihr Amt als Außenministerin an. Sie war nach Soledad Alvear die zweite Frau an der Spitze des chilenischen Außenministeriums.

Während ihrer Amtszeit war sie für die Außenpolitik der Regierung Boric verantwortlich und vertrat Chile bei internationalen und regionalen Organisationen. Ihre vorherige Tätigkeit innerhalb des interamerikanischen Menschenrechtssystems spielte dabei eine wichtige Rolle in ihrem politischen Profil.

Im Januar 2023 geriet Urrejola in die öffentliche Diskussion, nachdem die Aufzeichnung einer internen Besprechung des Außenministeriums bekannt geworden war. Darin äußerte sie sich kritisch über den argentinischen Botschafter in Chile, Rafael Bielsa, nachdem dieser die Entscheidung der chilenischen Regierung zum Bergbau- und Hafenprojekt Dominga kommentiert hatte. Nach der Veröffentlichung trat Urrejolas Kommunikationsdirektorin zurück.

Im Rahmen einer Kabinettsumbildung schied Urrejola am 10. März 2023 aus der Regierung aus. Ihr Nachfolger als Außenminister wurde der Diplomat und Politikwissenschaftler Alberto van Klaveren.

Weblinks

Informationen zur Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte bei der Organisation Amerikanischer Staaten (englisch)

Einzelnachweise

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