mini|Adriana Delpiano (2025) Carmen Adriana Delpiano Puelma (* 27. Februar 1947 in Santiago de Chile) ist eine chilenische Sozialarbeiterin und Politikerin. Sie gehört dem Partido por la Democracia (PPD) an und bekleidete seit den 1990er Jahren verschiedene politische Ämter unter den Präsidenten Eduardo Frei Ruiz-Tagle, Ricardo Lagos, Michelle Bachelet und Gabriel Boric. Von März 2025 bis zum Ende der Regierung Boric im März 2026 war sie Verteidigungsministerin Chiles.

Leben

Familie und Ausbildung Adriana Delpiano ist die Tochter von Guillermo Delpiano Delpiano und Adriana Puelma Camus. Aus ihrer Ehe mit dem Ingenieur José Antonio Valenzuela Silva gingen zwei Töchter hervor, darunter die Politikerin Sofía Valenzuela. 2010 heiratete Delpiano in zweiter Ehe Francisco Antonio Pérez Spearman.

Sie studierte an der Pontificia Universidad Católica de Chile und absolvierte später in Mexiko ein Masterstudium in Erziehungswissenschaften. Ihre berufliche Laufbahn begann sie bei der Corporación de la Reforma Agraria (CORA), der für die Durchführung der chilenischen Agrarreform zuständigen staatlichen Behörde, für die sie drei Jahre tätig war.

Politische Anfänge und Exil Delpiano engagierte sich zunächst im MAPU Obrero Campesino. Von 1972 bis 1973 war sie Koordinierungssekretärin des Frente Patriótico de Mujeres. Nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 ging sie ins Exil nach Mexiko, wo sie beruflich tätig war und ihre akademische Ausbildung fortsetzte.La Tercera, Santiago de Chile, 23. April 2006, S. 32. In den 1980er Jahren wurde ihr die Rückkehr nach Chile gestattet.

Nach einer zeitweiligen Zugehörigkeit zu einer Strömung der Sozialistischen Partei beteiligte sich Delpiano 1987 an der Gründung des Partido por la Democracia (PPD).La Nación, Santiago de Chile, 2. März 2008, S. 3. Zwischen dem Sieg der Opposition beim Plebiszit von 1988 und der Wahl Patricio Aylwins zum Präsidenten leitete sie den Ausbildungsbereich des Instituto de Educación y Acción Social (IDEAS). 1990 übernahm sie die Leitung des Programa Interdisciplinario de Investigación en Educación (PIIE).

Politische Laufbahn

Ministerin unter Eduardo Frei und Ricardo Lagos Nach dem Amtsantritt von Präsident Eduardo Frei Ruiz-Tagle wurde Delpiano 1994 zur Ministerin für Nationalgüter ernannt.La Segunda, Santiago de Chile, Sonderausgabe vom 11. März 1994, S. 1–12. Sie blieb bis April 1999 im Amt und schied anschließend aus der Regierung aus, um als stellvertretende Exekutivdirektorin am Präsidentschaftswahlkampf von Ricardo Lagos mitzuwirken.El Mercurio, Santiago de Chile, 14. April 1999, S. C3.

Nach dem Wahlsieg von Lagos wurde Delpiano 2000 Ministerin und Direktorin des Servicio Nacional de la Mujer (SERNAM). Zu den Schwerpunkten ihrer Amtszeit gehörten die politische Debatte um die Einführung der Scheidung sowie Maßnahmen gegen häusliche Gewalt.La Segunda, Santiago de Chile, 3. März 2000, S. C3. 2003 verließ sie das SERNAM und übernahm das Amt der Staatssekretärin für regionale und administrative Entwicklung, das sie bis zum Ende der Präsidentschaft von Lagos 2006 ausübte.Diario Financiero, Santiago de Chile, 10. April 2003, S. 31.

Ämter unter Michelle Bachelet Nach dem Amtsantritt von Michelle Bachelet wurde Delpiano 2006 zur Direktorin des soziokulturellen Bereichs der Präsidentschaft ernannt. Das neu organisierte Amt übernahm einen Teil jener Aufgaben, die zuvor von der First Lady wahrgenommen worden waren. Delpiano war damit für die Koordinierung verschiedener sozialer Stiftungen und Einrichtungen im Umfeld der Präsidentschaft zuständig.

Im Januar 2007 ernannte Bachelet sie als Nachfolgerin von Víctor Barrueto zur Intendantin der Región Metropolitana de Santiago. Wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt begann die schwere Anfangskrise des neu eingeführten öffentlichen Verkehrssystems Transantiago. Im Januar 2008 schied sie aus dem Amt aus und wurde durch Álvaro Erazo ersetzt.

Wenige Monate später wurde Delpiano Exekutivdirektorin des Stadtentwicklungsprojekts Ciudad Parque Bicentenario in Cerrillos.

Von März 2010 bis Oktober 2014 leitete sie als Exekutivdirektorin die Bildungsorganisation Educación 2020, die sich für eine Verbesserung von Qualität und Chancengleichheit im chilenischen Bildungssystem einsetzt. Bei den Regionalratswahlen 2013 kandidierte sie erfolglos für einen Sitz im Regionalrat der Metropolregion Santiago.

Am 27. Juni 2015 ernannte Präsidentin Bachelet sie während ihrer zweiten Amtszeit zur Bildungsministerin. Delpiano löste Nicolás Eyzaguirre ab und übernahm das Ministerium während eines Lehrerstreiks und umfangreicher Proteste im Bildungssektor. Sie blieb bis zum Ende der zweiten Regierung Bachelet im März 2018 im Amt.

Im Juli 2018 wurde Delpiano nach Zustimmung des chilenischen Senats Mitglied des Verwaltungsrates des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders Televisión Nacional de Chile (TVN).

Verteidigungsministerin unter Gabriel Boric Am 10. März 2025 ernannte Präsident Gabriel Boric Delpiano zur Verteidigungsministerin Chiles. Sie trat die Nachfolge von Maya Fernández an, die am selben Tag ihren Rücktritt eingereicht hatte.

Fernández’ Rücktritt erfolgte im Zusammenhang mit der politischen Kontroverse um den geplanten und letztlich gescheiterten staatlichen Ankauf des ehemaligen Wohnhauses ihres Großvaters, des früheren Präsidenten Salvador Allende.

Delpiano führte das Verteidigungsministerium bis zum Ende der Amtszeit Borics am 11. März 2026.

Weblinks

Kurzbiografie bei der Subsecretaría de Desarrollo Regional y Administrativo (archivierte Version) Rede Delpianos als Ministerin und Direktorin des SERNAM (PDF; archivierte Version)

Einzelnachweise

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