mini|Álvaro Elizalde (2022)
Álvaro Antonio Elizalde Soto (* 15. Oktober 1969 in Talca) ist ein chilenischer Rechtsanwalt und Politiker der Sozialistischen Partei Chiles (PS). Er gehörte den Regierungen von Michelle Bachelet und Gabriel Boric als Minister an und war von 2018 bis 2023 Senator für die Región del Maule. Von März 2022 bis März 2023 war er Präsident des chilenischen Senats.
Leben
Herkunft und Ausbildung Elizalde wurde 1969 in Talca als Sohn von Antonio Elizalde Hevia und María Eugenia Soto Albornoz geboren. Sein Vater war Hochschullehrer, Rektor der Universidad Bolivariana de Chile und Mitbegründer der Izquierda Cristiana de Chile. Zudem war er als Berater für internationale Organisationen wie UNICEF, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) tätig.
Elizalde besuchte zunächst das Colegio Francisco de Miranda und anschließend das Instituto de Humanidades Luis Campino in Santiago de Chile, wo er 1986 seinen Schulabschluss machte. 1987 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universidad de Chile. Seine Abschlussarbeit beschäftigte sich mit der spanischen Kolonialgesetzgebung in Amerika. Am 31. Januar 2006 wurde er als Rechtsanwalt zugelassen. Später absolvierte er ein Masterstudium im Verfassungsrecht an der Pontificia Universidad Católica de Chile.
Elizalde ist mit der auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwältin Patricia Roa liiert und hat zwei Kinder.
Politische Laufbahn
Anfänge und Parteipolitik Bereits während seines Studiums engagierte sich Elizalde in der Hochschulpolitik. 1989 war er Vizepräsident der Studentenvertretung der juristischen Fakultät. Von 1993 bis 1994 amtierte er als Präsident der Studentenvereinigung Federación de Estudiantes de la Universidad de Chile (FECh).
Politisch gehörte er zunächst der Izquierda Cristiana de Chile an. 1990 trat er gemeinsam mit anderen Mitgliedern dieser Partei der Sozialistischen Partei Chiles bei. 1997 wurde er Präsident der sozialistischen Jugendorganisation Juventud Socialista de Chile und übernahm später auch den Vorsitz der International Union of Socialist Youth.
Bei der Parlamentswahl in Chile 2001 kandidierte Elizalde für die Abgeordnetenkammer im damaligen Wahlkreis 28 der Región Metropolitana de Santiago. Mit 28.058 Stimmen beziehungsweise 18,94 Prozent wurde er nicht gewählt.
2005 wurde er zum stellvertretenden Leiter der chilenischen Sozialversicherungsaufsicht ernannt. Vom 1. November 2008 bis zum 11. März 2010 stand er der Behörde als Superintendent vor.
Zwischen 2010 und 2014 gehörte Elizalde der Führung der Sozialistischen Partei als Vizepräsident und Generalsekretär an. Im Präsidentschaftswahlkampf 2013 war er für die Kommunikation der späteren Wahlsiegerin Michelle Bachelet verantwortlich.
Minister unter Michelle Bachelet Nach Bachelets Amtsantritt wurde Elizalde am 11. März 2014 zum Minister für das Generalsekretariat der Regierung ernannt. Damit fungierte er zugleich als Regierungssprecher. Im Zuge einer Kabinettsumbildung schied er am 11. Mai 2015 aus dem Amt.
Bei den internen Wahlen der Sozialistischen Partei im März 2017 setzte sich die von Elizalde geführte Liste Unidad Socialista durch. Daraufhin wurde er zum Vorsitzenden der PS gewählt. Dieses Amt übte er bis Juni 2022 aus.
Senator Im Juni 2017 kündigte Elizalde seine Kandidatur für den Senat im Wahlkreis der Región del Maule an. Bei der Parlamentswahl in Chile 2017 wurde er mit 61.828 Stimmen beziehungsweise 8,36 Prozent für die Sozialistische Partei innerhalb des Wahlbündnisses La Fuerza de la Mayoría zum Senator gewählt. Seine Amtszeit begann am 11. März 2018.
Am 11. März 2022 wurde Elizalde zum Präsidenten des chilenischen Senats gewählt. Dieses Amt übte er bis März 2023 aus.
Minister unter Gabriel Boric Am 19. April 2023 ernannte Präsident Gabriel Boric Elizalde zum Minister für das Generalsekretariat der Präsidentschaft. Er folgte in diesem Amt Ana Lya Uriarte nach. Mit seiner Ernennung zum Minister legte er sein Senatsmandat nieder.
Als Minister war Elizalde insbesondere für die Beziehungen der Regierung zum Nationalkongress und die Koordinierung der Gesetzgebungsagenda der Regierung verantwortlich. Er blieb bis zum 4. März 2025 im Amt.
Nach dem Rücktritt von Carolina Tohá ernannte Boric ihn am 4. März 2025 zum Minister für Inneres und öffentliche Sicherheit. Damit übernahm Elizalde eines der ranghöchsten Ämter innerhalb der chilenischen Regierung.
Weblinks
Biografie bei der Biblioteca del Congreso Nacional de Chile (spanisch)
Einzelnachweise
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