Reinhard Ernst Schielicke (* 6. April 1940 in Halberstadt) ist ein deutscher Ingenieur, Astronomiehistoriker und Autor.

Leben Reinhard E. Schielicke war von Oktober 1959 bis April 2005 Mitarbeiter am Astrophysikalischen Institut und Universitäts-Sternwarte Jena, seitdem ist er dort als freier Mitarbeiter tätig. Er studierte Meß-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie Elektroingenieurwesen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er wurde 1985 an der Sektion Technologie der Universität Jena mit Untersuchungen zur automatischen Steuerung von erdgebundenen astronomischen Teleskopen zum Dr.-Ing. promoviert. Er widmete sich vor allem der rechnergestützten automatisierten astronomischen Meß- und Auswertetechnik.

Von 1977 bis 1990 war er Mitglied der Arbeitsgruppe „Laborintegrierte Datenverarbeitung und Automatisierung“ der Universität Jena, von 1983 an deren Leiter. Von 1981 bis 1991 war er Vorstandsmitglied des Fachausschusses „Automatische Bildverarbeitung“ der Wissenschaftlich-Technischen Gesellschaft für Meß- und Automatisierungstechnik der DDR (WGMA) Kluge, Gerhard; Meinel, Reinhard: MFS und FSU – Das Wirken des Ministeriums für Staatssicherheit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Hrsg. Landesbeauftragter des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Erfurt 1997, S. 181–183.

Seit Mitte der 1980er Jahre wandte sich Reinhard E. Schielicke der Astronomie-, Wissenschafts- und Stadtgeschichte zu. Er war 1992 Gründungsmitglied des Arbeitskreises Astronomiegeschichte in der Astronomischen Gesellschaft und 1994 Gründungsmitglied des Vereins Historische Sternwarten Gotha e.V. 1995 bis 2004 wurde Reinhard E. Schielicke in den Vorstand der Astronomischen Gesellschaft als Schriftführer gewähltMitteilungen der Astronomischen Gesellschaft 79 (1996), S. 705f.. Von 2009 bis 2014 war er als Kustos der Universitäts-Sternwarte Jena tätig und 2014 bis 2022 als Redakteur der Mitteilungen des Arbeitskreises Astronomiegeschichte in der Astronomischen Gesellschaft.

Nach Reinhard E. Schielicke ist der 1991 in Tautenburg entdeckte Kleinplanet (190283) Schielicke benannt.

Mitgliedschaften VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik Arbeitskreises Astronomiegeschichte in der Astronomischen Gesellschaft Verein für Thüringische Geschichte Technikgeschichte in Jena Erhard-Weigel-Gesellschaft Förderkreis Gleimhaus Halberstadt Philharmonische Gesellschaft Jena

Werke (Auswahl) Astronomie in Jena – Von den mittelalterlichen Sonnenuhren zum Universarium. Jena: jena-information, 1988, ISBN 978-3-910054-07-3 Von Sonnenuhren, Sternwarten und Exoplaneten – Astronomie in Jena. Jena: Verlag Dr. Bussert & Stadeler, 2008, ISBN 978-3-932906-80-0 Rudolf Straubel 1864–1943. Jena: Verlag Vopelius, 2017, ISBN 978-3-939718-29-1 Das Jenaer Zuckerkandl-Haus und die Schicksale seiner Bewohner. in Jenaer Jahrbuch zur Technik- und Industriegeschichte 23 (2020), S. 69–251, Verlag Vopelius, Jena, ISBN 9783947303274 Auf den Spuren der Jenaer Astronomen – Astronomiegeschichtlicher Stadtrundgang durch fünf Jahrhunderte. Jena: DominoPlan, 2024, ISBN 978-3-9825321-4-1

Literatur Jörg Loose: Späte Jahre: Halberstadt bleibt mein Fixstern. Stadtmagazin Martini Halberstadt, 2026, 1, 20–21

Weblinks Katalog der deutschen Nationalbibliothek Persönliche Homepage von Reinhard E. Schielicke

Einzelnachweise

Kategorie:Astronom (20. Jahrhundert) Kategorie:Astronom (21. Jahrhundert) Kategorie:Astronomiehistoriker Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Mann