Distortions ist das vierte Studioalbum der Düsseldorfer Neo-Psychedelic und Neo-Kraut Rock Band Vibravoid. Das Album enthält Aufnahmen der zuvor veröffentlichten Kraut Rock Sensation E.P. und der Christmas on Earth EP. Das Album erschien vor dem späteren Revial, als die Musikrichtung in Deutschland laut Presse ein Nischendasein fristete.

Hintergrund und Entstehung Die im Jahr 2008 veröffentlichte Christmas on Earth EP sowie die im Februar des Folgejahres aufgenommene Kraut Rock Sensation E.P. (erschienen im September 2009 über das britische Label Fruits de Mer Records) bilden die inhaltliche Basis für das Studioalbum Distortions. Das Album erweitert diese Aufnahmen durch deutlich längere Fassungen. So nimmt die Albumversion des Can Covers Mother Sky fast die gesamte zweite Seite der ursprünglichen Vinylveröffentlichung ein.Vibravoid – Distortions. In: eclipsed. Ausgabe 9/2009, September 2009, Kommentar: Zitat: „und den stoischen Freigeist des Kraut Rock mit quietschbunter Psychedelia verbindet.“ Im Jahr 2013 erschien über das Label Stoned Karma Records eine erweiterte 2LP- und 2CD-Edition, welche die ursprünglichen Stücke der EPs vollständig als Bonusmaterial enthält.

Veröffentlichungen und Editionen Die Erstauflage des Albums erschien in einer limitierten Edition von 100 Exemplaren auf gelb-rot geteiltem Vinyl („Split Colour Vinyl“) sowie als reguläre Pressung auf schwarzem Vinyl. Die im Jahr 2013 über Stoned Karma Records veröffentlichte, erweiterte 2LP-Ausgabe wurde auf lilafarbenem Vinyl gepresst. Die Erstauflage der CD-Edition (Nasoni Records) enthält den Bonustrack Mother Cubehead's Daily Black Out. Die 2CD-Edition von Stoned Karma Records umfasst zusätzliche 21 Titel, darunter Demoversionen, das Album Turned on Acid sowie einen Livemitschnitt vom 23. Oktober 2010 in Bari. Eine spätere Jubiläumsauflage des Labels Krauted Mind Records erschien auf blau marmoriertem Vinyl („Blue Marble Vinyl“) und beinhaltete als Beilage einen Bastelsatz für eine sogenannte „Psychedelic Power Pyramid“. Die Rückseite der Hülle ist grafisch so gestaltet, dass man sie mit den Jubiläumseditionen von Minddrugs und Gravity Zero zu einem fortlaufenden Bild zusammenlegen kann.

Rezeption Die Veröffentlichung des Albums sowie der späteren erweiterten Neuauflagen wurden in der internationalen Fachpresse besprochen. Die Rezensionen befassten sich dabei vorwiegend mit der stilistischen Einordnung der Musik in den Bereichen des Psychedelic Rock und des Kraut Rock.

In Deutschland bezeichnete das Musikmagazin Visions das Werk als „Psychedelic-Nachschub aus Düsseldorf“ und hob das über 19 Minuten lange Cover des Can Klassikers Mother Sky hervor. Thomas Hag bezeichnete das Album in seinem Artikel „Kraut Rock aus der Gegenwart“ in der Rheinischen Post als ein „echtes Novum“, da die Band hier einen mit dem Genre Kraut Rock verbundenen Klang aufgreife und Einflüsse von Formationen wie Can oder Amon Düül verarbeite. Das Kulturmagazin port01 bezeichnete die Band als „Speerspitze der deutschen Psychedelic Szene“ und verwies auf das prägende visuelle Design der Veröffentlichung. Das Online-Magazin Rocktimes beschrieb die Musik als dichten, tranceartigen und psychedelischen Space Rock, der von verzerrten Gitarren und Farfisa Orgeln dominiert wird, und sah in den Live-Aufnahmen der Wiederveröffentlichung eine deutliche stilistische Nähe zum Punk. Claus Wittwer zog im Ox-Fanzine einen Vergleich unter Bezugnahme auf ein historisches Zitat von Konrad Adenauer und attestierte Bandkopf Christian Koch im Vergleich zu den meisten seiner internationalen Kollegen einen „wesentlich weiteren musikalischen Horizont“. Das Magazin coolibri beschrieb das Album im Erscheinungsjahr 2009 als einen „rockigen Brückenschlag zwischen den 70er Jahren und der Gegenwart“. Das Magazin SLAM hob das Album im Rahmen der Wiederveröffentlichung 2013 als „Kraut-pleaser“ hervor. Alan Tepper betonte im Magazin GoodTimes, „Vibravoid stehen für beständige Arbeit, ein individuelles, jedoch sehr offenes Klangbild und die Fusion von Tradition und Moderne“.

Auch im internationalen Raum fand das Album breite Beachtung. Im britischen Shindig! Magazine wurde die erweiterte Neuauflage als eine der stärksten Veröffentlichungen der Bandgeschichte bezeichnet und die Kombination von Einflüssen aus Progressive, Psychedelic und Space Rock hervorgehoben. Das britische Musikmagazin Vive Le Rock vergab 8 von 10 Punkten und beschrieb das Album als intensiven, farbenfrohen Acid Rock Trip. Olivier Badin bezeichnete das Album im französischen Magazin New Noise als typisch für das Werk der Band; trotz der ausgedehnten Songstrukturen hob er die Auswahl der Coverversionen sowie das stilistische Spektrum hervor, das von Krautrock über Psychedelic Pop der späten 1960er Jahre bis zu elektronischen Elementen reiche. Im griechischen Fanzine TimeMazine wurden Vibravoid als „Europas Psychedelic-Band Nummer eins“ bezeichnet., während das griechische Online-Magazin MiC die hypnotische und dichte Atmosphäre des Albums im Veröffentlichungszeitraum hervorhob. Das italienische Musikmagazin Rumore rezensierte das Album positiv und ordnete die Band stilistisch in die Tradition des Kraut und Psychedelic Rock ein.

Titelliste Original-Vinyl (Nasoni Records, 2009)

Seite A Christmas on Earth – 3:15 Random Generated Future – 4:55 Eye Shaking King (Amon Düül II) – 5:00 Save My Soul – 8:12

Seite B Mother Sky (Can) – 19:15 Save My Soul [Reprise] – 2:39

Einzelnachweise Matthias Möde: Vibravoid – Distortions. In: Visions. Ausgabe Dezember 2013. Vibravoid. In: Pure Vinyl Magazin (Cute And Dangerous). Nr. 25, 2025: „Ende der 1980er Jahre gegründet sind Vibravoid die erste Neo Kraut / Psychedelic Rock Band.“ Vibravoid – Distortions. In: port01. Ausgabe November/Dezember 2013.

Von Düsseldorfern... Hocherhitztes Kraut. In: PRINZ. Ausgabe Düsseldorf, 10/2009, Oktober 2009, Kommentar: Zitat: „während es in Großbritannien ganze Krautrock-Partys gibt, fristet die Musikrichtung in ihrer deutschen Heimat ein Nischendasein.“

Vibravoid – Distortions. In: coolibri. Ausgabe 10/2009, Oktober 2009. Christoph Hohl: Vibravoid – Distortions. In: SLAM alternative music magazine. Ausgabe November/Dezember 2013. Alan Tepper: Vibravoid – Distortions. In: GoodTimes. Ausgabe Dezember 2013. Austin Matthews: Vibravoid – Distortions. In: Shindig! Magazine. Ausgabe Winter 2013. John Truman: Vibravoid – Distortions. In: Vive Le Rock. Ausgabe Winter 2013, S. 84. Olivier 'Zoltar' Badin: Vibravoid – Distortions. In: New Noise (Frankreich). Ausgabe Winter 2013/2014, |kommentar=Zitat: „On y voit défiler les fantômes du krautrock, de la pop psyché sucrée de la fin des 60's et même de la kosmische musik.“ Michalis Lagopatis: Vibravoid – Distortions. In: TimeMazine (Griechenland). Ausgabe 2009. Thomas Hag: Kraut Rock aus der Gegenwart. In: Rheinische Post (Düsseldorfer Ausgabe). 18. Dezember 2013.

Nicholas David Altea: Vibravoid – Distortions. In: Rumore (Italien). Ausgabe Winter 2013.

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