mini|Wappen der Familie Herrmann Zacharias Herrmann, auch Zacharias Hermann oder Zacharias von Hermann (* 3. Oktober 1643 in Namslau, Fürstentum Breslau; † 10. Dezember 1716 in Lissa), war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Kirchenlieddichter. Er wirkte zuletzt als Generalsenior der lutherischen Kirche in Großpolen.

Leben Zacharias Hermanns Eltern waren der Administrator des Burglehns Namslau Elias von Herrmann und Anna Thomas von Thomasdorf.

Herrmann besuchte ab 1656 das Gymnasium zu St. Maria Magdalena in Breslau. Um Ostern 1664 wechselte er zum Theologiestudium nach Jena, das damals von zahlreichen schlesischen Studenten besucht wurde und wo er fünf Jahre lang ein Stipendium des Breslauer Rates erhielt. 1667 wurde er dort zum Magister promoviert.

Kurz nach seiner Rückkehr nach Breslau im Jahr 1669 wurde er zum Diaconus in Lissa gewählt. 1681 stieg er zum Pastor und Inspector auf, 1692 schließlich zum „General-Senior der vereinigten Kirchen der unveränderten Augsburgischen Confession in Großpolen“. mini|Kupferstich des Zacharias Herrmann Herrmann war zweimal verheiratet. Auch seine zweite Frau sowie mehrere seiner Kinder starben vor ihm; fünf Kinder überlebten ihn. Er starb am 10. Dezember 1716 in Lissa.

Wirken als Liederdichter Herrmann war ein überaus produktiver Kirchenlieddichter. Geprägt von einem Leben voller Not, Sorge und Trübsal, verfasste er seine Lieder zunächst zum eigenen Trost und zur eigenen Erbauung. In seiner Gemeinde, wo sie anfangs auf Einzelblättern verbreitet wurden, sollen sie – laut seiner Leichenpredigt – „viel Tausend betrübter Seelen“ getröstet und aufgerichtet haben.

Stilistisch stehen seine Lieder in der Tradition des jüngeren schlesischen Dichterkreises, vermeiden jedoch teilweise dessen sprachliche Überschwänglichkeit.

Sein Sohn Daniel Herrmann, der zuletzt als Hilfsprediger bei seinem Vater tätig war, gab nach dessen Tod eine Sammlung von 40 seiner Lieder heraus: Frommer Christen seufzende Seele und singender Mund, Breslau/Leipzig 1722. Am bekanntesten und bis in jüngere Gesangbücher hinein verbreitet blieb das Lied „Was betrübst du dich, mein Herze, warum grämst du dich in mir?“, das unter anderem im Neustrelitzer Gesangbuch von 1875 enthalten ist.

Einzelnachweise

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