Das Internationale Bildhauersymposion Linz-Mauthausen fand in den Jahren 1970, 1971 und 1973 auf Initiative des Bildhauers Hannes Haslecker am Gelände der Granitwerke Anton Poschacher im Steinbruch Gusen/Langenstein in der österreichischen Gemeinde Langenstein statt.

Bildhauersymposion Zu den drei Symposien wurden 18 Bildhauer und eine Bildhauerin eingeladen, die in den Sommermonaten im Steinbruch an ihren Skulpturen arbeiteten. Die Organisatoren sorgten für Unterkunft und Verpflegung, Material und Werkzeug wurden von der Firma Poschacher zur Verfügung gestellt. Am Ende des Symposions wurden die Arbeiten auf einem Plateau oberhalb des Steinbruchs aufgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Erst bei einem Verkauf ihrer Werke mussten die Kunstschaffenden das Material bezahlen und einen Unkostenbeitrag an die Organisatoren entrichten. Eine letzte Präsentation noch vorhandener Skulpturen fand im April 1974 als Freilichtausstellung auf dem Gelände oberhalb des Steinbruchs statt.Peter Kraft: Granitene Bekenntnisse. In: Kulturzeitschrift Oberösterreich 24 (2/1974), S. 46–48, hier S. 46.

Ein besonderes Merkmal dieser Bildhauertreffen stellte die Beteiligung von sieben japanischen Künstlern dar, was eine Auseinandersetzung mit europäischen und ostasiatischen Zugängen zur Abstraktion in der Kunst bewirkte.Peter Baum: Die Symposien von Mauthausen und das „Forum Metall“ in Linz. In: Wolfgang Hartmann, Werner Pokorny (Hrsg.): Das Bildhauersymposion. Entstehung und Entwicklung einer neuen Form kollektiver und künstlerischer Arbeit. Stuttgart 1988, S. 50–53, hier S. 50. Mit den Symposien sollte der Veranstaltungsort „als internationaler Treffpunkt des Friedens und der Versöhnung“Peter Kraft: Granitene Bekenntnisse. In: Kulturzeitschrift Oberösterreich 24 (2/1974), S. 46–48, hier S. 47. etabliert werden. Die Schriftstellerin Felicitas Frischmuth drückte dazu ihre Hoffnung aus: „Die Symposionsarbeit strahlt in alle Lebensbereiche, vielleicht kann sie mithelfen, hier in Mauthausen die Vergangenheit, die so schwer lastet, zu überwinden."Felicitas Frischmuth: Gedanken zum Bildhauersymposion. In: Verein Internationaler Bildhauer – Symposion Linz-Mauthausen, OÖ. (Hrsg.): Internationale Bildhauersymposien Linz-Mauthausen 1970, 1971, 1973, Steyregg o. J. , o. S. [S. 26].

Teilnehmer

1970 Hiromi Akiyama (Japan) Makoto Fujiwara (Japan) Walter Gürtler (Frankreich) Hannes Haslecker (Österreich) Mathias Hietz (Österreich) Stephan Kamenyeczky (Ungarn) Udo Kirchmayr (Österreich) Osamu Nakajima (Japan) Karl Prantl (Österreich)

1971 Elmar Daucher (Deutschland) Hannes Haslecker (Österreich) Gottfried Höllwarth (Österreich) Gero Müller-Goldegg (Deutschland) Osamu Nakajima (Japan) Takera Narita (Japan) Jiro Sugawara (Japan)

1973 Hannes Haslecker (Österreich) Kazuo Kitajima (Japan) Klaus Liedl (Österreich) Hiroshi Mikami (Japan) Oswald Stimm (Österreich) Adina Tuculescu (Rumänien)

Werke Damals geschaffene Steinskulpturen befinden sich heute unter anderem am Campus Auhof der Johannes Kepler Universität Linz sowie am Weg der Plastiken im Kurpark Oberlaa, Wien.

Mauthausener Skulpturen fanden auch als Denkmäler neue Aufstellungsorte: Der Künstler Udo Kirchmayr schuf 1970 eine Stele, die im darauffolgenden Jahr dem Schriftsteller Franz Karl Ginzkey gewidmet und anlässlich dessen 100. Geburtstags in Seewalchen am Attersee errichtet wurde.Franz-Karl-Ginzkey-Denkmal auf atterwiki.at; abgerufen am 14. August 2026. Der Opferstein des Bildhauers Stephan Kamenyeczky wurde am 24. August 1991 als Leuchtturm der Freiheit im Beisein der damaligen Außenminister Alois Mock und Géza Jeszenszky in der Grenzregion Nickelsdorf-Hegyeshalom als Gedenkstein für Freiheit und Demokratie enthüllt.A szabadság világítótornya (Leuchtturm der Freiheit) auf kozterkep.hu; abgerufen am 14. August 2026.

Nachklang mini|Osamu Nakajimas Atelier in Gusen (2007) Der japanische Bildhauer Osamu Nakajima übersiedelte im Anschluss an das Bildhauersymposion nach Oberösterreich und hatte sein Atelier jahrzehntelang direkt neben dem Steinbruch in Langenstein.

Literatur Alois Vogel: Berichte. In: Alte und Moderne Kunst XV (114/1971), S. 48–49 (mak.at; abgerufen am 13. August 2026). Verein Internationaler Bildhauer – Symposion Linz-Mauthausen, OÖ. (Hrsg.): Internationale Bildhauersymposien Linz-Mauthausen 1970, 1971, 1973, Steyregg o. J. . Peter Kraft: Granitene Bekenntnisse. In: Kulturzeitschrift Oberösterreich 24 (2/1974), S. 46–48 (dahoam.net; abgerufen am 13. August 2026). Peter Baum: Die Symposien von Mauthausen und das „Forum Metall“ in Linz. In: Wolfgang Hartmann, Werner Pokorny (Hrsg.): Das Bildhauersymposion. Entstehung und Entwicklung einer neuen Form kollektiver und künstlerischer Arbeit. Stuttgart 1988, S. 50–53.

Weblinks Website Karl Prantl mit Infos zur Geschichte von Symposien Europäischer Bildhauer

Einzelnachweise

Kategorie:Veranstaltung in Oberösterreich Kategorie:Bildhauersymposion Kategorie:Geschichte (Langenstein, Oberösterreich)