Karl Friedrich August Buchner (* 12. Februar 1800 in Darmstadt; † 24. April 1872 ebenda) war ein deutscher Jurist und Publizist.

Leben Buchner war ein Sohn des Oberforstrats Christian Wilhelm Ludwig Buchner (1763–1835) und dessen Frau Anna (geborene Hensing; 1771–1825).

Er besuchte zunächst ab Ostern 1809 das Darmstädter Gymnasium. Als Schüler veröffentlichte er 1814 das Flugblatt „Lied für die biedern hessen-darmstädtischen freiwilligen Jäger“. Er wurde Mitglied des frühburschenschaftlichen Bundes der Gießener Schwarzen.

Ab 1817 studierte er Rechtswissenschaft und Philosophie an der Ludwigs-Universität Gießen. Während seines Studiums wurde er Mitglied 1817 der Christlich-teutschen Burschenschaft (Ehrenspiegelburschenschaft) und 1819 der Alten Gießener Burschenschaft Germania. Nach seinem Wechsel an die Universität Heidelberg wurde er 1819 Mitglied der Alten Heidelberger Burschenschaft. Von Pfingsten bis in den Herbst 1821 unternahm er eine Reise nach Norddeutschland.

1821 wurde er Akzessist an Hofgericht Darmstadt, 1823 Advokat und 1829 Justizrat. 1831 wurde er als Justizrat bei der Darmstädter Marstall-Justizdeputation in den Ruhestand versetzt und ließ sich als Rechtsanwalt (Hofgerichtsadvokat) nieder.

Nach der Ermordung August von Kotzebues und der Hinrichtung Karl Ludwig Sands, die ihn nachhaltig erschütterte, wurde er erstmals politisch verdächtigt. Dennoch gab er, obwohl Anklage „wegen unterlassener Anzeige ihm bekannt gewordener hochverräterischer Umtriebe“ gegen ihn erhoben war, nach dem Freitod seines Freundes Friedrich Ludwig Weidig 1838 zugunsten der Witwe dessen Reliquien heraus. Im Zuge der Demagogenverfolgung wurde er im Schwarzen Buch der Frankfurter Bundeszentralbehörde (Eintrag Nr. 206) festgehalten.Das Schwarze Buch digitalisiert im Bundesarchiv. Er korrespondierte unter anderem mit Ferdinand Freiligrath, Eduard Duller und Luise von Ploennies und gab die Zeitschrift Vaterland sowie später Das rheinische Volksblatt heraus.

Buchner war Vorsitzender des Darmstädter Advokatenvereins.

Familie Seit 1825 war Buchner mit Auguste (geborene Grießelich; 1805 – 5. Dezember 1863), einer Tochter des badischen Amtsphysikus Valentin Grießelich und der Marie (geborene Wilckens) verheiratet. Kinder waren: Wilhelm Joseph Buchner (29. Januar 1827 – 20. Januar 1900), Schriftsteller ⚭ 22. September 1857 mit Elisabeth (geborene Rein) Marie Buchner (5. Mai 1872 – 31. August 1931), Schriftstellerin, unter anderem Verfasserin von zwei Familienchroniken 1928/1929 Christian Ludwig Otto Buchner (22. Mai 1828 – 4. Februar 1897), Altertumsforscher Wilhelm Johannes Adolf Buchner (31. Oktober 1829 – 12. November 1911), Präsident des Hessischen Oberkonsistoriums in Darmstadt ⚭ mit Auguste Wilhelmine Christine (geborene Wilckens) Marie Buchner (2. August 1832 – 17. Februar 1891) Karl Wilhelm Philipp Buchner (12. September 1837 – 8. August 1874), Schriftsteller

Schriften (Auswahl) Ausführliche Darstellung von K. L. Sands letzten Tagen und Augenblicken. 1820. Christblumen. Rhythmische Bearbeitung der Bergpredigt Christi und der letzten Reden im Johannes. 1828. F. Stapss, Geschichtliche Erzählung aus der Zeit Napoleons in 5 Gesängen. Hamburg 1835. Geschichte des Großherzoglichen Hessischen Landtages vom Jahre 1834. König, Hanau 1835. Der Herr Fürst Ludwig zu Solms-Lich und die Repräsentativ-Verfassungen. Heyer, Darmstadt 1838. (Hrsg.) Reliquien D. Friedrich Ludwig Weidig’s gewesenen Pfarrers in Obergleen im Großherzogthume Hessen. Zum Besten der Wittwe Weidigs. Hrsg. von einigen Freunden, Hoff, Mannheim 1838. Galerie sämtlicher Abgeordneten in Darmstadt. 1839. Menschen und Gegenden im Rheinland und an der Nahe. 1839. Der Stamm der Hessen in seiner Gegenwart, mit Rücksicht auf Wissenschaft, Kunst, Gewerbe, Handel, Oertlichkeiten, Staat, Gesellschaft und Leben. Macklot, Karlsruhe 1844. Ein deutscher Advokat. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1844 (Autobiografie, ). Rückschau auf die Opfer des Geheimen Gerichts in Deutschland. Bürgerbuch. 1845. Das Großherzogtum Hessen in seiner politischen und sozialen Entwicklung von Herbst 1847 bis Herbst 1850. Jonghaus, Darmstadt 1850. Gedichte. Hrsg. von Wilhelm Buchner, Bergsträßer, Darmstadt 1872.

Literatur Karl Walbrach: Karl Buchner als Gießener „Schwarzer“. In: Volk und Scholle. 3, 1925, S. 227–229. Karl Walbrach: Der Darmstädter Advokat Carl Buchner in der Demagogenverfolgung. In: Volk und Scholle. 4, 1926, S. 111–115. Karl Walbrach: Carl Buchner, der Dichter der „Heidelberger Charaden“. In: Kurpfälzer Jahrbuch. 1929, S. 183–186. K. Hensing: Karl Buchner. In: Hessische Biographien. 3, 1934, S. 140–147.

Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker, Teilband 1: A–E. Heidelberg 1996, S. 149–150.

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Einzelnachweise

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