Kim Kwang-Il (* 1939 im damaligen Japanischen Kaiserreich, heute Südkorea; † 2001) war einer der zwölf südkoreanischen Kampfkunstmeister, die von der Korean Taekwon-Do Association (KTA) entsandt wurden. Er war Gründungsmitglied der ITF und trug maßgeblich zur Einführung des Taekwon-Do in Westdeutschland bei.
Leben Kim Kwang-il soll 1939 im heutigen Südkorea geboren sein. Ende 1959 kam er nach Deutschland, um an der Technischen Universität München Brauerei zu studieren. 1960 unterrichtete er in seiner Freizeit in Freising Schüler im koreanischen Karate.
Im Dezember 1964https://www.kang-center.de/wp-content/uploads/2015/12/2015_2_KulturKorea_ShinGyuKang.pdf abgerufen am 9. August 2026 besuchte der südkoreanische Präsident Park Chung-hee Deutschland und als dieser am Münchner Flughafen aus dem Flugzeug stieg, jubelte ihm Kim Kwang-il im Taekwondo-Anzug zu. Kim Kwang-il erhielt am nächsten Tag eine Einladung von Park, welcher ihm Unterstützung zusagte und ihm später 2000 Anzüge aus Korea zusandte.
Im Oktober 1965 sandte Park Chung-hee das „National Taekwon-Do Goodwillteam“ nach Deutschland, welches unter der Leitung von Choi Hong-hi stand. Im Team standen Han Cha-kyo, Park Jong-soo, Kwon Jae-hwa und Kim Joong-geun.
Kim Kwang-il eröffnete daraufhin 1966 in Stuttgart eine neue Schule mit dem Namen „Kims Taekwondo-Schule“ und wurde am 22. März 1966 Gründungsmitglied der ITF.
1967 gründete Carl Wiedmeier die „German Taekwondo Federation“ (Deutscher Taekwondo Verband) in der auch Kim Kwang-il und Kwon Jae-hwa Mitglied waren. Als Wiedmeier feststellte, dass seine Taekwondo-Lehrer Agenten des KCIA und somit nicht vertrauenswürdige ITF-Mitglieder waren, entließ er diese.
Kim Kwang-il wurde neben Lee Gye-hoon beschuldigt, ein KCIA-Agent und an der Entführung mehrerer Koreaner in Deutschland beteiligt gewesen zu sein. Er wurde von der deutschen Polizei festgenommen und wegen Kooperation mit den deutschen Behörden wieder freigelassen.
Im Februar 1968 wurde der „Südwestdeutsche TKD Verband“ (SWTV) von Wiedmeiers ehemaligem Schüler Wilhelm Weingarth gegründet, der Wiedemeiers Elite-Schüler und die die frisch entlassenen Taekwondo-Lehrer, darunter Kim Kwang-il und Kwon Jae-hwa von der International Taekwon-Do Federation (ITF) übernahm.
Kim Kwang-il versammelte im selben Jahr alle koreanischen Taekwondo-Meister aus Deutschland in der südkoreanischen Botschaft und versuchte diese davon zu überzeugen, den Deutschen beim Aufbau des Verbandes zu helfen. Dieses wurde aber abgelehnt, da sie bereits auf privater Basis Verbindungen zur ITF hatten.
Im Mai 1968 fand eine CISM (Conseil International du Sport Militaire) Taekwon-Do-Demonstration in Paris statt. Im Demonstrationsteam des General Choi waren neben Rhee Ki-ha aus England, Park Sun-jae aus Italien, Lee Kyung-myung aus Österreich, auch Kwon Jae-hwa und Kim Kwang-il aus Deutschland.
Als Heinz Marx am 29. Oktober 1971 Vorsitzender des SWTV (Sektion TKD im DJB) wurde, entließ er am nächsten Tag Kim Kwang-il aus seiner Position als 1. Bundestrainer und setzte Kwon Jae-hwa als Nachfolger ein. Die Nachfolgeorganisation des SWTV wurde 1981 die Deutsche Taekwondo Union, dessen Dachverband die World Taekwondo Federation (WT) ist.
1972 arbeitete Kim Kwang-il während der Olympischen Spiele 1972 in München als Dolmetscher für die nordkoreanische Delegation.
1974 hatte Kim Kwang-il eine Haupthalle und eine Zweigstelle in Stuttgart sowie eine Zweigstelle in Pforzheim. Die Leitung der Zweigstelle in Pforzheim übernahm später der Koreaner Kwak Kum-Sik.
Am 9. März 1975 fanden in der Kelvin Hall in Glasgow, Schottland, die U.K. Open Championships statt sowie eine Vorführung ITF-Taekwon-Do-Meister. Zur Vorführungsgruppe gehörten: Rhee Ki-ha (VII Dan), Choi Chang Keun (VII Dan), Park Jong-Soo (VII Dan), Park Sun-jae (VII Dan), Kong Yong-il (VII Dan), Park Jung-tae (VI Dan) und Kim Kwang-il (VI Dan).
Im Mai 1975 organisierte Kim Kwang-il (VI Dan) das Pan-European ITF Tournament in Stuttgart.
1976 erhielt Rolf Becking (ITF-D) in Stuttgart von Kim Kwang-il den 2. Dan.
Der Grieche Vassilis Alexandris (ITF HQ) wurde 1978 von Kim Kwang-il, Song Sang-ho, Kwan Kum-sik und Chang Kwang-miung, alle Träger des VI Dan, geprüft und erhielt den 2. Dan.
Kim Kwang-il gab 1979 auf, da er von der Entwicklung des Taekwon-Do enttäuscht war und verkaufte seine Schule an Park Soo-nam.
Danach wurde es still um Kim Kwang-il. Er soll angeblich 2001 gestorben sein.
Seine Techniken, wie zum Beispiel der legendäre Kerzen-Bruchtest, machten ihn zu einer schillernden Figur in der Anfangszeit des deutschen Kampfsports.
Weblinks Tae Kwon Do Pioneers von Großmeister C.K. Choi (englisch), abgerufen am 5. Juli 2026
Einzelnachweise
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