Arnold Rickert (* 10. Juli 1889 in Zoppot, Provinz Westpreußen; † 28. April 1974 in Bielefeld) war ein deutscher Bildhauer und Lehrer der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld.
Leben mini|Den Toten 1914–1918 1939–1945 (1927), Denkmal der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Rickert wurde als Sohn des angehenden Philosophieprofessors Heinrich Rickert und dessen Ehefrau Sophie Wilhelmine, geborene Keibel (1864–1951), einer Bildhauerin, in Zoppot geboren. Sein Großvater war der Danziger Politiker und Journalist Heinrich Rickert, sein Bruder der Goldschmied Franz Rickert.
In den Jahren 1907 und 1908 studierte er Bildhauerei bei Hermann Engelhardt in Berlin. Am 4. November 1908 schrieb er sich an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München ein.03602 Arnold Rickert, Matrikel der Akademie der Bildenden Künste München Im Fach Bildhauerei unterwies ihn dort Erwin Kurz.
Als freischaffender Künstler lebte er von 1919 bis 1928 in Freiburg im Breisgau. 1927 gehörte er zu den Gründern der Badischen Secession. 1928 war er geladener Teilnehmer der Ausstellung Deutsche Kunst Düsseldorf 1928. Im selben Jahr wurde er als Lehrer für Bildhauerei an die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld (später Werkkunstschule Bielefeld) berufen.
Im Mai 1933 wurde Rickert in den Vorstand der Ortsgruppe Bielefeld des Reichsverbands bildender Künstler Deutschlands gewählt.Bernd J. Wagner: Kulturpolitik unterm Hakenkreuz. Kunstaustellungen in Bielefelder Museen zwischen 1933 und 1945. In: Ravensberger Blätter 2/2002, S. 27 (PDF) Nebenamtlich leitete er als Nachfolger von Heinrich Becker in den Jahren 1933/1934 das Städtische Kunsthaus Bielefeld. 1937 wurden einige seiner Werke als „entartet“ beschlagnahmt. Ab 1939 beaufsichtigte er die Grabmalgestaltung der städtischen Friedhöfe in Bielefeld.
Als Plastiker, Werkkünstler, Lehrer und Gestalter hinterließ er ein großes Lebenswerk, das überwiegend der Ausstattung neuer Kirchen gewidmet war. In zahlreichen evangelischen Gotteshäusern des norddeutschen Raumes, vor allem in Westfalen und im Rheinland, finden sich seine Kruzifixe, Leuchter, Taufsteine und andere Ausstattungsstücke wie Kanzeln, Lesepulte und Portale. Als Mitglied der evangelischen Michaelsbruderschaft von einem künstlerischen Geist der liturgischen Erneuerung geprägt,Ulrich Althöfer: Die Johanniskirche in Bielefeld – Kirche im Wandel. In: Ravensberger Blätter. 1/2012, S. 36 (PDF) verurteilte er die Massenfabrikation von kirchlichen Ausstattungen als Schablonisierung und Schematisierung. Er kämpfte gegen die „Vermassung“ der Grabzeichen und Kruzifixe auf Särgen und Gräbern: „Kein Christ darf sich gefallen lassen, dass mit heiligen Zeichen und Bildern so ein Schindluder getrieben wird!“ Bekannt sind auch Büsten, die Rickert von Edmund Husserl und Max Weber schuf.
Literatur
Christian Rietschel: Dem Gedenken Arnold Rickerts 10. Juli 1889 – 28. April 1975. Zu seinem hundertsten Geburtstag. In: Quatember. 1989, S. 172 (online).
Weblinks Rickert, Arnold, Eintrag im Portal leo-bw.de Arnold Rickert, Biografie im Portal uniklinik-freiburg.de
Einzelnachweise
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