Eine sächsische Huldigungsmedaille, auch Huldigungsmünze, ist eine die Huldigung eines sächsischen Herrschers durch Bild und Schrift feiernde Medaille oder Münze.Friedrich von Schrötter (Hrsg.): Wörterbuch der Münzkunde 1970 (Nachdruck von 1930). S. 276: Huldigungsmünzen- und Medaillen.

Geschichtliches Im Staatsrecht bestand die Huldigung im Treueeid der Untertanen.Helmut Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z, 2005. S. 200: Huldigungsmedaille, Huldigungsmünze. Das war das eidliche Versprechen der Treue und des Gehorsams. Seinen Ursprung hat er im Lehnseid der Vasallen.Heinz Fengler, Gerd Gierow, Willy Unger: transpress Lexikon Numismatik, 1976, S. 152: Huldigungsmünze, Huldigungsmedaille.

Medaillenprägungen für die Huldigung sächsischer Herrscher Huldigungsmedaillen August des Starken von 1694 Nach Wilhelm Ernst Tentzel wurden folgende Medaillen auf die Huldigung August des Starken (1694–1733) geprägt:Wilhelm Ernst Tentzel: Saxonia Numismatica, albertinische Linie, 2. Buch 1714 (Reprint Transpress Verlag, Berlin 1981), S. 681/682.

Dresdner Huldigungsmedaille (ist jedoch ein Doppeldukat, also eine Münze)Walter Haupt: Sächsische Münzkunde 1974, S. 245: Breiter Doppeldukaten auf die Dresdner Huldigung. Leipziger Huldigungsmedaillen in zwei unterschiedlichen Ausführungen: mit Triangel in Strahlen, darunter zwei Arme aus den Wolken, die den kurfürstlichen Namenszug F A C halten. Die Rückseite zeigt eine Inschrift und die Jahreszahl 1694, sein Brustbild mit Kurschwertern, darüber eine Hand aus den Wolken, die einen Lorbeerkranz hält.

Doppeldukat August des Starken auf die Huldigung zu Dresden 1694 (Siehe Bild oben)

Auf die Huldigung zu Dresden, am 11. Juli 1694, ließ Friedrich August I. (August der Starke), seit 1694 Kurfürst, ab 1697 bis 1733 mit Unterbrechung König von Polen, den breiten Doppeldukat wahrscheinlich in der Münzstätte Dresden vom Dresdner Münzmeister Johann Koch prägen. Die Goldmünze hat einen Durchmesser von 30 mm und wiegt 6,95 g. Das Gepräge ohne Münzmeisterzeichen und Signatur gibt es auch als Abschlag in Silber.

Die Vorderseite zeigt die gekreuzten Kurschwerter in einer Einfassung, die aus vier Bögen besteht. Um die Bögen herum verteilt sind je viermal die mit dem Kurhut bekrönten Buchstaben FF als Spiegelmonogramm und der Buchstabe A (FA = Friedrich August).

Die Rückseite zeigt eine Schwurhand im Rauten- und Schriftkranz. Die äußere Umschrift lautet MEMORIA HOMAGII DRESDAE PRAESTITI XI IUL MDCXCIV (Das Gedächtnis der Dresdner Huldigung, den 11. Juli 1694).Wilhelm Ernst Tentzel: Saxonia Numismatica, albertinische Linie, 2. Buch 1714 (Reprint Transpress Verlag, Berlin 1981), S. 681.

Huldigungsmedaillen Kurfürst Friedrich Augusts II. (August III.) von 1733 Medaillen auf die Huldigung August III. (1733–1763) sind die

Dresdner Huldigungsmedaille, Freiberger Huldigungsmedaille und die Bautzener Huldigungsmedaille.Julius Erbstein, Albert Erbstein: Erörterungen auf dem Gebiete der sächsischen Münz- und Medaillen-Geschichte … 1888, S. 336, Nr. 1483–1485.

Medaille auf die Huldigung zu Freiberg 1733

Für die Huldigungsmedaille der Stadt Freiberg an Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen, fertigte der Münzstempelschneider und Medailleur der Münzstätte Dresden Johann Wilhelm Höckner die Prägestempel an. Drei Chronogramme der Freiberger Huldigungsmedaille erinnern mit der Jahreszahl 1733 an den Regierungsantritt. Die Chronogramme sind an den größer herausgestellten Buchstaben erkennbar. Die Medaille besteht aus Silber, hat einen Durchmesser von 42 mm und wiegt 28,9 g. Da sie dem Speciesreichstaler im Reichsfuß entspricht, konnte sie als Talermünze im Zahlungsverkehr verwendet werden.

Die Vorderseite mit der Umschrift D•G•FRIDER•AVGVST•PR•REG•POL•& L•DVX•SAX•& ELECT IPSE SVӔ GENTIS LVX PLACIDVSQUE AMOR✱ zeigt die geharnischte Büste Friedrich Augusts II. nach rechts und im Armabschnitt die Signatur des Medailleurs J.W.H. Unten befinden sich drei Schriftbögen mit dem Tag der Huldigung zu Freiberg, den 9. Juni 1733: OBSEQ VIVM RENOVAT VETVS VRBS / CELEBRATA FIDELIS /•D•9•IVN•AO•1733•

Aus dem Chronogramm in den Schriftbögen unten ergibt sich MDCLLVVVVVVIII = 1733. Aus dem Chronogramm in der Umschrift ergibt sich MDCLLXVVVVIII = 1733.

Die Rückseite mit der Umschrift FREYBERG DIE ALTE VND GETREVE ✱ VERSPRICHT DIE ALTE TREV AVFS NEVE zeigt die Stadtansicht von Freiberg mit Befestigungsanlagen und oberirdischen und unterirdischen Bergwerksanlagen; unten im Abschnitt GLVCK AUF!, dazwischen das Freiberger Stadtwappen. Besondere Beachtung verdient der Pferdegöpel im mittleren Abschnitt rechts.Sammlung Otto Merseburger, Münzen und Medaillen von Sachsen, 1894, Nachdruck 1983, S. 73, Nr. 1672

Aus dem Chronogramm der Umschrift ergibt sich DDDCLLVVVVVVIII = 1733.

Medaille auf die Huldigung zu Bautzen 1733 mini|hochkant=1.3|Medaille von 1733 auf die Huldigung der Stadt Bautzen an Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen

Für die Huldigungsmedaille der Stadt Bautzen an Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen, als August III. (1733–1763) König von Polen, fertigte der Medailleur Daniel Haesling die Prägestempel an. Die Medaille zeigt die Erbhuldigung der Stadt Bautzen vom 20. Mai 1733, bei der symbolisch der Schlüssel der Stadt an den sächsischen Kurfürsten übergeben wurde. Die Medaille besteht aus Silber, wiegt 14,58 g und hat einen Durchmesser von 34 mm. Sie ist mit dem Tag der Huldigung datiert. Ein Exemplar in Gold befindet sich im Münzkabinett Dresden.

Die Vorderseite mit der Umschrift D:G FRIDERICVS AVGVSTVS PR. R. P. L. ELECT. SAX. MARCH. LVS. zeigt den Kopf Friedrich Augusts II. von Sachsen nach rechts. Unten im Feld befindet sich die Signatur des Medailleurs HAESLING F(ecit).

Die Rückseite zeigt Schrift auf einer Banderole: SACRAMENTVM OPTIMO PRINCIPI DICTVM und im Abschnitt drei Schriftzeilen: AB ORDINN LVS. SVP. / BVD. MDCCXXXIII. / XX MAI. Die Bautzener Stadtgöttin kniet vor dem thronenden Kurfürsten.Julius Erbstein, Albert Erbstein: Erörterungen auf dem Gebiete der sächsischen Münz- und Medaillen-Geschichte … 1888: S. 336, Nr. 1485.

Unter seinem Nachfolger Kurfürst Friedrich Christian (1763) wurden keine Huldigungsmedaillen geprägt.

Huldigungsmedaillen Friedrich Augusts III. von 1769 Medaillen auf die Huldigung des Kurfürsten Friedrich Augusts III. des Gerechten (1763–1806) sind die

Dresdner Huldigungsmedaille, Freiberger Huldigungsmedaille, Leipziger Huldigungsmedaille und die Bautzener Huldigungsmedaille.Julius Erbstein, Albert Erbstein: Erörterungen auf dem Gebiete der sächsischen Münz- und Medaillen-Geschichte … 1888, S. 353.

Medaille auf die Huldigung zu Bautzen 1769 mini|hochkant=1.3|Medaille auf die Huldigung des Kurfürsten Friedrich August III. zu Bautzen 1769

Für die Huldigungsmedaille der Stadt Bautzen an Friedrich August III. dem Gerechten, fertigte der Medailleur Johann Friedrich Stieler (oder Philipp Friedrich StockmarSammlung Otto Merseburger, Münzen und Medaillen von Sachsen, 1894, Nachdruck 1983, S. 83, Nr. 1930.) die Prägestempel an. Die Medaille besteht aus Silber, wiegt 14 g und hat einen Durchmesser von 35 mm. Sie wurde auf die Huldigung zu Bautzen am 18. Mai 1769 nach Beendigung seiner Vormundschaft geprägt.

Die Vorderseite mit der Umschrift ADVENTUS OPTIMI PRINCIPIS (Die Ankunft des besten Fürsten in Bautzen) und der zweizeiligen Aufschrift im Abschnitt BUDISSAE / MDCCLXIX (Bautzen / 1769) mit der Medaillensignatur St. zeigt den jugendlichen Kurfürsten Friedrich August III. in antiker Bekleidung zu Pferde nach rechts.

Die Rückseite mit dem Schriftbogen FIDES ET FELICITAS (Treue und Glückseligkeit) und der zweizeiligen Aufschrift im Abschnitt ORDIN LUSAT SUP / XVIII MAII zeigt die Göttin der Treue mit drei Kornähren in der linken Hand und die die Göttin des Glücks mit Füllhorn, welches sich im linken Arm befindet. Beide reichen sich die Hände. Der Tag der Huldigung ist mit 18. Mai angegeben.Julius Erbstein, Albert Erbstein: Erörterungen auf dem Gebiete der sächsischen Münz- und Medaillen-Geschichte … 1888: S. 353, Nr. 1839.

Huldigungsmedaille König Antons von Sachsen 1827 Die Huldigungsmedaille König Antons von Sachsen (1827–1836) wurde in zwei Varianten im Jahr 1827 mit der Umschrift in Latein und die andere in Deutsch geprägt.

Medaille auf die Huldigung mit deutscher Umschrift

Die Medaille auf die Huldigung des Königspaares Anton mit seiner Gemahlin Maria Theresia, Tochter Kaisers Leopold II. von Österreich stammt aus der Münzstätte Dresden. Sie besteht aus Bronze, wiegt 59,23 g und hat einen Durchmesser von 50,7 mm. Die Medaillenstempel fertigte der Medailleur Friedrich Anton König an. Die auf der Rückseite genannten Städte huldigten dem Paar.

Die Vorderseite zeigt die Brustbilder des Königspaars nach links mit der Umschrift ANTON KOENIG VON SACHSEN – MARIA THERESIA KOENIGIN. Unten in der Umschrift zwischen Blumen befindet sich die Jahreszahl 1827.

Die Rückseite zeigt einen zum Kranz gebundenen Lorbeer- und Eichenzweig und im Feld drei Zeilen Schrift: VATERHULD / FÜR / BÜRGERTREUE. Unten herum: DRESDEN D. 8. FREIBERG 10. PLAUEN 13. BUDISSIN 20. LEIPZIG 24. OKTOBER.Sammlung Otto Merseburger, Münzen und Medaillen von Sachsen, 1894, Nachdruck 1983, S. 91, Nr. 2136.

Literatur Helmut Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z. Regenstauf 2005, S. 200 Huldigungsmedaille, Huldigungsmünze. Heinz Fengler, Gerd Gierow, Willy Unger: transpress Lexikon Numismatik, Berlin 1976, S. 152 Huldigungsmünze, Huldigungsmedaille. Friedrich von Schrötter (Hrsg.) mit N. Bauer, K. Regling, A. Suhle, R. Vasmer, J. Wilcke: Wörterbuch der Münzkunde. de Gruyter, Berlin 1970 (Nachdruck der Originalausgabe von 1930), S. 276 Huldigungsmünzen- und Medaillen. Walther Haupt: Sächsische Münzkunde. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1974. Wilhelm Ernst Tentzel: Saxonia Numismatica oder Medaillen-Cabinett von Gedächtnismünzen und Schaupfennigen welche die Chur- und Fürsten der albertinischen Linie haben prägen und verfertigen lassen, Dresden, Frankfurt, Gotha 1714. 2. Buch (Reprint Transpress Verlag, Berlin 1981). Julius Erbstein, Albert Erbstein: Erörterungen auf dem Gebiete der sächsischen Münz- und Medaillen-Geschichte bei Verzeichnung der Hofrath Engelhardt’schen Sammlung. Dresden 1888. Sammlung Otto Merseburger, umfassend Münzen und Medaillen von Sachsen, Leipzig 1894, Nachdruck 1983. Paul Arnold: Die Genealogie der meißnisch-sächsischen Landesfürsten. In: Numismatischer Verein zu Dresden e. V. (Hrsg.): Dresdner numismatische Hefte.

Einzelnachweise

Kategorie:Medaille Kategorie:Münze Kategorie:Orden und Ehrenzeichen (Sachsen) Kategorie:Zeremonie Kategorie:Kurfürstentum Sachsen