Ullrich Wallenburg (* 28. November 1943 in Merseburg)Deutsche Gesellschaft für Photographie e. V.: Sektion Geschichte, Mitgliederverzeichnis, Eintrag „Wallenburg, Ullrich“, Köln, ohne Jahr [nach 1991]. ist ein deutscher Kunstwissenschaftler, Publizist und Fotograf. Von 1979 bis 1993 war er stellvertretender, ab 1991 DirektorVgl. auch Hallescher Kunstverein e. V.: Ullrich Wallenburg, Die andere Sicht. Visualistisch, Konstruktiv, Konkret, https://www.hallescher-kunstverein.de/2013-ullrich-wallenburg.html, abgerufen am 15. Juli 2026 (dort „amtierender Direktor“). der Staatlichen beziehungsweise Brandenburgischen Kunstsammlungen Cottbus, des heutigen Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, und leitete dort den Bereich Plakat und Fotografie.Wolfgang Leißling: Verhaltene Blicke. In: Der Morgen, 1987. Unter seiner Leitung entstand die fotografische Sammlung der Kunstsammlungen Cottbus, die als eine der umfangreichsten ihrer Art in der DDR galt.Auftrag und Individualität, Tendenzen einer Entwicklung. In: Photo Presse, Nr. 49, 1989.

Leben Nach einer Fotografenlehre und journalistischer Tätigkeit in Halle und Leipzig war Ullrich Wallenburg von 1974 bis 1979 Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und Museumspädagogik an der Staatlichen Galerie Moritzburg Halle, bevor er 1979 an die Staatlichen Kunstsammlungen Cottbus wechselte. Dort war er bis 1993 als stellvertretender, ab 1991 als Direktor tätig und baute den Bereich Plakat und Fotografie neu auf. Die Institution wurde 1991 in Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus umbenannt und ging 2017 im neu gegründeten Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) auf, dessen Cottbuser Standort seither Dieselkraftwerk heißt. 1990 gründete Wallenburg die Kunst+Medien Agentur in Cottbus, seit 2004 betreibt er die Galerie Konkrete Fotografie in Papitz, einem Ortsteil der Gemeinde Kolkwitz.

Wirken Ab 1979 baute Wallenburg an den Staatlichen Kunstsammlungen Cottbus systematisch eine fotografische Sammlung auf,Karin Thomas: 40 Jahre Kunstfotografie in der DDR. In: Niemandsland, Jg. 2, Heft 7, 1988, S. 7. NISHEN Verlag, Berlin. die laut der Fachzeitschrift Photo Presse 1989 Werke von 160 Fotografen mit rund 1.600 Einzelbildern umfasste und als eine der umfangreichsten Sammlungen zeitgenössischer Fotografie in der DDR galt.Jochen Stöckmann: [Artikel zur photokina]. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 28. September 1988.Michael Köhler: [Rezension „Zehn Jahre Fotografische Sammlung“]. In: European Photography, Nr. 42, 1990. Der Kunsthistoriker Eckhart Gillen zählte Wallenburg zu den wenigen Museumsleuten in der DDR, die sich für das Sammeln von Fotografie als Kunst im Museum engagierten.Eckhart Gillen: Angehaltene Zeit. Fotografien aus der DDR. In: Niemandsland, Jg. 2, Heft 7, 1988, S. 3. NISHEN Verlag, Berlin.Gabriele Muschter: Die Qualität des Sehens. In: Niemandsland, Jg. 2, Heft 7, 1988, S. 30. NISHEN Verlag, Berlin.

1985 und 1986 konzipierte Wallenburg die Ausstellung „Fotografie in der Kunst der DDR“ mit begleitendem Katalog. Sie wurde von November 1986 bis Februar 1987 in Cottbus sowie 1987 in Erfurt und in der Kunsthalle Rostock gezeigt.Wolfgang Boeckh: Spurensuche. In: Galerie-Informationen, Nr. 1+2, 1987.

Laut dem Sektionsverzeichnis der Deutschen Gesellschaft für Photographie verfasste Wallenburg mehr als 480 Beiträge zur bildenden und angewandten Kunst, Fotografie und Plakat und bearbeitete redaktionell 76 Ausstellungskataloge, darunter die Katalogreihen „Fotoedition“ und „Plakatedition“ der Kunstsammlungen Cottbus sowie „Die 100 besten Plakate des Jahres“. Der Wettbewerb „Die 100 besten Plakate des Jahres“ wurde im Auftrag des Verbands Bildender Künstler der DDR und des Ministeriums für Kultur der DDR durchgeführt. Eine online einsehbare Fachbibliografie der Deutschen Gesellschaft für Photographie bestätigt ihn zwischen 1978 und 1993 zusätzlich als (Mit-)Herausgeber von mindestens zwölf Ausstellungskatalogen und Foto-Editionen.

Seit Ende der 1990er Jahre ist Wallenburg auch selbst fotografisch tätig und organisierte hierbei verschiedene künstlerische Ausstellungen. Nach eigenen Angaben zeigte 2016 das Deutsche Fotomuseum Markkleeberg seine Einzelausstellung „Die andere Sicht. Digitale Farbfotografie“.Ulf Jacob: Eröffnungsvortrag zur Ausstellung „Die andere Sicht. Digitale Farbfotografie“. Edition Kunst+Medien, Cottbus 2016 (Eigenverlag). Des Weiteren befinden sich mehrere seiner fotografischen Werke in der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst.Kunst+Medien Agentur / Ullrich Wallenburg: Eigenauskunft, www.kunst-medien.de (Eigenverlag).

Ausstellungen als Fotograf (Auswahl) Nach eigenen Angaben stellte Wallenburg seit 1997 in rund 20 Einzelausstellungen aus, darunter: 2004: Kulturforum Haus Dacheröden, Erfurt. 2012: Galerie im Ersten Stock, Kunst- und Kulturverein e. V., Wernigerode. 2013: Künstlerhaus 188, Hallescher Kunstverein e. V., Halle (Saale). 2016: Deutsches Fotomuseum, Markkleeberg (siehe oben). 2023: Schloss Wiligrad, Kunstverein e. V., Lübstorf.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften 1986 wurde Wallenburg im Rahmen des Wettbewerbs „Die 100 besten Plakate des Jahres“ für besondere Leistungen bei der Entwicklung und Förderung der Plakatkunst der DDR geehrt.Verband Bildender Künstler der DDR / Ministerium für Kultur der DDR: Urkunde „20 Jahre Wettbewerb Die besten 100 Plakate“. Berlin, September 1986. Seit 1988 ist er Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie (bis 1993 Gesellschaft Deutscher Lichtbildner). Seit 1990 ist er ordentliches Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh). Von 1964 bis 1990 war er Mitglied im Verband der Journalisten der DDR. Von 1979 bis 1990 war er Mitglied im Verband der Bildenden Künstler der DDR (VBK). Außerdem war er 1987 Jury-Vorsitzender und Mitglied der Kritikerjury beim Wettbewerb „Die 100 besten Plakate des Jahres“ sowie Mitglied der Fachjury Angewandte Kunst der IX. Kunstausstellung der DDR (1982/83) und der Auswahlkommission Gebrauchsgrafik der X. Kunstausstellung der DDR (1987/88, Dresden).

Veröffentlichungen (Auswahl) Herausgeber, sofern nicht anders angegeben. Medium Fotografie. Resümee einer Ausstellung zur Kulturgeschichte der Fotografie.Ausstellungskatalog, Staatliche Galerie Moritzburg Halle. Halle 1978. Museumsgestaltung in der DDR. Werkstattausstellung und Symposium der Sektion Gebrauchsgrafik des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Berlin 1983. Fotografie in der Kunst der DDR. Ausstellungskatalog, Staatliche Kunstsammlungen Cottbus. Cottbus 1986. Zeitbilder. Wegbereiter der Fotografie in der DDR. Ausstellungskatalog, Staatliche Kunstsammlungen Cottbus. Cottbus 1990. Das letzte Jahrzehnt. Ostdeutsche Fotografie der achtziger Jahre. Ausstellungskatalog, Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus. Frankfurt am Main 1993. Museumsführer. Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus: Sammlungen, Ausstellungen, Museumspädagogik, Veranstaltungen, Publikationen. Cottbus 1992. (Autor) (Autor)Daneben existiert eine zweite Ausgabe als E-Book bei Books on Demand, Norderstedt 2018, ISBN 978-3-7481-4727-5 (ebenfalls Eigenverlag/Selfpublishing-Plattform).

Weblinks Offizielle Website von Ullrich Wallenburg Literatur von und über Ullrich Wallenburg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Ullrich Wallenburg papers, 1970–1993 Bestand im Getty Research Institute, Los Angeles (DDR Collections, Series XLV) (Spiegel über die Online Archive of California)

Einzelnachweise

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