Die Steinecker GmbH ist seit 1875 ein weltweit agierender Hersteller von Brautechnik in Freising und heute eine Tochtergesellschaft der Krones AG.
Geschichte Anton Steinecker stammte aus einer Freisinger Familie, die eine Ziegelei in der Biberstraße betrieb. Sein Bruder war der Freisinger Bauunternehmer Alois Steinecker. 1873 begann Anton Steinecker an der Biberstraße mit dem Bau von Maschinen. 1875 wurde an der Münchner Straße nahe des Freisinger Bahnhofs eine eigene Gießerei und Maschinenfabrik errichtet (). Nachdem zuerst auch Ausstattung für Mühlen, Sägewerke und Gerbereien gefertigt wurde, fokussierte sich das Unternehmen bald auf die Brautechnik. Steinecker profitierte von der Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftlichen Centralschule Weihenstephan, heute TUM School of Life Sciences. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gingen Sudhäuser aus Freising bereits an Brauereien in mehr als 20 Ländern.
Am 9. Dezember 1899 starb Anton Steinecker mit nur 54 Jahren. Die Firma wurde vom langjährigen Mitarbeiter Eugen Lehmann weiter geführt und entwickelte sich in dieser Zeit auch zu einem international exportierenden Unternehmen mit Kunden weltweit. 1908 war Steinecker die größte Brauereimaschinenfabrik Bayerns. Den Ersten Weltkrieg überstand die Maschinenfabrik einigermaßen unbeschadet.
Nach dem Tod von Lehmann 1927 wurde das Unternehmen in eine KG umgewandelt. Im Laufe der Weltwirtschaftskrise musste Steinecker 1932 Konkurs anmelden und stand unter Verwaltung eines Freisinger Rechtsanwaltes. Wenige Tage vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Anton Steinecker Maschinenfabrik A.-G. Freising unter der Leitung von Conrad Lenz gegründet. Im Zweiten Weltkrieg stellte das Unternehmen Rüstungsgüter her. Kurz vor Ende des Kriegs wurde das Werksgelände am 18. April 1945 durch einen Luftangriff auf die Freisinger Bahnhofsgegend weitgehend zerstört. Dabei starben 28 Mitarbeiter.
Nach dem Krieg wurden wie in anderen Betrieben Alltagsgegenstände wie Kochtöpfe gefertigt. Die Produktion fand zuerst unter freiem Himmel statt, der gesamte Wiederaufbau dauerte bis 1950.
1956 wurde die AG in eine GmbH mit Conrad Lenz als Geschäftsführer umgewandelt.
1969 war Steinecker das erste Unternehmen, dessen Produkt (ein Sudhaus) in der EWG zollfrei geliefert wurde. 1994 übernahm die seit 1982 an Steinecker beteiligte Krones AG aus Neutraubling das gesamte Unternehmen. 1991 wurde der Betrieb in einen Neubau im Freisinger Stadtteil Attaching verlagert. Das bisherige Firmengelände wurde in ein Wohngebiet umgewandelt. Eine der Straßen dort wurde in Erinnerung an die ehemalige Nutzung Kesselschmiedstraße benannt.
Die Anton Steinecker GmbH wurde im Jahr 2000 als der Marktführer unter den internationalen Brauanlagenherstellern eingestuft, Steinecker mit etwa 45 Prozent Anteil teilte sich mit zwei weiteren Konkurrenten (GEA (Huppmann) und Ziemann Holvrieka) den Weltmarkt. Nachdem das Unternehmen 2005 als Werk Steinecker in die Krones AG eingegliedert wurde, gibt es seit 2021 wieder eine Tochtergesellschaft Steinecker GmbH innerhalb der Krones AG.
Die Steinecker GmbH in Freising feierte im September 2025 mit rund 1200 Gästen ihr 150-jähriges Bestehen.
Produkte Steinecker produziert professionelle Brauanlagen und Systemlösungen für die Würzeherstellung (Sudhäuser). Die Anlagen gibt es in allen Größenordnungen:
MicroCube: Kompaktes Kleinsudhaus für 5, 10 oder 17 Hektoliter Kaltwürzevolumen je Sud, ideal für kleine Craft-Brauer.
CombiCube: Modulare, kompaktes System für Brauereien mit begrenztem Platzangebot für 50 bis 130 Hektoliter Sudgröße.
Groß- und Industrielle Sudhäuser: Großanlagen wie die doppelten Linien für PaulanerNeue Ära des Bierbrauens In: steinecker.com oder Großbrauereien weltweit, ausgelegt für Sude mit Kapazitäten von mehreren Hundert Hektolitern.
Ein integriertes Energierückgewinnungssystem ist standardmäßig in allen neuen Steinecker-Sudhäusern ab 2022 enthalten. Die Steinecker GmbH gewann mit dem Biomassekonversions-Konzept Phoenix BMC den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2025 in der Kategorie „Produkte: Klima“.
Steinecker betreibt in Freising das Steinecker Brew Center. Dies ist eine hochmoderne Versuchs- und Pilotbrauerei, in der Craft-Brauer neue Rezepte und Technologien direkt auf Steinecker-Equipment testen können.
Da Steinecker eine tiefe verfahrenstechnische Expertise und Erfahrung aus der Lebensmittel- und Getränkeproduktion besitzt, ist man auch beim Bereich Alternative Food tätig. 2017 baute Steinecker seine erste Anlage für die Vermischung von Reismehl mit Wasser zur Weiterverarbeitung in Reismilch. Seit 2022 fokussieren sich Krones und Steinecker auf pflanzliche Milchalternativen auf Haferbasis.Plant-based drinks, krones.com, abgerufen am 13. August 2026 (englisch).
Quellen High-Tech für eine Traditionsbranche: 150 Jahre Steinecker www.steinecker.com merkur.de
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmen (Freising) Kategorie:Unternehmensgründung 1875 Kategorie:Brautechnikhersteller Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Freising)