mini|Seitenansicht Tachina ferox, syn. Nowickia ferox, auch als „Große Borsten-Raupenfliege“ bezeichnet, ist ein Zweiflügler aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Die Art wurde 1806 von Georg Wolfgang Franz Panzer erstbeschrieben. Das lateinische Art-Epitheton ferox bedeutet in etwa „wild“, „kühn“, „ungestüm“.
Merkmale Die Fliegen sind 13–16 mm lang. Sie sehen der bekannteren Igelfliege (Tachina fera) ähnlich, haben jedoch eine abweichende Färbung. Es gibt jedoch in Mitteleuropa mehrere verwandte Arten von Tachina ferox, von denen sie schwierig zu trennen ist.
Tschorsnig und Herting (1994) lieferten eine Beschreibung der Art. Im Folgenden eine Beschreibung anhand deren Bestimmungsschlüssels. Die Beine sind ganz schwarz, höchstens die Tibien sind manchmal etwas aufgehellt. Das Tergit 2 ist ohne dorsale Marginalborsten. Die Palpen (Taster) sind an ihrer breitesten Stelle 0,7–1,4-mal so breit wie das Haustellum (mittlerer, skierotisierter Teil des Rüssels). Die basale Hälfte der Palpen ist braun oder schwärzlich, die verdickte distale Hälfte dagegen gelb. Die Arista (Fühlerborste) sind 0,9–1,0-mal so lang wie die Fühler. Die Wangen sind an ihrer schmälsten Stelle schmaler als das halbe Peristom (unterer seitlicher Teil des Kopfes) oder höchstens gleich breit. Die nackte Fläche ventrolateral zwischen den Tergiten 1 und 2 ist schwarz oder dunkelbraun. Die Stirn ist beim Männchen 0,68–0,95-mal so breit wie das Facettenauge. Die Surstyli (ventrale caudale Anhänge am Epandrium vor den Cerci) sind breit. Für die Männchen gilt: Der Syncercus ist abgeflacht, in seiner dorsalen Mitte etwas konkav. Das Tergit 5 ist ventral jederseits mit einer wenig dichten Borstengruppe, die keine Bürste bildet. Segmente 7 und 8 sind nur behaart. Für die Weibchen gilt: Die hellen Seitenflecken am Vorderrand des ansonsten schwarzen Tergites 5 bedecken 5–30 % der dorsalen Fläche.
Verbreitung Das Vorkommen von Tachina ferox erstreckt sich über weite Teile Europas. Es reicht von den Britischen Inseln und Fennoskandinavien im Norden bis in den Mittelmeerraum. Im Osten reicht das Vorkommen über den Kaukasus bis in den Iran sowie über Westrussland bis nach Ostsibirien. In Deutschland gilt die Art als häufig.
Lebensweise Die Raupenfliegen werden gewöhnlich auf Wiesen, in Heidegebieten sowie an Waldrändern beobachtet. Sie besuchen die Blüten u. a. von Doldenblütlern. Tachina ferox bildet eine Generation im Jahr. Die Flugzeit dauert von Mitte Juni bis Anfang Oktober. Die Larven von Tachina ferox entwickeln sich als solitäre Endoparasitoide in den Raupen verschiedener Schmetterlinge. Bekannte Wirtsarten sind der Kiefernspinner (Dendrolimus pini) aus der Familie Lasiocampidae sowie die Große Grasbüscheleule (Apamea monoglypha) aus der Familie Noctuidae.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Raupenfliegen Kategorie:Tachinidae Kategorie:Parasit bei Wirbellosen