mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Thomas-Nektarfledermaus Die Thomas-Nektarfledermaus (Hsunycteris thomasi) ist ein im nördlichen Südamerika verbreitetes Fledertier in der Familie der Blattnasen. Sie wurde wie viele andere Mitglieder ihrer Gattung längere Zeit in die Gattung Nektarfledermäuse (Lonchophylla) eingeordnet. Bei den Museumsexemplaren gab es häufige Verwechslungen mit der Patton-Nektarfledermaus, der Panama-Nektarfledermaus, der Brasilien-Nektarfledermaus oder der Dunklen Langzungenfledermaus. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung der Stadt Ciudad Bolívar in Venezuela.
Merkmale Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 45 bis 56 mm, einer Schwanzlänge von 4 bis 11 mm und einem Gewicht von 5 bis 10 g ist das Tier eine sehr kleine Nektarfledermaus. Es kommen fast 30 bis etwas über 34 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 7 bis 11 mm Länge und 11 bis 18 mm lange Ohren vor. Meist sind die 5 bis 7 mm langen Haare der Oberseite dunkel- bis mittelbraun, wobei ein Bereich an den Wurzeln weiß ist. Unterseits besitzen die Haare eine gleiche Aufteilung und das Fell wird vom Bauch bis zu den Seiten dunkler. Typisch sind schwarzbraune Ohren und Flughäute. Auf letzteren sind wenige Haare vorhanden, jedoch nicht auf den Unterarmen. Am Kopf steht der Unterkiefer etwas vor und das Nasenblatt hat eine runde Grundform sowie einen etwa 5 mm langen speerförmigen Aufsatz. Die Thomas-Nektarfledermaus hat kleine untere Schneidezähne, die nie fehlen. Der diploide Chromosomensatz kann aus 30 bis 36 Chromosomen bestehen (2n=30–36). Zusätzlich gibt es verschiedene abweichende Details im Schädelbau, welche das Tier von nahe verwandten Arten unterscheiden.
Verbreitung und Lebensweise Diese Fledermaus erreicht den Nordrand Südamerikas, im Süden Bolivien, im Westen die Ostseite der Anden in Ecuador und Peru sowie die Region Guyanas. Das Verbreitungsgebiet reicht über Kolumbien, Venezuela und das Amazonasbecken in Brasilien. Im Hochland werden meist 800 Meter und gelegentlich 1300 Meter Höhe erreicht. Die Art hält sich meist in tropischen Regenwäldern auf und sie besucht Kulturland, wenn dort Blüten vorhanden sind, die Nahrung anbieten. Allgemein scheint die Thomas-Nektarfledermaus Nektar zu bevorzugen, doch in Peru zählten überwiegend Pollen von Caryocar villosum (Familie Caryocaraceae) und von der Gattung Vismia (Johanniskrautgewächse) zur Nahrung. Beobachtungen der Einheimischen legen nahe, dass Früchte und Bananenblüten gefressen werden.
Die Exemplare ruhen in Baumhöhlen, in Löchern in herabgefallenen Ästen und an der Unterseite dieser Äste. Sie bilden gemischte Gruppen mit bis zu vier Mitgliedern. Eine umfassende Beurteilung des Fortpflanzungsverhaltens ist nach den wenigen Funden nicht möglich. Trächtige Weibchen sind aus dem Februar und aus der Zeit zwischen Juni und Oktober bekannt. Zwischen Januar und März sowie im Oktober hatten Weibchen aktive Zitzen. Fast ausgewachsene Jungtiere wurden im Januar und Februar dokumentiert.
Gefährdung Regional können sich Waldrodungen negativ auswirken. In geeigneten Habitaten kommt die Art häufig vor. Die IUCN listet die Thomas-Nektarfledermaus als nicht gefährdet (least concern).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Blattnasen