Das Grundgesetz des Staates der Vatikanstadt von 2026 () wurde am 31. Juli 2026 von Papst Leo XIV. verkündet und trat am selben Tag mit seiner Veröffentlichung in Kraft.
Es ersetzte das Grundgesetz des Staates der Vatikanstadt von 2023, das Grundgesetz des Staates der Vatikanstadt von 2000 sowie das Grundgesetz des Staates der Vatikanstadt von 1929. Das aktuelle Grundgesetz ist somit die vierte Verfassung seit der Gründung des heutigen Staates im Jahr 1929.Franz Norbert Otterbeck: Der Vatikan. Ein „Staat des Grundgesetzes“? Gedanken zu Gewaltenteilung und Hierarchie, angeregt durch die Verfassung, die Papst Pius XI. seinem Stadtstaat 1929 gab. In: Heinz Finger, Reimund Haas, Hermann-Josef Scheidgen (Hrsg.): Ortskirche und Weltkirche in der Geschichte. Kölnische Kirchengeschichte zwischen Mittelalter und Zweitem Vatikanum. Festgabe für Norbert Trippen zum 75. Geburtstag. Böhlau, Köln 2011, ISBN 978-3-412-20801-1, S. 1005–1016.
Inhalt mini|Flagge der Vatikanstadt
Das Grundgesetz beginnt mit einer Präambel, welche die dienende Rolle des Territorialstaates Vatikanstadt für das internationale Völkerrechtssubjekt Heiliger Stuhl beschreibt. In einem organisatorischen Teil mit 25 Artikeln werden die rechtlichen Aspekte des Staates geregelt.
Dem vom Papst Leo XIV. verkündeten Grundgesetz von 2026 zufolge besteht nun offiziell die Möglichkeit, dass ein Nicht-Kardinal das Amt des Präsidenten des Regierungsorgans bekleidet. Die wesentliche Änderung im Gesetz von 2026 betrifft den Vorsitz und die Zusammensetzung der Päpstlichen Kommission und des Governatorats des Staates der Vatikanstadt.
Eine weitere Neuerung ist, dass das Generalratsmitglied an den Sitzungen der Kommission teilnehmen und beratend tätig sein darf. Die Rolle des Generalsekretärs wird ebenfalls neu definiert.
Ferner betont das neue Grundgesetz die Unabhängigkeit der Gerichte des Vatikanstaats. Diese verhandelten in den vergangenen Jahren mehrere umfangreiche Strafsachen.
Unverändert bleibt auch in dem neuen Text, dass der Papst, das Oberhaupt der katholischen Kirche, als Souverän des Staates der Vatikanstadt, die Fülle der legislativen, exekutiven und judikativen Gewalt innehat.
Die Artikel im Einzelnen Eine vollständige Übersetzung der einzelnen Artikel in die deutsche Sprache liegt noch nicht vor.
Besonderheiten Neben dem Grundgesetz des Staates der Vatikanstadt gibt es noch weitere verfassungsrechtlich normative Gesetze für den Vatikan:
So definiert der Codex des kanonischen Rechts in seinem „Buch I Allgemeine Normen“ das Wesen von Gesetzen, Dekreten, Statuten und Ordnungen und in seinem „Buch II Volk Gottes“ die hierarchische Verfassung der katholischen Kirche und somit auch die Rechtsstellung des Papstes.
Die Apostolische Konstitution Universi Dominici Gregis regelt die Zeit während der Vakanz des Heiligen Stuhls und die Neuwahl des Papstes.
Die Apostolische Konstitution Praedicate Evangelium regelt die Zuständigkeiten innerhalb der Kurie.
Weblinks
Text des vatikanischen Grundgesetzes (Fassung von 2026)
Einzelnachweise
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