mini|Mahama Elite Center im Flüchtlingslager
Das Flüchtlingslager Mahama () ist das größte Flüchtlingslager in Ruanda. Es entstand 2015 und befindet sich im Sektor Mahama des Distrikts Kirehe in der Ostprovinz des Landes an der Grenze zu Tansania. Es wird vor allem von Geflüchteten aus Burundi bewohnt.
Geschichte mini|alt=Liniendiagramm für die Anzahl sich in Ruanda befindender Flüchtlinge zwischen 1965 und 2024. Eine kleine Spitze mit knapp über 50.000 Flüchtlingen ist für die Jahre 1982 bis 1984 erkennbar. Die größte Spitze folgt mit einem Sprung von rund 25.000 Flüchtlingen im Jahr 1992 auf über 250.000 Flüchtlinge im Jahr 1993 und zurück auf schätzungsweise unter 10.000 Flüchtlinge im Jahr 1994. Danach steigt die Anzahl der Flüchtlinge relativ stetig wieder bis knapp über 50.000 im Jahr 2012. Danach erhöht sich der Anstieg bis zu einem Maximum von rund 170.000 Flüchtlingen im Jahr 2017 und sinkt bis 2024 auf einen Wert zwischen 110.000 und 120.000.|Anzahl Flüchtlinge in Ruanda (1965 – 2024) nach Our World in Data basierend auf Daten des UNHCR
Am 13. Mai 2015 kam es zu einem Putschversuch in Burundi, da Pierre Nkurunziza eine dritte Amtszeit als Präsident gewaltsam anstrebte. Infolgedessen flohen tausende Menschen ins Nachbarland Ruanda, wo unter anderem das Flüchtlingslager Mahama eingerichtet wurde. Insgesamt flohen seit 2015 rund 300.000 Burundier in Nachbarländer wie Ruanda und Tansania. Viele kehrten nach dem Tod von Nkurunziza im Juni 2020 wieder in ihr Heimatland zurück, doch verblieben auch laut den Vereinten Nationen Stand 2023 etwa 30.000 in Ruanda und etwa 150.000 in Tansania. 2021 wurden nach der Schließung des Flüchtlingslagers Gihembe auch Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo im Flüchtlingslager Mahama untergebracht.
+ Entwicklung in Zahlen Zeitpunkt Anzahl Flüchtlinge,Asylsuchende und Sonstige Belege 50.233 58.052 60.006 62.486 63.407 63.392
Im Jahr 2023 erhoben Flüchtlinge im Lager den Vorwurf, dass Lebensmittelrationen gekürzt wurden.
Aufbau und Verwaltung Das Flüchtlingslager Mahama wird durch das Ministry in Charge of Emergency Management (MINEMA) in Zusammenarbeit mit dem UNHCR verwaltet. Das Ministerium wird von einem Campleiter und stellvertretenden Campleiter repräsentiert. Darüber hinaus sind im Flüchtlingslager Mitarbeiter des ruandischen Directorate General of Immigration and Emigration (DGIE) und der Rwanda National Police vertreten. Das Camp hat eine Fläche von rund 160 Hektar und teilt sich in zwei Gebiete (Mahama I und II), neun Viertel und 18 Dörfer auf. Ein Flüchtlingsvorstand besteht aus acht Personen. Darüber gibt es in jedem der Viertel und Dörfer einen Flüchtlingsrepräsentanten.
Weitere im Flüchtlingslager aktive Organisationen sind (Stand März 2024):
Bildung Im Flüchtlingslager befindet sich laut dem UNHCR die größte Schule Ruandas (Paysannat L), die mehr als 20.000 Kinder sowohl aus dem Flüchtlingslager als auch aus ruandischen Familien aufnimmt.
Persönlichkeiten Parfait Hakizimana (* 1988), burundischer Para-Taekwondoin
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Flüchtlingslager (Ruanda) Kategorie:Burundisch-ruandische Beziehungen Kategorie:Distrikt Kirehe Kategorie:Gegründet 2015