Menander war ein römischer Beamter der Spätantike, der in den 320er Jahren n. Chr. in einer hohen Funktion in der Provinz Africa eingesetzt war.

An ihn sind fünf Gesetze aus dem Zeitraum zwischen – je nach Datierung – dem 22. Juni 320 und dem 6. Juli 322 oder dem 13. Juli 321 und dem 22. Juni 326 adressiert:

Codex Theodosianus 8,5,4 vom 22. Juni 320So datiert in oder vom 22. Juni 326;So datiert in Codex Theodosianus 15,1,2 vom 11. April 321 oder 322;Das 321 der Handschriften wird zu 322 korrigiert in Codex Theodosianus 4,13,2 vom 13. Juli 321; Codex Theodosianus 4,13, 3 vom 1. August 321; Codex Theodosianus 11,27,2 vom 6. Juli 322.

In diesen Gesetzen wird er als hoher Beamter in Africa genannt, der offenbar sowohl dem Prokonsul Africas als auch den nordafrikanischen Provinzgouverneuren (praesides) vorgesetzt war. In keinem dieser Gesetze wird sein genauer Titel genannt, weshalb die moderne Forschung auf Spekulationen angewiesen ist. Während die ältere Forschung ihn noch teilweise als Prätorianerpräfekt Africas betrachtete, vermutet die neuere Forschung, dass dieses Amt erst nach 330 geschaffen wurde und er deshalb vermutlich eher comes Africae war, eine Art Sondergesandter Konstantins des Großen in der wichtigen Provinz Africa.

Literatur

Joachim Migl: Die Ordnung der Ämter. Prätorianerpräfektur und Vikariat in der Regionalverwaltung des Römischen Reiches von Konstantin bis zur Valentinianischen Dynastie (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 3, Band 623). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1994, ISBN 3-631-47881-X, S. 39–41 (zugleich Dissertation, Universität Freiburg 1993).

Anmerkungen

Kategorie:Beamter (römische Spätantike) Kategorie:Römer Kategorie:Geboren im 3. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 4. Jahrhundert Kategorie:Mann